An Education

Lone Scherfig hat einen neuen Film gedreht und dieser Film ist sehenswert. Wer die Regisseurin schon von “Wilbur wants to kill himself” kennt, weiß dass sie einen grandiosen Sinn für Zauber hat was in Anbetracht der schwierigen Themen, die sie sich aussucht, ein Kunststück ist. “An Education” das immer noch in den Kinos läuft, ist ein Film, der von der ersten großen Liebe einer 16 jährigen hochbegabten Schülerin im Großbritanien der 60er Jahre erzählt. Ihr biederes aber liebevolles Elternhaus wünscht sich, dass Jenny eine gute Ausbildung bekommt und eines Tages studiert, natürlich an einer Eliteuniversität. Eines Tages, als Jenny also mit ihrem Cello auf den Bus wartet und es regnet, lernt sie durch Zufall einen Mann mitte 30 kennen der sie nach Hause bringt. Stück für Stück erobert dieser aufregende gut situierte Mann ihr Herz und Jenny fängt an, sich zu fragen, was sie in der Schule eigentlich lernt, wozu die Universität gut sein soll, wenn die Professoren nicht eine einzige Frage nach der Sinnhaftigkeit des Ganzen glaubhaft oder kompetent beantworten können. Das Jet-Set Leben von David begeistert sie immer mehr, sogar Jennys Eltern verfallen seinem Charme. Wochenendtrips nach Paris, lange Nächte in Bars, Bekanntschaften mit aufregenden Menschen … das alles lässt die 16 jährige Jenny David mehr und mehr anhimmeln. Sie ist bereit, auf die gesamte Ausbildung und ihre guten Chancen, auf eine Eliteuniversität zu gehen, zu verzichten, nur um endlich zu leben und nicht immer nur zu lernen, was ohne Zusammenhang an jeder Institution wieder und wieder durchgekaut wird, bis man dafür brav gute Noten kassiert. Im Großbritanien der 1960er riskiert sie viel, für einen Mann von dem sie kaum etwas weiß, der ihr aber intellektuell und finanziell beeindruckender und beeindruckender erscheint.
Sherfig schildert die Seifenblase, in der Jenny ist, so wunderbar empathisch und voller Liebe zum Detail, dass man sich mit Jenny in David verliebt. Doch dann, als sich das Blatt wendet – und das ist die große Kunst von Scherfig – erlaubt sie dem Zuschauer nicht, sich selbstgefällig zu denken: “War ja klar, sie wusste ja nichts über ihn,” sondern vermittelt den Schmerz so gut und differenziert dass selbst David nachvollziehbar wird. Denn eigentlich hat er sie auch geliebt.
Kein künstliches Herumgetue, keine Abwertung, kein Verurteilen, sondern die simple Darstellung einer Liebe auf Augenhöhe, die nicht umsonst den Titel “an education” trägt.
Sehr sehr empfehlenswert, mit Carey Mulligan, Peter Sarsgaard, Olivia Williams und Alfred Molina.

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ja mach ich, ich hatte

ja mach ich, ich hatte schlechtes gewissen weil ein spiegelei nicht geschickt hab, da dachte ich ich machs wieder gut mit "an education".

wie ich in solchen fällen immer anmerke:

das gewissen ist ein konstrukt christlicher theologen.

auch heiden haben gewissen

auch heiden haben gewissen (tod den erinyen)

nunja,was soll ich sagen.ich

nunja,was soll ich sagen.ich suche ja nach einer konstruktfreien zone- schon seit längerem. die konsistenz der konstruktion gleicht dem brei der philosophen.peace

ui, fein. ich suche mit. wir

ui, fein. ich suche mit. wir sehen uns dann dort.

ich liebe deine kommentare

ich liebe deine kommentare, muss immer grinsen oder lachen darüber-danke

meine kommentare und dein

meine kommentare und dein lachen leben in einer glücklichen beziehung. das freut mich.

