206 – Republik der Heiserkeit (ZickZack, 2011)

Republik der Heiserkeit2008 hat mir Patrick Wagner (Ex-Surrogat) in einem Interview an dieser Stelle von 206 aus Leipzig vorgeschwärmt. Er meinte, das sei die einzige Band, die legitimerweise die Erbschaft seiner Band antreten könnte. Ich hab mich dann schlau gemacht, sofort verliebt und mir von Timm Voelker ein Demo schicken lassen.

Dass es dann fast drei Jahre gedauert hat, bis endlich das vor­liegende Debut veröffentlicht werden konnte, hat mich dann immer wieder mal sehr verwundert. Ich hab ab und zu mal nachgefragt und immer hieß es: „bald“. Als ich schon gar nicht mehr geglaubt habe, die Band würde überhaupt je damit rausrücken, war sie plötzlich da: die Republik der Heiserkeit.
Keine Band im deutschsprachigen Raum schafft so einen runden Bogen zwischen Indie, Blues und Punk. Und wenn ich sage Punk, dann meine ich in dem Fall ausnahmsweise auch wirklich Punk. Und auch wenn er brüllt: „Mein Gott, ich bin borniert!“, so ist es eben gerade das nicht. Und das ist das eigentliche Kunststück: dass es bei all der Wut und dem Prinzip: mit dem Kopf durch die Wand nicht beim Kawumms bleibt, sondern dass sich der Rauch lange nicht lichtet und sodann Wortfetzen in einem hochkommen, die allen tocotronischen Einfallspinseln dieser Welt zusammen in hundert Jahren nicht eingefallen wären. Poesie ist hier kein hohles Geschwurbel, sondern konkreter Ankerpunkt, von dem aus alles auf den Kopf gestellt wird. Und ehrlich: wann hat sich das letzte Mal eine Band so weit aus dem Fenster gelehnt?

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