Ironie des Schicksals

Wie wäre es, wenn alles, wirklich alles vorherbestimmt wäre? Herrlich. Die entbehrliche Zeit für langwierige pro-und-contra-Abwägungen bezüglich Eissorten oder Stimmzettel könnte sinnvoller investiert werden. Es wäre auch deshalb eine unschätzbare Erleichterung, weil wir den für freie Individuen größten Ballast abwerfen könnten: Verantwortung. Wenn wir nicht selbst Herr oder Frau unseres Handelns sind und das Zepter abgeben, so liegt auch jegliche Schuld für etwai­ge kleine oder größere Vergehen nicht mehr in unserem Bereich. Wer die Verantwortung abgibt, kann eben nicht zur Rechenschaft gezogen werden: wie etwa der ORF bei Bild- und Tonausfällen, wenn es wieder heißt „der Fehler liegt nicht in unserem Bereich“. Recht hat er! Dabei kommt es gar nicht auf die bestimmende Institution an. Egal, ob das Schicksal, Gott oder gar der Zufall den Ton (oder das Bild) angibt: Wir können nix mehr dafür. Dumm nur, dass wir uns in diesem Fall aber damit abfinden müssten, dass wir (wie immer) Erdbeereis und die Partei des kleinen Mannes wählen würden. Wir könnten ja nicht anders. Und damit sollen wir uns zufriedengeben? Nein, zumindest ein bisschen Freiheit wäre nicht schlecht. Denn wenn einem oder einer nichts anderes übrigbleibt, könnte man ja im Falle des Falles immerhin noch behaupten: „Ich habe es nicht gewollt …“

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