Fett, reich und träge in die Sklaverei

Hier ein BUWOG-Skandal, da ein HYPO-Fiasko, daneben eine träge, überforderte Justiz, die sich nicht aus der Umarmung der Politik lösen kann, eine Regierung, die, um die nächsten Wahlen nicht zu verlieren, per Verfassungsbruch das Budget verschiebt, ein Kanzler, der seine eigene, wenigstens annähernd reformwillige Bildungsministerin hintergeht und ihre Pläne während ihres Urlaubs torpediert, eine Asylpolitik, die dieser Bezeichnung spottet, eine Volkspartei, die dagegen ist, ihre Finanzierung dem Volk gegenüber offen zu legen, …

Müssten nicht längst jeden Tag Massen auf den Straßen marschieren, Streiks und zivile Ungehorsamkeit die Tage bestimmen und politische MitbewerberInnen und neue Bewegungen den unfähigen, korruptionsdurchzogenen Haufen spätestens bei den kommenden Wahlen hinwegfegen?
Nein, denn dazu geht’s uns zu gut. Österreich ist so reich, dass es kein Problem darstellt, wenn eine Elite, die an der Grenze der Kriminalität an allen Ecken und Enden mindestens anstreift, den Rahm abschöpft. Kriminelle Vereinigungen, das sind hierzulande Tierschutzvereine, die mit drastischen Mitteln auf drastische Situationen aufmerksam zu machen versuchen, oder StudentInnen, die in einer Bildungsbewegung aktiv sind und angeblich vor einem AMS-Gebäude zwei Mistkübel angezündet haben – als Kritik an der hiesigen Arbeitsmarktpolitik. Für solche Menschen schafft man „Mafiaparagrafen“ und sperrt sie Wochen und Monate ein, ohne dass ihre Schuld bewiesen ist. Für Personen mit guten Kontakten in Wirtschaft und Politik, die in zig Verfahren verwickelt sind und die (sehr) möglicherweise Millionen von Staatsgeldern verschleudert, in die eigene Tasche gewirtschaftet oder damit ihre Klientel versorgt haben, gilt hingegen die Unschuldsvermutung.

Schön, solange wir uns das leisten können und unser materieller Lebensstandard keinen sichtbar großen Schaden nimmt.
Solange wir hierzulande nicht 20 Prozent Arbeitslosigkeit, existenzbedrohende Zustände und Hungersnöte haben, wird nie eine kritische Masse auch nur den kleinen Finger rühren. Wenn es aber irgendwann doch soweit ist, dann wird jeder Finger, der sich rührt, gefilmt, identifiziert und eingesperrt werden. Gemäß den Gesetzen und mithilfe der Maßnahmen, die „zum Schutz unserer Gesellschaft“ geschaffen wurden.

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