Bio-Fibel

biofibelAls „Lehrbuch, das das Grundwissen eines Fachgebietes vermittelt“, ist im Duden – Das Fremdwörterbuch („Not­wendig für das Verstehen und den Gebrauch fremder Wörter“, wie es im Titelzusatz heißt) das Wort „Fibel“ definiert. Das Akronym FiBL findet sich hingegen nicht im Duden – dahinter verbirgt sich das Fachinstitut für Biologischen Landbau, dessen österreichischer Zweig seit dem Jahr 2008 eng mit dem Freiland-Verband (ehem. Kritische Tiermedizin) kooperiert, welcher seinerseits seit letztem Jahr die viermal jährlich erscheinende Zeitschrift Bio-Fibel herausgibt.

Herzstück des mittlerweile 24 Seiten umfassenden Hefts ist jeweils ein ausführliches Interview „zu aktuellen oder zukunftsorientierten Themen“ – wie es im Editorial der ersten Ausgabe heißt. Wissen­schafterinnen wie Ingela Bruner, ehemalige Rektorin der Universität für Bodenkultur (Ausgabe 1/2009), Politiker wie der „Öko-Kommunist im schwarzen Pelz“ und Vizekanzler aD Josef Riegler (2/2009) sind ebenso Gesprächspartnerinnen wie Trachten-Modeschöpferinnen oder Proponenten der „Slow-Food“-Bewegung.

Themen-Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe ist Getreide, wobei die Schwerpunkte laut Reinhard Geßl, dem Herausgeber der Zeitschrift, sehr frei interpretiert und erweitert werden können. Es finden sich lokale Best-Practice-Beispiele und Hintergrund-Geschichten etwa zu Österreichs erstem Demeter-Bäcker, den Vorteilen von Karotten-Gerste-Mischkulturen und zu heimischer Safran-Produktion ebenso wie eine Lobeshymne auf den „größten Bio-Bauern Österreichs“: die Stadt Wien. Abgerundet wird all dies durch diverse Kurzmeldungen aus den Bereichen Gastro- und Agronomie, Land- und Weltwirtschaft, Umweltschutz und –bildung etc. Die Blattlinie charakterisiert sich wohl am ehesten durch ihre Affinität zum Konzept der Ökosozialen Marktwirtschaft; Herausgeber Geßl bezeichnet Biolandwirtschaft auch als „Gesellschaftsmodell für eine ganze Generation, die ihre Lebensweise und ihren Konsumstil so gestaltet, dass sie durch ihr Kaufverhalten und die gezielte Auswahl von Produkten Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern will“. Die Auflage der Bio-Fibel liegt bei – im Vergleich zum Bagger durchaus üppigen – 10.000 Exemplaren und wurde im ersten Erscheinungsjahr durch Förderungen von Europäischer Union, dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und den Bundesländern ermöglicht. Mittlerweile ist die Zeitschrift aber frei finanziert, sprich: durch Werbung, Sponsoren und Partner, wie etwa der Agrarmarkt Austria sowie den bereits erwähnten „größten Bio-Bauern Österreichs“. Der Vertrieb erfolgt über Hauszusteller von Bio-Gemüse (Stichwort Bio-Kistl) sowie Bio-Fachgeschäfte, außerdem kann die Fibel über die Homepage des Freiland-Verbands kostenlos abonniert werden.

Weiterführende Links:
www.freiland.or.at
www.fibl.org

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