Bibliophilie

Immerhin ist der Sommer vorbei und – ohne jemandem nun zu nahe treten zu wollen – er war bei dem einen oder anderen statt heiß doch nur lau. Statt Sonne, Strand und Sand bloß Selbstbräuner, Donauinsel und Strandbar Hermann. Statt Sex, Drugs, Rock’n’Roll, nichts und ein paar Bier zu viel. Die Leere im Schlafzimmer gähnt den unfreiwillig Alleingebliebenen förmlich tagtäglich, nachtnächtlich ins Gesicht. Der Wille zur Änderung ist vorhanden? Zeit für den idealen Partner?

Folgender Vorschlag: Man nehme sich ein Beispiel an der Inderin Mina Devi. Die hat nämlich ein Buch geheiratet. Genauer gesagt, hat sie die Bhagavad Gita geheiratet. Nun, die Bhagavad Gita mag nicht jedermanns Traumbuch sein, aber es könnte sich doch auszahlen, beim Morawa mal zu stöbern und in das ein oder andere Exemplar reinzuschmökern. Belletristik, Krimi, Esoterik, Historie oder Selbsthilfeliteratur – vielleicht ist dein Typ Buch dabei? Achtung, nicht immer halten die Bücher ihre Versprechungen. „Im Namen der Rose” ist kein Liebesroman, „Die Welt von gestern” kein Geschichtsbuch. Da sind dann schon Typen wie „Das große Kartoffelkochbuch” oder „Langenscheidts Taschenwörterbuch Französisch” zuverlässiger. Unlängst machte mir „So spielen Sie Bar Piano” einen Heiratsantrag, doch habe ich – zugegebenermaßen leicht gelangweilt – dankend abgelehnt. Ich bin schon vergeben, an „Jedermann”.

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