Lasagne al Forno

Lasagne steht etwas in dem Verruf, „immer etwas her zu machen“ und trotzdem relativ sicher zu gelingen. Deswegen hier eine Anleitung, die ein noch tolleres Produkt bei enormem Aufwand verspricht.

Fangen wir mit dem Teig für die Platten an:
Ungefähr 300 Gramm griffiges Weizenmehl, wenn so etwas zur Hand ist, kann das Mehl teilweise auch durch Hartweizengries ersetzt werden, auf die Arbeitsfläche geben und eine Mulde formen. Einen Teelöffel Salz und zwei oder drei Esslöffel Öl hineingeben und mit einem Achtelliter Wasser gründlich und manuell zu einem festen Teig verarbeiten. Vor der Erfindung der Küchenuhr hätte es wohl geheißen „3 Rosenkränze“, wir wollen uns hier aber mit weniger christlichen 10 Minuten zufrieden geben, in welchen der Teig durchgeknetet wird. Bleibt der Teig klebrig oder wird er bröselig, noch etwas Wasser oder Mehl zugeben. Welches davon zur Abwendung welches Zustandes zu verwenden ist, darf jeder selbst im Versuch ermitteln. Haben wir nun eine schöne Kugel, wickeln wir diese in Frischhaltefolie und lassen sich für eine Stunde von den Strapazen der Teigwerdung erholen.

In der Zwischenzeit nehmen wir uns das Ragout vor.
In einem großen Topf etwas Öl erhitzen und ein halbes Pfund Faschiertes vom Rind anbraten.
1 – 2 – 3 waschen, schälen, würfeln (und zwar: Stange Sellerie, Zwiebeln, Karotten) und in den Topf geben. Zwei Dosen geschälte Tomaten zerkleinert ins Kochgeschirr und das Ganze mit Gemüsebrühe (wie die gemacht wird, ist auf derbagger.org/kochecke nachzulesen) und Rotwein nach Ermessen aufgießen. Mit Thymian, Salz und Pfeffer tüchtig würzen und auf kleiner Flamme bzw. niedriger Stufe köcheln lassen.

Als nächstes wird noch eine Béchamel fabriziert:
Zwei Fingerbreit Butter vorsichtig schmelzen, zwei Esslöffel Mehl darüber stauben und glatt rühren. Immer rühren und nicht zu heiß werden lassen. Dann in etwa einen halben Liter warme Milch aus dem Kühlschrank nehmen und peu à peu unterrühren. Der Schneebesen ist hierbei die Waffe der Wahl. Salz, Pfeffer, Muskatnuss, ein Schuss Zitrone und wir haben eine köstliche Mehlpampe.

Falls dies noch nicht schon geschehen ist, trinken wir nun den Rest des Rotweins vom Ragout aus, machen uns anschließend an die Fertigstellung der Teigplatten, die streng genommen nie über den Zustand eines Teiglappens hinauskommen werden.
Dazu kneten wir den Teig ohne Folie nochmals kurz durch und walzen diesen ihn unter ständiger Beachtung ausreichender Bemehlung unseres Werkstückes aus. Ganz rustikal geht das mit einem Nudelholz, technischer mit einer Nudelmaschine. Wenn beides nicht zur Hand ist, behelfen wir uns mit der inzwischen leeren Weinflasche oder wir fragen den freundlichen Straßenbauarbeiter von der Baustelle nebenan, ob er uns nicht kurz mit seiner Walze assistieren kann. Zielstärke ist ein Millimeter, aber wenn es dünner geht, ist es auch kein Fehler. Abschließend auf ein günstiges Format hinsichtlich der Geometrie unserer Auflaufform zuschneiden.

Wir nähern uns dem Ende:
In unserem anderen großen Topf bringen wir unter Zuhilfenahme eines Herdes ausreichend Salzwasser zum Kochen. Wenn kein Salzwasser zur Hand ist, kann man dies auch ganz leicht selber herstellen: pro Liter Wasser einen gut gehäuften Teelöffel Salz, rühren, bis sich Zweiteres in Ersterem gelöst hat, fertig! Darin werden unsere Platten-die-gar-keine-sind für eine Minute gekocht, nicht zu viele auf einmal, damit nichts verklebt. Danach auf einem Tuch auslegen, ebenfalls damit nichts verklebt.
Raue Mengen Parmesan reiben, ein oder zwei Mozzarella-Laibchen würfeln.

Nun wird eingeschlichtet: zuerst einen Schöpfer vom Ragout in unsere Auflaufform, dann die erste Lage Teig, diesen mit Ragout bedecken, etwas von der Béchamel, ein paar Mozzarellawüfel darüber streuen, wieder Teig und so weiter. Wer eine Ader für ausgabenspezifische Kalauer hat, verfeinert das Ganze noch mit ein oder zwei Blättern ParMASCHINken pro Schicht. Ist natürlich Schwachsinn einen Rohschinken in einem Auflauf zu zerkochen, aber wahrscheinlich trotzdem ganz gut geeignet, um in Küchenfragen weniger bewanderte Gäste zu beeindrucken. Die abschließende Schicht Ragout wird mit dem Parmesan bestreut und das Machwerk wandert nun für 15 Minuten in den vorgeheizten Ofen.

Wenn die Lasagne oben hübsch aussieht, direkt auf den Tisch. Dazu die nächste Flasche Wein und beispielsweise grüner Salat. Alternativ die Fertiglasagne bei 650 Watt für sechs Minuten in die Mikrowelle.

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