Geheimtipp

bobo

An dieser Stelle möchte ich einen Geheimtipp loswerden, der schon bald keiner mehr sein dürfte: das kanadische Multitalent Xavier Dolan (Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Cannes-Preisträger – mit 22!). Und sein, nach dem großartigen „J’ai tué ma mère“, zweiter Film „Les amours imaginaires“ (englischer Titel: „Love, imagined“, Festivaltitel: „Heartbeats“), wird bald in ausgewählten Wiener Kinos zu sehen sein.

«C’est pas parce que c’est Vintage que c’est beau!» … wie Francis angesichts des 50ies Hausfrauenlooks seiner Begleiterin attestiert. Das Zielpublikum von „Les amours imaginaires“ ist klar, wenn man die ProtagonistInnen betrachtet: stylische Trendfollower der vergnügungs- und flohmarktsüchtigen Indie-Szene mit ihrem Vintage-Wahn und Bobo-Tolle. Der Mann (Francis, gespielt vom Wunderkind selbst), gekleidet in enge Shirts mit Ausschnitt und mit obligatorischer großer schwarzgerahmter Brille. Die Frau (Marie) von Kopf bis Fuß in 50ies-Vintage gewandet. Diese beiden Szenekids – er schwul, sie seine beste Freundin – verlieben sich in den selben Mann. Nicolas, ein blonder Lockenkopf mit sprühendem Charme, nutzt das aus und es beginnt eine aufreibende amour fou à trois, jedoch nicht ganz so, wie sich das die Leserschaft jetzt vielleicht vorstellt … Na, neugierig? Gut so. Anschauen!

Exkurs: Die Bobo-Tolle

Ein häufiges Phänomen in unseren Wiener Straßen, besonders oft kann sie im 7. Bezirk gesichtet werden. Der Bobo, mit seinen treuen Begleitern Ray Ban und Leinensackerl, hat endlich zu seiner Frisur gefunden. Dem Gabba seinen Vokuhila, dem Bobo seine gewollt-ungewollte Tolle. Nicht, dass ihr mich falsch versteht, werte Leser mit oder ohne ähnlich geartetem Haarschopf, mir gefällt die Frisur wirklich gut. Siehe Xavier Dolan.

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
By submitting this form, you accept the Mollom privacy policy.