Agrippus Virus

Wenn wir hier in der Bagger-Wetterredaktion nichts arbeiten wollen, hängen wir eines von zwei Schildern vor die Tür: an geraden Tagen “Wirtschaftskrise” und an ungeraden “Schweinegrippe”. Da wissen dann alle: die da drinnen wollen heut nichts arbeiten.

H1N1, seien wir ehrlich, lockt inzwischen längst keinen Schweinehund mehr hinterm Ofen hervor. Der Mann der Stunde ist der namenlose Virologe, der sich jetzt schon die Grippen für die nächsten fünf Jahre ausdenkt – denn Impfstoff und Pillen in bunten Schachterln kann man ruhig immer dieselben verkaufen, was sich ändern muß, ist der Namensgeber der Grippe. Das Tier. Hüte dich vor dem Tier in dir! Baggerleser wissen schon heute, wogegen sie sich in Zukunft nicht impfen lassen werden.

2010: Häschengrippe. Tritt als besonders gefährliche Frühlingsgrippe schon um die Osterzeit auf, zieht den Erkrankten die Ohren lang, erzeugt einen starken Drang zum Hoppeln sowie ein intensives Paarungsverhalten. Wenigstens gut für die Bevölkerungsstatistik.
2011: Froschgrippe. Ähnlich wie Häschengrippe (derselbe Impfstoff wird verwendet, no na), aber ohne Ohren, dafür von einem markanten Bedürfnis zum Schwimmen in stehenden Gewässern begleitet; eignet sich daher besonders gut als Sommergrippe.
2012: Katzengrippe. Die Erkrankten balancieren auf Gartenzäunen (schwere Fälle auf Dachfirsten), spielen mit Wollknäueln und fangen Mäuse. In Großstädten und Ballungszentren erreicht die Lärmbelästigung durch nächtliches Miauen die Schmerzgrenze. Erstmals müssen auch Haustiere geimpft werden!
2013: Regenwurmgrippe. Erstmals von wirbellosen Tieren übertragen, also besonders gefährlich. Die Patienten werden von Fieberträumen geplagt, in denen ihnen gigantische Amseln in mörderischer Absicht nachstellen.
2014: Schildkrötengrippe. Betroffene ziehen sich – als Panzerersatz – unter die Bettdecke zurück, ziehen sämtliche Gliedmaßen ein und verpennen die gesamte Grippewelle. Sehr gemütlich.

Nicht erwähnen müssen wir hier die Grippe, die jedes Jahr von Mitte November bis knapp vor Neujahr grassiert und ihr bitteres Nachspiel im Jännerschlußverkauf offenbart: die Weihnachtsgrippe. Sie äußert sich in einer Mischung aus Kauf- und Verfolgungswahn, blaugetretenen Zehen, eigenartigen Lichtspielen vor den Augen und glasigem Blick, wegen dem Punsch. Kennen Sie, oder? Prost.

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