Das Gesicht am Ende des Korridors

Jeder von uns könnte in diese Situation geraten. Denken Sie sich hinein und antworten Sie ehrlich. Wer auf der anderen Seite ist, sollte klar sein – aber wer sind Sie? Lügen sollten Sie nur, wenn Sie es nicht wissen wollen. Beziehungsweise: Lügen ist zwecklos – der Test liefert auch dann ein getreues Bild von Ihnen. Außer daß vielleicht links rechts ist und rechts links. Oder umgekehrt.

1. Am anderen Ende eines finsteren Korridors sehen Sie eine Gestalt, die Ihnen ähnlich sieht und auf seltsame Weise Ihre Bewegungen nachmacht. Wer ist das?
a) Irgendein Spaßvogel.
b) Ich. Oder so.
c) Mein böser Zwilling.

2. Sie bewegen sich auf die Gestalt zu; die Gestalt nähert sich Ihnen ebenfalls. Woran liegt das?
a) Sie mag mich. Oder vielleicht ist sie nur neugierig.
b) Naja, das ist immer so. Naturgesetz gewissermaßen.
c) Sie führt etwas im Schilde. Eher nichts Gutes.

3. Die Gestalt ist so nahe gekommen, daß Sie ihre Augen deutlich erkennen. Sie zwinkern mit dem rechten Auge. Was tut die Gestalt?
a) Sie zwinkert mit dem linken – von ihr aus gesehen.
b) Sie zwinkert mit dem rechten – von mir aus gesehen.
c) Sie zwinkert boshaft.

4. Sie sagen „Hallo!“ Welche Reaktion bekommen Sie?
a) Spaßvogel sagt auch: „Hallo!“ – genau gleichzeitig, ein bißchen wie ein Echo.
b) Keine; wieso auch?
c) Dieses bedenkliche Wesen imitiert meine Mundbewegungen, sagt aber nichts.

5. Sie wollen Ihrem Gegenüber die rechte Hand reichen. Was passiert?
a) Es streckt die linke Hand aus; wir stoßen mit den Fingerspitzen zusammen. (Es hat kalte Finger.)
b) Warum soll ich das tun? Naja. Meine Hand stößt von beiden Seiten an die Glasfläche.
c) Es streckt auch die rechte Hand aus. Hände schütteln funktioniert aber nicht, weil Glas dazwischen ist. Ist auch besser so.

6. Sie bemerken einen roten Farbtupfer auf der Wange des Gegenübers.
a) He, du! Du hast da was an der Wange kleben!
b) Haben mich diese Verhaltenforscher schon wieder angemalt? Ich rubble mir den Farbfleck runter.
c) BLUT!

7. Sie kehren – ja, ich weiß, es ist unhöflich – der Gestalt ausnahmsweise den Rücken, nehmen einen zufällig herumliegenden Taschenspiegel zur Hand und schauen hinein. Beschreiben Sie, was Sie sehen.
a) Ui! Da ist ja gleich ein ganzer Schwarm. Und so hübsch hintereinander aufgereiht, so daß immer zwei in entgegengesetzte Richtungen schauen.
b) Mein Gesicht, mein Hinterkopf, mein Gesicht, mein Hinterkopf – macht sich äußerst lustig, wenn ich Grimassen schneide.
c) Eine Serie von Hinterköpfen, alternierend mit leeren Taschenspiegeln. Ich finde das nicht lustig. Außerdem kriege ich ein kribbliges Gefühl im Nacken.

8. Sie gehen ein Stück nach links und sehen die Gestalt jetzt nicht mehr.
a) Wenn ich weggehe, geht sie auch weg, weil ihr langweilig ist.
b) Ja, und?
c) Sie hat meinen Argwohn bemerkt und versteckt sich.

9. Sie gehen ein Stück nach rechts; gleichzeitig tritt die Gestalt von links wieder ins Bild.
a) Sie ist wieder da, weil sie mich zurückkommen gehört hat.
b) Ja, und?
c) Sie hat gedacht, ich wäre weg, und sie könnte jetzt wieder tun, was sie will.

10. Wäre es eine gute Idee, die Glasfläche zu zerschlagen?
a) Eher schon. Dann wären wir zu zweit.
b) Nicht so sehr. Grimassen schneiden geht zwar so auch, aber wie soll ich dann sehen, ob mir jemand einen Farbfleck aufgemalt hat?
c) Bloß nicht. Wer immer das da drüben ist – wir sollten auf verschiedenen Seiten bleiben. Andererseits – jemand könnte sich an den Scherben schneiden, und das gäbe BLUT!

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