Der Zufall wohnt in Monte Carlo

monte carloWarum es den Zufall gar nicht gibt und Monte Carlo vielleicht ein ebenso verlogenes Konstrukt ist wie die gleichnamige Simulation, die uns die Finanzkrise beschert hat.

Waren Sie schon einmal in Monte Carlo? Ich auch nicht. Ehrlich gesagt, kenne ich auch niemanden, der schon dort war, und diejenigen, die es behaupten, sind meistens ohnehin eingebildete und oberflächliche Schnösel, die ihre Großmutter verkaufen würden, nur um eine tolle „Story“ an den Mann zu bringen oder sich ein wenig Ruhm von irgendwo abzuschneiden. Nach diesem einleitenden Geplänkel muss ich Sie aber warnen: Dieser Artikel wird Ihnen Zusammenhänge enthüllen, die Ihr Weltbild in seinen Grundfesten erschüttern werden.

Vor Kurzem kam mir, wie zufällig, der Gedanke: Den Zufall gibt es gar nicht. Er ist höchstwahrscheinlich ein Konstrukt, das, wie sollte es anders sein, dazu dient, die Welt zu beherrschen, und wie immer ist es eine kleine elitäre Gruppe, die die Fäden in der Hand hält und uns alle Tag für Tag für blöd verkauft. Wie das geschieht und warum das Ganze eng mit der Finanzmathematik verwoben ist, dazu später, zunächst wollen wir den Begriff einmal kritisch betrachten, um seine Unsinnigkeit zu entlarven.

Zufallsbekanntschaften

Sind Sie schon einmal jemandem zufällig begegnet oder haben Sie eine Zufallsbekanntschaft gemacht und diese dann am Ende sogar geheiratet? Wie romantisch! Doch wie definieren Sie eigentlich eine Zufallsbekanntschaft? Ein ehemaliger Klassenkollege ist natürlich keine Zufallsbekanntschaft, man hat sich ja in einem klar definierten Kontext kennengelernt. Geschwister natürlich auch nicht und Arbeitskollegen? Warum aber nicht? Bei der Fortpflanzung ist der Zufall doch das entscheidende Prinzip und dass Ihre Schwester gerade diejenige ist, die sie ist, kann auf eine unglaubliche Folge von Zufällen zurückgeführt werden. Fragen Sie einen Genetiker. War die Zusammensetzung Ihrer Volksschulklasse bereits seit Menschengedenken festgelegt oder war da nicht ebenfalls eine Kette von Zufällen im Spiel und wie sind Sie zu Ihrem Arbeitsplatz gekommen? Alles hätte ganz anders kommen können und Sie könnten sich jetzt ganz woanders befinden. Ihre ganze jetzige Situation ist auf eine Kette von Zufällen zurückzuführen und selbst Ihre Geburt ist in Wahrheit ein beinahe unmögliches Ereignis, das Sie allein dem Zufall verdanken. Was aber zeichnet die oben genannten Zufallsbekanntschaften aus? Bei genauer Betrachtung also nichts. Und doch scheinen uns manche Dinge zufälliger als andere. „Manipulation“, schreit der gelernte Verschwörungstheoretiker und er hat Recht. Um das zu beweisen, betrachten wir die historische Entwicklung des Begriffes.

Fatum

Wie alt ist der Zufall? So alt wie das Universum selbst, behaupten die Quantenphysiker und dererlei Gestalten. Doch wer waren und sind denn die Vorreiter der Wissenschaft und jene klugen Köpfe, die uns die Welt in ganz neuem Licht präsentieren, die unsere alltägliche Wahrnehmung für falsch erklären und eine ganz neue Sicht der Dinge unter das Volk bringen wollen? Woher kommt das Geld, mit dem sie ihre Forschungsprojekte finanzieren, und wer zieht die Fäden, wenn es darum geht, wer wo wann was veröffentlichen darf und wie renommiert das Magazin ist, in dem die angeblich bahnbrechenden Erkenntnisse stehen? Wer den Universitätsbetrieb nur ein wenig kennt, der wird kaum anders können, als zuzustimmen, wenn der Begriff „verschworene Elite“ hier fallen muss. Doch zurück zum Zufall. Es ist nicht lange her, da gab es den gar nicht. Alles war Fatum, vorbestimmt, in einem großen Buch seit Anbeginn der Welt niedergeschrieben von Gott oder einem sonstigen Übervater, dem Schicksal, der Vorsehung oder wie auch immer man es nennen will, man musste damit leben. Diejenigen, die dies bezweifelten, ereilte ihr Schicksal meist früher, als sie genügend Zufallsbekanntschaften machen konnten, die sich für sie eingesetzt hätten. So nahm die Welt ihren Lauf. „Alles Lüge“, schreien die heutigen Skeptiker und Skeptiker zu sein ist in! Das alles diente nur dazu, die einfachen Leute ruhig zu halten und einige wenige an der Macht. Der Zufall hat uns befreit, der freie Wille macht es möglich. Heute wissen wir, dass jeder seines Glückes Schmied ist, und kaufen freudig all die neuen, schönen Produkte, die unser Leben erst lebenswert machen.

