Das schottische Stück

Als letztes Stück im Shakespeare-Zyklus des Burgtheaters hat unter der Regie von Stephan Kimmig am 19. Dezember Shakespeares Macbeth im Akademietheater Premiere.
Der Regisseur hat an vielen wichtigen und großen Bühnen in Holland, Belgien und dem deutschsprachigen Raum inszeniert, versteht sich folglich gut darauf, Geld auszugeben. Diese Königsdisziplin und beinahe einzige Intention der vollsubventionierten österreichischen Bundestheater hat den Zweck, auch auf den schlechtesten Plätzen opulenzbedingte trockene Rachen und Neid hervorzurufen.
Wäre man im Kino, könnte man sich das altbekannte Stück um drei Hexen, intrigante, machtgeile und mordende Menschen und eine weitere dem Wahnsinn verfallende Frau zumindest in der originalen Sprachfassung anhören, denn das Einzige, was im Burgtheaterkosmos billig ist, sind die wie so oft hausgemachten Übersetzungen.
Wer es nicht lassen kann, soll trotzdem hingehen und sich ein Bild davon machen, wo das Geld steckt, das der freien Theaterszene fehlt.
„Life´s but a walking shadow, a poor player that struts and frets his hour upon the stage, and then is heard no more.“
Die zweisprachige Reclam-Ausgabe von Macbeth kostet €5,80, eine StudentInnenkarte im Burgtheater €7,00 und unbezahlbare sowie unersetzbare Nerven.

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