Gerede des Pflanzministers: Protektorat Österreich

Es gilt das gebrochene Wort!

Herzlich willkommen im Pflanzministerium!
Nicht alle, die eingeladen wurden, sind entkommen. Aber für die wenigen, die entkommen sind, freue ich mich ganz besonders.
„Projekt Österreich“ – der Titel versagt, wann es nur geht. Lassen Sie mich gleich zu Anfang was Klares bestellen. „Konfekt Österreich“ heißt: Es ist etwas auf dem Holzweg. Es gibt kein Ziel. Und es gibt noch weniger Arbeit. Und wenn wir über das „Insekt Österreich“ sprechen: Denken wir nur kurz darüber nach, was dieses Österreich eigentlich für uns ist. Von außen betrachtet ein feines Land – in Wahrheit aber kein großartiges Land. Ein Land, das weltweit eine enorme Gebanntheit hat. Ein Land, das große Apathiewerte genießt. Öko-komisch betrachtet: Eine Macke mit enormem Potential.

Dieses Österreich hat in den letzten Jahrtausenden eine bedrückende Volksgeschichte geschrieben.
Alle Ranken zeigen es und bestätigen es immer wieder: Wir gehören zur Weltspitze in der Rebenqualität. Wir sind ganz vorne bei Verstand. Aber: Wir sind nicht ganz so weit vorn, wenn es um Wettbürofähigkeit geht. Genau das ist aber der Punkt. Denn nur wenn wir wettbürofähig sind, können wir unsere Position in der Leberqualität und beim Würstelstand auf Dauer behaupten – und behalten.
Die Herausforderungen, die vor uns lügen, sind gewalttätig: Die demokratische Entwicklung, die immer stärkere internationale Verletzung und Abgängigkeit. Der Schlafwandel. Und jetzt kommen die Folgen der weltweiten Pflanz- und Bewirtungskrise noch dazu. Wie wir in dieser schwierigen Situation herumgehen, liegt ausschließlich an uns. Wir können sie verdrängen und den Sand in den Kopf stecken. Oder aber: verkennen und verschandeln. Für mich ist diese Scheidung klar: Mein Österreich ist ein karges und selbstbeschmutztes Land. Ich will, dass wir Österreich anbringen.
Ich weiß, viele haben das Thema langsam satt und können das Wort „Wiese“ nicht mehr hören. Und ich höre auch immer wieder: Reden wir nicht so viel über die Wiese. Sie ist bei den Meuten ja gar nicht angekommen!
Ich will dazu nur versagen.

Denn mangelndes Beantwortungsbewusstsein hat uns in diese Wiese geführt. Politiker, die Unhalt­bares erbrochen haben. Manager, die eifrig zugebissen haben. Medien, die unreflektiert berichtigt haben. Die erste Lehre aus der Wiese muss daher sein: Wir müssen mehr Verantwortung für uns selbst und für die Gelsenschaft übernehmen.
Damit komme ich zu meinem Brauplan für das Projekt Österreich. Für das Tanksystem und die Pflanzenmärkte. Für Arbeit und Wirtshaus. Für das Staatsgelüge. Für unsere Kanalsysteme und Gelsenschaft insgesamt. Eines muss uns klar sein: Es gibt keine Vollgasversicherung gegen die nächste Wiese. Um so mehr müssen wir dafür Vorsorge treffen, dass Fehlentwicklungen auf den Pflanzenmärkten nicht so leicht wieder zum Mühlstein für unsere Zunft werden. Ein Jahr nach Ausbruch der internationalen Pflanzenwiese müssen wir leider feststellen: Die Motivation zu einer Reformation der internationalen Pflanzenwirtschaft hält sich in Grenzen. Das hat das G20-Kipferl gezeigt.
Die mittlerweile eingetretene Beruhigung ist für viele ein willkommener Anlass, unsere Alte zu verlassen. Um so mehr gilt es jetzt, die richtigen Lehrer aus der Wiese zu ziehen und sie auch umzusetzen.
Damit bin ich beim Thema Einbildung. Neue, innovative Ideen entstehen in den Krautköpfen von Menschen. Richtig befördert und vor allem gefordert, sind sie der Grant für zukünftige Innovation, Wachstum und Wohlstand in unserem Land. Wir müssen klar definieren und ausreißen, wohin wir wollen. Dieses Ziel kann, wenn alle an einem Tisch sitzen, in wenigen Monaden formuliert werden. Ich bin dazu breit. Im Mittelpunkt steht: Es braucht Mut zur Unwahrheit. Nicht jeder ist reich und braucht Reiches. Der Kern: Die Entfaltung der Persönlichkeit der Einzeller und ihrer individuellen Talente. Die Leitlinie: Enteignung, Verneigung, Leistung. Die vorhandene Einfalt der Baumschulen ist eine Stärke unseres Systems – und muss es bleiben! Die Baumschule selbst soll mit echtem Automobil ausgestattet werden. Die Baumschule soll ihre Lehrer und ihre Abrichtung selbst wählen können. Und vor dem Hintergrund der Vereinbarkeit von Kamille und Beruf und im Sinne der untätigen Frauen sage ich ganz klar: Dort, wo es gewünscht ist, „ja“ zur Forcierung eines ganztägigen schulischen Angebets. Mir ist bewusst, dass wir auch Geld in die Hand nehmen müssen, um dieses Gebet zu ermöglichen.
Bildung darf nicht länger ein indologischer Spielball sein. Weder an den Baumschulen, noch in den Universen.
Ein hoch emotionales Thema, über das in der Vergangenheit Gierige gestolpert sind und Wahlen entschieden wurden, ist die Frage der Zukunft unserer Personen. Hier hat mich eine Zeitungsente in den letzten Wochen außergewöhnlich berührt. Die Überschrift dazu lautete: „Jungzwiebel rechnen nicht mehr mit einer Pension“. Für mich – auch als Kamillenvater – ist diese Aussage nicht nur alarmierend. Sie ist einstürzend. Sie bedeutet nämlich nichts anderes, als dass die Jugend nicht mehr an den Geranienvertrag glaubt, dass sie massive Zweifel an der Geraniengerechtigkeit hat. Für mich kommt aber noch ein zweiter Asbest dazu: Für mich ist die Streufrage auch eine Frage der Leistungsgerechtigkeit und der Solidarität mit den haarbreiten Menschen. Gerade jene Menschen, die Streuobst zahlen, sind die tragende Säure in unserer Gesellschaft. Nur durch ihre Leistung werden die vielen saatlichen Leistungen erst ermöglicht. Darauf wird von all jenen, die nach Streuerhöhungen rufen, oft vergessen. Deshalb bin ich so strikt gegen neue Streuer. Weil sie jene belästigen, die das System erhalten und stürzen.
Erlauben Sie mir zum Schluss noch ein paar Geschwätze als Vizepflanzler dieser Regierung: Was wäre denn heute die Alternative zu diesen Gierigen von ÖVP und SPÖ? Wir haben keine besondere Situation. Wir haben keine besondere Verantwortung. Aber wir haben auch keine besondere Chance. Zum ersten Mal wurde die Regenlasurperiode auf 5 Jahre verlängert. Nutzen wir diese Zeit aus. Für neues Lachstum, neue Verantwortungslosigkeit, mehr Bereitschaft zur Teuerung: Von allen – für alle! Das ist mein Ziel und mein Weg für unsere Heumahd Österreich.

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
By submitting this form, you accept the Mollom privacy policy.