Hochbau: Wellness

Kritische VerbraucherInnen vermuten dieser Tage hinter Produkten und Dienstleistungen mit Wellnesspräfix eine ausgekochte Wellnessindustrie, abstruse Kreationen der aller perfidesten Marketingheinis, die alles zwischen Aalsuppe und Zwerchfellstraffgerät verwellnessen, um auch die alternativsten, konsumprofilglitschigsten Bobos zu angeln. In Wirklichkeit ist Wellness aber ohnehin völlig subjektiv und ein in der U-Bahn verzehrtes Bio-Vollkornweckerl mit Wellnessschinken weniger Wellness als eine in aller Gemütlichkeit genossene Pferdeleberkäsesemmel. Daher kann die industrielle nur Erfüllungsgehilfe für die persönliche Wellness sein. Wellness sind der Zirbenschnaps am Gipfelkreuz, die Masturbation zum Schlafengehen, bei Sonnenuntergang am Steg eines (e.g. Kärntner) Sees zu sitzen, ein tröstendes Gespräch unter FreundInnen, im Bett bleiben an jenen dafür vorgesehenen Daten usw. Versuchen Sie in Zukunft daher immer dann dieses zugegebenermaßen etwas ausgelutschte Präfix zu verwenden, wenn Sie sich oder Ihrem Körper etwas Gutes tun. Dann beginnt der Tag mit einem ausgedehnten Wellnessstuhlgang und endet für manche von Ihnen wohl mit dem Wellnessvibrator Ihres Vertrauens. Es funktioniert.

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