Das Autoren-Dilemma

Warum es besser ist, keinen Spieltheorieartikel zu schreiben

Bei dem Wort Spieltheorie denkt man unwillkürlich an das Gefangenendilemma, eventuell an das Nash-Gleichgewicht (dessen Erfinder bekanntlich zu zweifelhaftem Hollywood-Ruhm gelangte), da es kaum mehr dazu zu sagen gibt, müsste man diese also beschreiben, wenn man sich dazu entschlösse, einen Artikel über Spieltheorie zu schreiben. Einer der Grundzüge der Spieltheorie besteht aber darin, sich zuerst über mögliche Ausgänge eines Spieles den Kopf zu zerbrechen und das Gleichgewicht schon in der Simulation zu finden, statt sich plötzlich inmitten eines Dilemmas wiederzufinden und festzustellen, dass man die dominierte Strategie gewählt hat und ohne Gewinn nach Hause gehen wird müssen.
Als versierte Spieltheoretiker müssen wir daher zunächst prüfen, ob ein solches Gleichgewicht überhaupt vorhanden ist, bzw. welches die beste Wahl einer Strategie im Spiel „Spieltheorieartikel für den Bagger“ darstellt.

Die Spieler sind in diesem Fall: Der Autor, die Bagger Redaktion und die potentiellen Leser. Als fortgeschrittene Spieltheoretiker erkennen wir natürlich, dass auch die anderen (potentiellen) Baggerautoren berücksichtigt werden müssen und die Regeln sind klar: Die Redaktion gibt den Redaktionsschluss r vor, der Gewinn G aus Redaktionssicht ist dann erreicht, wenn alle gewünschten Artikel mit akzeptabler Aktualität a zu diesem Termin auch eintreffen und somit das Erscheinen des Baggers erst möglich wird. Für die Autoren bedeutet dies aber einen Aufwand vom Ausmass A, welcher dem Renommee R, im Bagger zu publizieren gegenüber steht, der Aufwand wiederum ist abhängig von der vorgegebenen Frist bis Redaktionsschluss F (in Anzahl der Tage bis zu diesem Zeitpunkt), während das Lesevergnügen L auf Seiten der Leser, in Abhängigkeit vom Erscheinungstermin E linear abnimmt (bei wachsendem E), da die Aktualität der Artikel (a) auf L umgekehrt proportional wirkt.
Setzten wir nun voraus, dass A-F<R, bei vernünftiger Annahme von F. Das ist notwendig, um überhaupt ein Spiel konstruieren zu können. Nun ergibt sich das Problem, dass F zu Beginn des Spieles grundsätzlich gleich 1 ist, was ein ungeschriebenes Gesetz in der Entstehungsgeschichte des Baggers darstellt. Somit kommt also a ins Spiel. a ist somit von F unabhängig, was den ersten spieltheoretischen Satz dieses Ansatzes darstellt (Satz vom konstanten a). Aus Sicht des Autors ergibt sich somit die Strategie, den Artikel zum Zeitpunkt r abzuliefern, in der Annahme, dass alle anderen Autoren dies ebenfalls tun. Das ergäbe aber kein Nash-Gleichgewicht, da unter der Annahme, dass kein Autor, oder zu wenige Autoren ihre Artikel zum Zeitpunkt r (F>0) abliefern, eine Erhöhung von F seitens der Redaktion erforderlich machen würde und A-F demnach sinken und somit die Lösung des Spieles für die Autoren positiver wäre. Nun haben wir auch schon ein klassisches Dilemma: Um das Erscheinen des Baggers zu ermöglichen, ist die Redaktion abhängig vom Eintreffen der Artikel, was diese durch die Strategie des Einsatzes von F zu erreichen sucht. Gleichzeitig taucht F aber in der Gleichung des Spielausganges für die Autoren auf; erinnern wir uns: F=1 und andererseits A-F<R. G ist somit von F abhängig und gleichzeitig ist die Redaktion durch die Festsetzung von F also für G verantwortlich, wobei sich hier im Hinblick auf E aus Redaktionssicht bei Erhöhung von F das Problem ergibt, dass Rr (also das Renommee der Redaktion) auf L-F+a basiert, was wiederum bei steigendem F abnimmt, und das ist unter der Voraussetzung des Satzes vom konstanten a ebenfalls nur von F abhängig.
Für den Leser ergibt sich daher L=a-F+E, wobei dies wiederum über die obige Gleichung mittels Rr ausgedrückt werden kann, und sich somit aus inverser Sicht die Summe über die Ri (für i=1, …,n wobei n die Anzahl der Autoren darstellt) mittels L ausdrücken lässt.
All diese Überlegungen lassen sich nun in folgendem Satz zusammenfassen:

Satz über eine spieltheoretische Missgeburt:

Die spieltheoretische Analyse der Notwendigkeit eines spieltheoretischen Artikels für den Bagger führt in ein Dilemma und enthält kein Nash-Gleichgewicht, sondern führt zu einem Bertrand-Wettbewerb (den Parameter F betreffend), welcher einen Null-Gewinn für alle Beteiligten mit sich bringt. Somit ergeben sich folgende Szenarien:

a) Das Aus für den Bagger („F konvergiert gegen Unendlich“)
b) Unterlassung aller weiteren spieltheoretischen Analysen im Bagger

Wir sind der Meinung, dass es im Bagger keinen spieltheoretischen Artikel geben sollte.

Wer sich dennoch einen Anstieg von L durch die Lektüre spieltheoretischen Inhaltes erwartet, der sei auf folgende Links verwiesen:
http://www.spieltheorie.de
http://www.vernunft-schweiz.ch/glossar/190/Gefangenendilemma+.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Spieltheorie
http://de.wikipedia.org/wiki/Nash-Gleichgewicht

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