Das Geheimnis vom Männerurlaub

Man hatte uns ertappt. Ja wirklich, ein Mann hatte uns dabei ertappt, wie wir etwas in unsere Beinkleider steckten – etwas, das dort nicht hingehörte.
Schon vorher waren wir unangenehm aufgefallen. Nicht, weil wir das stachelige Tier im Zelt eingesperrt und den Drahtesel im See versenkt hatten. Nicht, weil wir den Ältesten von uns nackig gemacht und Fotos seines schlaffen, runzligen Glieds geschossen hatten. Und auch nicht, weil der Araber vors Zelt gebrunzt hatte. Sondern weil wir einfach zu laut waren.
Vielleicht war es unser schweinisches Gekichere, das den Ertapper angelockt hatte. Oder wollte der Mann gar selbst die Freude spendende Apparatur benutzen?
Als wir ihn bemerkten – wie lang war er denn schon neben uns gestanden? – war es auf einmal mucksmäuschenstill, abgesehen von dem Geräusch des Gebläses, das dem Schlitz eines wurmförmigen Etwas entfuhr. Ich mag das Wort „peinlich“ eigentlich nicht, aber genau das war es in diesem Moment, dessen Ewigkeit wir nur dadurch beenden konnten, indem wir uns davonstahlen. Wenn ich es nicht schon vergessen hätte, würde ich es wahrscheinlich nie vergessen, das Gesicht des Mannes, mit dem er auf den kitzelnden Schlauch starrte.
Es war übrigens das erste und letzte Mal in diesem Urlaub, dass wir …
ähm … ja …
Aber was genau, und was die elektrische Campingplatz-Schlauchbootpumpe damit zu tun hatte, soll hier lieber unser Geheimnis bleiben.
Nur der Form halber: Beim Weghuschen stolperte keiner von uns über einen hellblauen Spielzeug-Bagger.

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