monte carloMonte Carlo

Der Zufall regiert also die Welt und mit ihm selbstverständlich das Geld. Nicht nur im Casino (wo steht das berühmteste? Zufall?), natürlich auch an den Börsen. Doch wir können ihn beherrschen, das war lange Zeit die verbreitete Meinung und das Instrument dazu wurde von Stanislaw Ulam und John von Neumann im Jahre 1946 entwickelt: die Monte Carlo Simulation. Im besagten Jahr befanden sich Ulam und von Neumann in Los Alamos und arbeiteten am Manhattan Projekt. Neumann war ein ungarischer Adeliger jüdischer Abstammung (brauchen Sie noch mehr?). Die beiden entwickelten ein Verfahren, mit dem man unbekannte Ereignisse anhand von zufällig generierten Zahlenfolgen beschreiben kann. Zunächst für physikalische Anwendungen entwickelt (natürlich die Atombombe), fand das Verfahren bald großen Anklang in der Finanzwelt und ist heute eine Standardmethode, wenn es darum geht, das Risiko von Investitionen zu berechnen. Ein herrlich folgerichtiges Verfahren. Man gibt gewisse Erwartungswerte und Varianzen an, dazu die (meist historisch berechneten) Korrelationen und der Computer berechnet eine riesige Anzahl von Zufallszahlen, die Prognosen über die Zukunft zulassen. Das ist objektiv, da nach dem Gesetz der großen Zahlen zufällige Experimente bei wiederholter Durchführung immer einem eindeutigen Wert zustreben. Damit lassen sich nun Prognosen über alle möglichen Instrumente machen, auch nicht standardisierte und exotische Finanzinstrumente können nun beherrscht werden. Strukturierte Produkte. Klingelt es da nicht? Genau, die Ursache der Finanzkrise, die Millionen kleiner Anleger um ihre Ersparnisse gebracht hat. Wo ist das Geld hin? Natürlich liegt es nun sicher in den Taschen einiger weniger, die sich über die Dummheit der Leute kranklachen, höchstwahrscheinlich in Monaco. Zufall?

Zufallsgeneratoren

„Gott würfelt nicht“, sagte Einstein. Doch Würfeln wäre noch ein Segen. Für eine Monte Carlo Simulation braucht man so viele Zufallszahlen, dass dem mit Würfeln nicht beizukommen ist. Kein Problem, wir haben Zufallsgeneratoren. Doch die sind selbstverständlich ein Schwindel! Wie soll denn eine so exakt arbeitende und logisch konstruierte Maschine wie ein Computer zufällige Ereignisse generieren können. In Fachkreisen werden Zufallsgeneratoren und Zufallszahlen auch richtigerweise Pseudo-Zufallsgeneratoren und -Zahlen genannt, denn ein Zufallsgenerator ist ein exakter mathematischer Algorithmus, der immer dieselben Zahlen produziert, sofern von derselben Basis ausgegangen wird. Chaostheorie hin und her. Das Chaos und der Computer mögen viel gemein haben, doch das liegt an den Unzulänglichkeiten der Programmierer von Anwendungen und dem „User“ selbst. Der Zufallsgenerator ist absolut deterministisch. Wie viele Anbieter von Computerbetriebssystemen kennen Sie und wie viele Programmiersprachen gelten als Standard für finanzmathematische Berechnungen? Nun, die Anzahl hat sicher nichts mit der Menge an Simulationen zu tun, die für eine brauchbare Monte Carlo Simulation notwendig sind … Zufall?

Zufälliges Schicksal

Geld regiert die Welt, doch glücklicherweise wird es nach dem Zufallsprinzip verteilt. Haben Sie jedoch leider nicht so viel Geld wie manch andere? Da ist sicher nur der Zufall schuld. Damit lässt sich natürlich leben. Es hätten auch Sie sein können, doch zufällig sind es immer andere. Doch den Zufall kann man eben nicht beherrschen, daher fügt man sich gerne in sein Schicksal, vielleicht sind einmal Sie der Erwählte. Lassen Sie sich nicht verschaukeln. Den Zufall gibt es gar nicht, zumindest nicht in der Form, wie er uns präsentiert wird. Die Unsinnigkeit des Alltagsbegriffes steht in gar keiner Relation dazu, wie er benutzt wird, um ahnungslosen Leuten ihr Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Zufallskult ist genialer und gleichzeitig teuflischer als jeder bisherige religiöse Wahn. Jeder hat dieselben Chancen und der Zufall entscheidet. Glauben Sie das wirklich? Keine andere Erfindung einer hinterhältigen Elite war bisher so erfolgreich und kam gleichzeitig so harmlos daher wie das Prinzip Zufall. Diejenigen, die den Zufall beherrschen und lenken (und es sich in Monte Carlo gemütlich machen), können die Welt aus den Angeln heben und alle nehmen es demütig hin, als wäre es ihr Schicksal. Selbst so harmlos wirkende Zeitschriften wie der Bagger sind bereits infiltriert, wie Sie unschwer feststellen können, wenn Sie sich durch den restlichen Inhalt buddeln, und die Redaktion lebt in Saus und Braus auf Ihre Kosten. Lassen Sie sich nicht auf die Schaufel nehmen und geben Sie sich nicht mit dem zufrieden, was Ihnen anscheinend gerade zufällt.

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