Geheime Orte in Wien

Jüdische Friedhof

Wo man in Wien noch versteckte Orte und Kuriositäten antreffen kann, um sich vor der Welt zu verbergen.

Wien im Sommer und alles voller Touristen. Diese lassen sich praktisch überall antreffen, wo’s schön ist, oder historisch, oder beides. Dennoch gibt es einige Plätzchen in Wien, die man vereinsamt antreffen kann und die sich selbst vor gebürtigen Wienern leicht verstecken lassen. Hier meine vier Lieblingsorte, um die Ruhe zu genießen, zu staunen und sich verzaubern zu lassen …

Zeinlhofergasse, „Die schönste Wohnstraße Wiens“

Mit diesem Werbespruch übertreiben die Maklerplakate wohl kaum: Hier fühlt sich Wien an wie Greenwich Village, mit seinen Vorgärtchen und kunstvoll verzierten Balkons gehört die Zeinlhofergasse im 5. Wiener Gemeindebezirk sicherlich zu den schönsten Fleckchen, die Wien zu bieten hat, auch wenn die Gasse im Moment leider mit Gerüsten und (zugegeben schmeichlerischen) Plakaten einer Immobilienagentur verschandelt wird. Der Bagger empfiehlt: einmal im Monat so tun, als ob man dort wohnen würde: mit dem Fahrrad durch die Gasse fahren, Leute grüßen und erschöpft mit seinen Einkäufen (die ausgezeichnete Patisserie „Fruth“ ist gleich um die Ecke!) auf der Bank im kleinen, verschnörkelten Vorgarten sitzen und der oben abgebildeten Statue selig zulächeln.

© tinaJüdischer Friedhof in der Seegasse, 1090

Nur für Eingeweihte! Den auf das 14. Jahrhundert zurückgehenden jüdischen Friedhof erreicht man nur auf eine etwas makaber anmutende Weise: Durch ein Altersheim gelangt man zu dem schönen, aber schon ziemlich verfallenen Friedhof mit seinen mysteriösen Grabsteinen, auf die man von der Terrasse des Altersheim-Restaurants eine herrliche Aussicht hat. Trotz des zynischen Ambientes ein verzauberter Ort.
Der Bagger empfiehlt: sich nicht von den neugierig aus den Fenstern starrenden BewohnerInnen irritieren lassen.

Kuriositätenkabinett „Mikes Werkstatt“ in der Rasumofskygasse, 1030

Mein neues Lieblingsgeschäft! Obwohl das Erwerben von materiellen Dingen hier nicht ganz so wichtig genommen wird, denn das Kuriositätengeschäft mit Werkstatt bietet auch Puppentheater, Lesungen, Konzerte und eine herrliche Plauderatmosphäre!
Der Bagger empfiehlt: einfach mal vorbeikommen und sich – unterstützt von einem Häferl Kaffee – die Kiste mit den alten Filmprogrammen vornehmen und auf Schätze durchstöbern.

© tinaBlutgasse

Die Blutgasse im ersten Bezirk verströmt heute noch mittelalterlichen Charme: Es gibt die Legende, dass der Name von dem dort vergossenen Blut einiger Ritter, das dann die gesamte Gasse rot gefärbt haben soll, kommt. Sicherer hingegen ist, dass die Gasse früher den blumigen Namen Kothgässl trug, und wer wissen will, wie das früher so funktionierte und warum man eine Straße danach benennen kann, der befrage Google.
Der Bagger empfiehlt: dies nicht zu tun und einfach unvorbelastet die Schönheit dieser historischen Gasse zu genießen.

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