Der Traumpartner

Mögen wir uns vorübergehend in einen verträumten Zustand begeben, welcher von der Hoffnung genährt wird, dass Amor für jede_n von uns irgendwo da draußen den perfekten Traumpartner als Zielscheibe auserwählt. Nun sollten wir alles daransetzen, unsere Vorhersehung ausfindig zu machen. Bedauerlicherweise dürfte die Sache allerdings den Haken haben, dass uns Amor die Suche nicht abnimmt (sonst würde es wohl keine Scheidungen geben). Dabei stellt sich die Frage, ob die Suche überhaupt Sinn macht. Theoretisch könnte ja irgendwer von nahezu sieben Milliarden Artgenossen für eine Einzelperson bestimmt sein (bzw. etwa dreieinhalb Milliarden Menschen, sofern man die Heteronormativität berücksichtigt). Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die oder der Auserwählte unter den Personen befindet, welchen man im Laufe eines Lebens begegnet (von Flirten kann dabei noch keine Rede sein), dürfte sich selbst für die Kommunikationsfreudigsten unter uns nur denkbar knapp über Null ansiedeln. Die Statistik scheint also nicht unbedingt zu grenzenlosem Optimismus anzuregen. Dieser zum Trotz ist es aber gerade die Scheidungsrate, die uns optimistisch stimmen sollte: Fast die Hälfte aller Ehepaare lassen sich später wieder scheiden – anders betrachtet bleibt allerdings mehr als die Hälfte der Ehen aufrecht, und das ist angesichts der oben ermittelten Unwahrscheinlichkeit doch beachtlich! Womöglich hat also Amor doch einen Sinn für Gerechtigkeit. Und wenn nicht, dann kann er uns zumindest das Träumen nicht verbieten.

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