Alma - Transalpin

Alma - Transalpin

col-legno, 2015
"World Music" - ein Etikett, das sich außerhalb dieser Szene oft keiner großen Beliebtheit erfreut. Man verbindet damit Worte wie traditionell und antiquiert. Dass das nicht zwangsläufig so sein muss beweisen Alma auf ihrem neuen Album "Transalpin".

"Finska", gleich das zweite Lied hat einen sehr hypnorischen und impulsiven Schlussteil, der schon früh klarstellt, dass es auf diesem Album ums Eingemachte geht. Der folgende Jodler "Seckauer" macht wegen der liegenden Töne im Hintergrund großen Spaß. Wie sich das mehrstimmige "Gedudel" über die Flächen legt beschert mir einen breiten Grinser.
Bei "Ransom" sind Freunde von Sigur Ros gut aufgehoben. Das Lied ist ein epischer Schmachtfetzen allererster Güteklasse. Der Schlusschor bringt mich fast zum Weinen, jedenfalls schlägt er Saiten in mir an, die sonst nicht so oft gezupft oder gestrichen werden.
"Morocco" hat etwas von einem orientalischen Tango, jedenfalls einen sehr bauchigen Verve. "Tschum Tschum" ist nicht so meins, das ist mir zu Hollodaro, das selbe trifft aus meiner Sicht auf den "Zillertaler Walzer" zu, aber das sind dann trotzdem nur 2 von 15 Liedern, die auf mich etwas flach wirken. Ansonsten ist Alma alles andere als Almseligkeit, sondern eine sehr tief rührende Verschwörung.
Auf "Bazzarah" und "Tam Tam" sind die Zampanos von Federspiel zu Gast und also erweitert sich die Palette der Klangfarben um diverse Blasinstrumente. Kommt gut. Auf "Wolfsfrau" lässt Arnold Schönberg grüßen. Fazit: Dieses "World-Music" Album ist sehr viel innovativer, lebendiger und beherzter als 95% des "Alternative"-Kanons, der sich sonst gern dieser Eigenschaften rühmt.

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