Lockdown Ästhetik

Jetzt wo wir so unfähig wie immer, nichts wirksames gegen das Virus haben, wieder in den Lockdown geschickt werden, fällt auf, wieviele Bildbände es schon gibt, über die Stadt zu Zeiten der Ausgangssperre. Bilder von leeren Plätzen, wie man sie sonst nicht sieht, werden in Büchern herausgegeben, und erfreuen sich offenbar großer Nachfrage. Natürlich fehlen diese Bildbände nicht auf Amazon oder ähnlichen Seiten, wobei seien wir dochmal ehrlich, welche Seite kann schon Amazon das Wasser reichen? Die einzigen die vermutlich einen Profit machen werden, aus dieser ganzen verfahrenen Situation, sind Seiten wie Amazon, und als Vergleich zu Amazons Erfolg fällt mir bestenfalls, ein Online Lieferdienst an, der allerdings nicht einmal ein Bruchteil von Amazons Gewinn macht.

Als Fotografin, die nicht mit den riesigen sperrigen gern benutzten Fotoapparaten hantieren muss, sondern auch der Smartphonefotographie ohne Filter zugeneigt ist, weil es wunderbar unauffällig ist , und ohne der Attitüde des verkannten Genies, über die Bühne geht, sehe ich mir diese Bilder an und weiß nicht was ich sagen soll, zu diesen leeren Bildern der europäischen Städte. Manche Bilder zeigen Straßen und Fenster und ich weiß dass hinter diesen Fenstern, Menschen sitzen, die sich ärgern oder Angst haben oder krank sind, je nachdem. Immer dachte ich wenn es mal ein wenig leerer auf den Straßen von Mailand, Rom, Wien, Paris, Berlin, London wäre, würde man sich besser fühlen, aber nein, Beklemmung macht sich breit, wo der lärmende Mensch nicht zu sehen ist.

Und wenn man sich diese Bilder ansehen würde, und sich denken würde, sie sind nicht zu Lockdown Zeiten entstanden, sondern man hat den Platz abgesperrt, weil ein bekannter Fotograf außergewöhnliche Bilder schießen wollte, würde ich dann keine Beklemmung empfinden? Und ich muss sagen nein, mir fehlt die Phantasie.

Trotzallem sind diese Bildbände wirklich schön. Ich stelle mir vor, wenn außerirdische auf der Welt landen, verbreiten sich auf der Welt einen Zauber der uns schlummern lässt, odr wir befinden uns eben im Koma, ganz sachlich gesagt, und dann sehen die Straßen so aus. Damit kann ich irgendwie besser leben.

Wer mag sollte Lockdown Bildbände googlen und die Bilder auf sich wirken lassen.

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