Kein Wetter

Viele Leser werden sich schon gewundert haben, warum das Bagger-Wetterteam seine Wettervorhersage so selten ändert – bei der Konkurrenz wechselt sie bekanntlich mindestens täglich, manchmal gar mehrmals am Tag.
Das hat einen simplen Grund: Oft ist einfach kein Wetter. Und wenn kein Wetter da ist, sehen wir nicht ein, warum wir das kommentieren sollen (zumal Herr Wetterfrosch pro ja auch der Ansicht ist, über Nichtvorhandenes könne man keine sinnvollen Aussagen machen).

Kein Wetter kann in dreierlei Formen auftreten. Erstens: Überhaupt kein Wetter. Sie kennen das: man geht morgens aus dem Haus, und in der Atmosphäre tut sich einfach nichts. Kein Regen, keine Wolken, kein Nebel, kein Dunst, keine Sonne. Kein Schnee, kein Hagel, keine Graupeln; keine Fernsicht, weder gute noch schlechte; kein Wind, keine Luftfeuchtigkeit, keine Isobaren. Schlechthin nichts. Zugegebenermaßen ist das selten, aber man hört von Orten, wo das ganze Jahr kein Wetter ist. Manche Gegenden, heißt es, haben nicht einmal ein Klima.

Zweitens: Keine Wetteränderung, deren Ausmaß die Abfassung eines neuen Wetterberichts rechtfertigen würde. Das (bzw. eigentlich nichts) geschieht sehr häufig. Bekanntlich kann jeder – und wir empfehlen es unseren Lesern aufs wärmste – seinen eigenen meteorologischen Vorhersagedienst aufmachen, ohne Wetterkarten, Satelliten, Regenmesser (waffenscheinpflichtig!) oder sonstwelche Apparaturen. Wie? Man beschreibt einfach das Wetter des jeweiligen Tages und deklariert das als Vorhersage für den nächsten. Natürlich mit minutiösen Einzelheiten, und nicht einfach “Morgen wird es so wie heute” (sonst bemerkt nämlich jeder den Trick). In über 60% der Fälle wird man mit dieser Wettervorhersage recht haben – weil nämlich das Wetter viel öfter ein paar Tage lang gleich bleibt als sich von heute auf morgen grundlegend ändert.
Aber wie gesagt, wir im Bagger-Wetterfroschterrarium verzichten auf dergleichen. Wir sind ja keine Wahrsager.

Drittens, ebenfalls sehr häufig: Kein Wetter, von dem man reden möchte. So wie heute. Ich meine, Schnürlregen und 10°C nach der tollen Frühlingssonne von gestern, und die Uhren hat uns auch jemand verdreht – das ist doch kein Wetter!

Und das Schlimmste ist: Morgen wird es genauso.

Kommentare

Vorsicht

die grünen Raben fliegen heute tief, da könnte nichtexistierender Regen herunterprasseln.

Und ein bisschen schummeln tun Sie schon, Herr Kollege. Aus der zeitlichen Unveränderlichkeit folgt ja noch lange nicht die Nichtexistenz. Wobei - wär schon nicht so übel, wenn man alles unangenehme einfach nur links liegen lassen könnte, um es verschwinden zu lassen (dann müsste man gegen nichts mehr etwas tun, sondern gegen alles einfach nichts tun.). andererseits müsste man alles wohlgesonnene dauernd irgendwie verändern, wird wohl zu mühsam.

genosse, sie müssen

genauer lesen. nämlich punkt 1: "überhaupt kein wetter."

genauer überlegen

herr genosse. ich rede von punkt 2.

no, hab ich gesagt, daß in

no, hab ich gesagt, daß in punkt 2 das wetter nicht existiert? das habe ich NICHT gesagt. eine aussage von mir mit diesem inhalt existiert nicht.

ist

diese nichtexistente Aussage vielleicht zufällig grün?

nein.

grüne aussagen gibt es überhaupt nicht.

rückbezug

was "Wetter, von dem man nicht reden möchte" betrifft:
http://www.derbagger.org/wetter/nichtssagend

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