mein lachen, deine

mein lachen, deine kommentare, das zerstören aller meiner anstrengungen, das wegnehmen einer freundin, tropfen in meinem tee, der gewaltsame versuch meine kooperation auszunutzen, der ewige drang mich zur dankbarkeit zu zwingen, das zerstören eines restvertrauens, die idiotische vorgangsweise eines freundes vom fach dernur nach buch vorgehen kann und mich sitzen lässt- ja das alles ist in einer glücklichen beziehung. gruß an meinem engeltypen- ich wollte nur ein verständnis. der engel eben, der mit der vielen kohle und dem dings wo er so ganz flexibel ist im geist. mann. engel.
du erwin? ich mag dich trotzdem, ihn aber nicht mehr.

darjeeling oder pfefferminz?

darjeeling oder pfefferminz? tee, meine ich.

alles zusammen, wobei die

alles zusammen, wobei die waren so dumm, wenn sie nicht hingeschaut haben hab ich deren tees mit meinen vertauscht. vergessen werd ichs aber nie,gewaltsam war es. falls er sagt er meint es ja doch nur gut, dann sag ihm dass er lügt und er nur beute sucht.

letztlich suchen wir alle

letztlich suchen wir alle beute. das ist wohl eine der wenigen sachen, die kein konstrukt sind.
aber tee muß tee bleiben. sobald tee mehr als tee sein soll, stimmt was nicht.

beute erlegt man.und geht

beute erlegt man.und geht dann weiter. ich bleibe stehen. "dort wo andere weitergehen, bleibe ichstehen"wittgenstein. ich kann nicht anders und wenn ich anders könnte, würde ich mich nicht ertragen können, ich möchte keine beute. ja das stimmt sobald tee ein fernrohr sein soll, zerstört es jede hoffnung die man in einen menschen gelegt hat, gesetzt hat? oder wie sagt man? dabei hatte ich so gute absichten, erwin. ist wie im film an education. die eine tut alles um aufgenommen zu werden, der andere schaut nur von der ferne zu und macht mehr und mehr abhängig wortlos....und wenn es darauf ankommt, versucht er mit gespielter haltung und geld alles zu richten. schau dir mal den film an. das wars dann von mir, sonst wirds hier noch zu persönlich, lieber grüße an die belegschaft ;)

ich werde ja meist eher von

ich werde ja meist eher von meiner beute erlegt. und muß dann schauen, wie ich weiterkomme. ok, themenwechsel. wie wärs mit einem keks?

beute erlegt man.und geht

Liebe Shg. Dein Stil ist wunderbar und unnachahmlich, deine Gedanken sehr anregend und enthalten viele Weisheiten.
Auch wenn du keine Beute möchtest und meinst niemand zu sein, der eine Beute erlegt und einfach weitergeht, die Realität sieht leider meist anders aus. Wir machen alle Fehler/Missinterpretationen und da kann es schon sein, dass man jemanden (zu unrecht) verletzt und dann einfach stehen lässt. Das ist sicher auch dir schon passiert :-(

wenn du sie nicht

wenn du sie nicht "beute" nennst, wird dich niemand erlegen können. wenn man einfach nicht käuflich ist, gibt es keine strategie der unterwerfung mehr. allerdings sieht man dann ein wenig unantastbar aus. aber besser so als dieses ewige ringen. ich hab ja ein foto gesehen, da war sie gar keine beute, das reich doch, warum reicht das nicht? kein keks, eine armee brillenträger im cafehaus.
stell dir mal vor auf der uni oder auch sonst wäre man keine beute, vielleicht würde dann endlich jemand die aufsätze die man schreibt ernst nehmen, die kleine ambition die man hat - ernst nehmen und nicht vernichten. es tut weh wenn man daran denkt. letzens hat mir eine gesagt "du versaust dein leben". mit der hab ich auch oft kekse gegessen. man darf sich auch vom leben nicht erbeuten lassen, denk ich. du erwin, ich glaub das sind jetzt kalenderweisheiten. ich hau mich in die sonne, wenn mans so sagen darf.

egal ob man hase oder

egal ob man hase oder schlange ist: leben ist schön, besonders in der sonne. da muß ich heut auch noch hin :-)

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