„Jenseits von Theben“ – Archäologie lebt ...

Spielefreaks aufgepasst! Wer von klassischen Würfelspielen sowie drögen, auf reine Geldmaximierung ausgerichteten Spielen genug hat und sich zudem ärgert, dass man immer warten muss, bis eine ganze Runde zu Ende ist, bevor man selbst wieder an der Reihe ist, der wird „Jenseits von Theben“ lieben. Warum? Weil hier alles etwas anders funktioniert als bei herkömmlichen Brettspielen. Man ist Archäologe, möchte in den diversen Grabungszentren des Orients aktiv werden und braucht hierzu Wissen über die entsprechenden Gegenden. Dieses Wissen erhält man nicht durch ein Frage-Antwort-Spiel, sondern durch Literaturrecherchen in europäischen Hauptstädten. Hier kommt die Zeitdynamik ins Spiel: viel Wissen (symbolisiert durch drei Bücher) will redlich angeeignet werden, daher wandert die Figur oft gleich mehrere Wochen auf dem Zeitstrahl weiter. Begnügt man sich mit Wenigem (gilt auch beim Graben), dann wandert man nur ein, zwei Wochen und hat mehr Optionen, als der Wissbegierige – denn, und nun kommt der Clou: immer der jeweils Letzte auf dem Zeitstrahl ist an der Reihe. Während Andere wochenlang in Bibliotheken versumpfen bzw. graben, kann der Anhänger des Wahlspruchs „Kleinvieh macht auch Mist“ mehrere andere kleinere Aktionen (u.a. Ortswechsel) vornehmen. Ist man jedoch mal im Nahen Osten, dann sollte man auch einige Wochen Grabzeit einplanen, denn nur derjenige, der oft (Wissen und Verweildauer legen dies fest) aus dem Sack der Schätze ziehen darf, hat die Chance, neben Schutt auch Siegpunkt bringende Plättchen zu ziehen, die dann zudem für punktereiche Ausstellungen Voraussetzung sind. Nach drei Jahren zeigt sich dann, wer Schliemanns Erbe ist – ein wunderbares facettenreiches Spiel für Strategen und Ästheten.

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