Der Wetterfrosch hat immer Recht

Angesichts der vorherrschenden Meinung, dass Wettervorhersagen nicht zwingend eintreffen müssen, drehen wir hier einmal den Spieß um und verfassen eine falsche Vorhersage. Nichts einfacher als das? Denkste!

Denn wenn dies hier eine falsche Vorhersage sein soll, und sie wirklich falsch ist, dann bestätigt sie ihr eigenes Vorhaben (falsch zu sein) uns ist somit wahr. Klingt zwar idiotisch, ist aber rein logisch gesehen so. Und wenn wir uns vornehmen, eine falsche Vorhersage zu treffen, und die Logik austricksen wollen, indem wir dann doch eine richtige Vorhersage treffen, so ist diese Vorhersage dann dummerweise ja nicht falsch, sondern eben (wieder) richtig – womit jetzt das Schwert der Logik in unseren Rücken gerammt wurde.

Was bedeutet dies für das zeitgenössische MeteorologInnentum? Narrenfreiheit, denn wir haben somit bewiesen, dass es unmöglich ist, eine falsche Wettervorhersage abzugeben. Man ist ja ungern überheblich – aber der Wetterfrosch hat somit immer recht, unabhängig davon ob sich die Tatsachen die er prophezeit auch bewahrheiten!

Übrigens, morgen gibt es wieder für diese Jahreszeit recht ungewöhnliche Temperaturen (ein kleiner Auszug davon: 13,7603; 3,14159; 17 plus 4; 0 positiv; 6 aus 45; vereinzelt sogar schier unglaubliche -273,20 °C). Wolken flitzen gemächlich quer über den Himmel vorbei, und bis auf verbreiteten Wolkenbrüchen und Hagelstürmen bleibt es weitgehend niederschlagsfrei. Die Sonne wird sich am ganztägig wolkenlosen Himmel leider nur zeitweise zeigen.

Kommentare

neinnein,

es gibt schon falsche wettervorhersagen.

"dies ist eine falsche wettervorhersage, und morgen wird es regnen" wird erst problematisch, wenn es morgen WIRKLICH regnet. sonst ist es einfach falsch.

allerdings geben sätze wie "dies ist eine richtige/falsche wettervorhersage" erst im rückblick einen sinn - man muß erst wissen, wie das wetter wirklich geworden ist, eh man sagen kann "die vorhersage war falsch". die intention des frosches, eine falsche prognose zu äußern, ist für den wahrheitswert offensichtlich irrelevant und nur eine frage der froschethik.

neinneinnein

auch nicht korrekt. das problem ist ja nicht die falsche Wettervorhersage, sondern die selbstreflexivität der Aussage. Solche Antinomien sind nicht auflösbar und treten - wie Alfred Tarski postuliert hat - nur dann auf, wenn man Aussagen in einer (Meta-)Sprache über eine darunter (bzw. darüber) liegende Ebene tätigt. Diese logischen Antinomien können nur vermieden werden, wenn die Sprachstufen getrennt werden.

Ein Beispiel von Douglas Hofstadter zeigt das ganze Problem sehr schön auf:

"Dieser Satz enthält trei Feeler"

--> Der Satz oben enthält 2 Rechtschreibfehler, der dritte Fehler ist demnach, dass der Satz falsch ist (was er aber selbst über sich behauptet, und damit - vermeintlich - richtig ist. Wenn er aber richtig ist, dann ist er wiederum aufgrund seiner Behauptung falsch....und so weiter und so fort....)

Das ganze soll halt auf ironische Weise ein Problem sprachlicher Logik und nicht die Unfehlbarkeit von Wetterberichten aufzeigen.

bei dem satz mit trei

bei dem satz mit trei feelern ist's aber eindeutig nur ein definitionsproblem. wenn fehler rechtschreibfehler sind, dann ist er einfach falsch, weil's nur 2 sind, aus. seit wann bezeichnet man es als fehler eines satzes, wenn mit ihm eine falsche aussage gemacht wird? (in der arithmetik wäre es so: 2+3=17 ist falsch, daher ist ein rechenfehler drin. aber rechtzschreibung und gramatik sind ja fluktuierend und willkyrlich veränderbahr.)

ich meine einfach, daß sprache ein system ist, mit dem sich vieldeutige aussagen machen lassen, für die "falsch" oder "richtig" einfach keine geeigneten kategorien sind, und daß manche logiker halt damit nicht leben wollen ;-)

naja

er hat ja nicht von "rechtschreibfehlern", sondern allgemein von fehlern gesprochen. und dass rechtschreibfehler auch zu der menge der fehler gehören, streitet wohl niemand ab....es sei denn man sieht rechtschreibfehler nicht als fehler an, aber das ist dann wirklich ein definitionsproblem.
Man muss ja das system der sprache nicht unbedingt so strikt auffassen (wie eine gewisse fiktive frau aspasia auch meint ;-)...aber "anything goes" muss auch nicht unbedingt sein.

Jedenfalls kann strikte Logik in solchen Fällen ja auch lustig sein.

Hm...aber ob der Wahrheitsgehalt des Satzes (im Falle eines falschen Satzes) in die Kategorie "Fehler" eingestuft werden kann, da lässt sich wohl mit Recht diskutieren drüber....

und

was aussagen über die zukunft betrifft, gerät die herkömmliche formale logik generell ins trudeln. hier muss man sich alternativen konzeptionen wie der modallogik bedienen.

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