Lustig? Ei der Daun!

Das Wetter ist eigentlich recht oft heiter. Naja, unlängst, als der Strache das Kreuz geschwungen hat, war das Wetter unfreundlich, aber – no na! Selbst der Humor des Wetters hat seine Grenzen. Aber heute zum Beispiel ist es heiter. Und das bei der Wirtschaftslage! Das beweist doch, daß es sehr viel Humor hat. Nur, wenn es den doch hat – warum ist es dann zwar heiter, aber niemals lustig? Bedrückt das Wetter irgendwas, daß es so gar niemals lustig sein kann? Gar nie? Da kann man wirklich nur in betroffenem Staunen ausrufen: Ei der Daun!

Sie behaupten, das heißt “Ei der Daus”? Zugegeben, man hört diesen Ausruf eher öfter in der Mehrzahl Eiderdaunen. Dann ist er aber weniger spektakulär. Manche pennen auf sowas (besonders Leute, die besser bezahlt kriegen als ein Bagger-Wetterfritze). Was sagen Sie? “Eiderente”? Das geht nicht, das ist grammatikalisch falsch. Ente ist weiblich, also hieße es richtig “Ei die Ente”, was aber auch eher im Plural als Ermunterungsruf vorkommt: “Hurra die Enten!” (Gleichbedeutend mit “Holla die Waldfee”.) Es sei denn, Sie wollen vom Ei der Ente reden. Aber das gehört nicht hierher.

Der Ausruf “Ei der Daun” entstand zur Zeit Maria Theresias, als die Völker über die Fähigkeiten ihres Feldmarschalls Daun zu staunen hatten. Analog dazu flucht der Wiener ja auch noch heute im Namen des anderen großen Feldherrn der Kaiserin: Fix Laudon!
Später wurde die Wendung entstellt, weil die Deutschen den Daun nicht kannten und mit der “Sau”, dem As, alias Daus (Plural: Däuser, also nicht zu verwechseln mit “Ei der Dausen[d]”) ihrer seltsamen deutschen Spielkarten verwechselten. Ursprünglich hatte die Verwechslung noch einen tieferen Sinn: wenn man mit dem As dreinhieb, so daß es stach wie der Säbel General Dauns, rief man dazu “Ei der Daun/s” (frühe Form des Splitting), vor schierer Siegesgewißheit. Aber später geriet dieser Zusammenhang in Vergessenheit, auch weil die französischen (pfui!) Spielkarten immer mehr in Gebrauch kamen, und auf denen findet man keine Sau. Dabei hätten die Deutschen nur einmal durch den achten Wiener Gemeindebezirk spazieren müssen, da findet man nämlich außer der Laudon- auch die Daungasse.
Eine weitere Verfälschung, die aber heute kaum noch zu hören ist, erfuhr der Ausruf in den 70er und 80er Jahren des 20. Jh. seitens entflammter österreichischer Sozialdemokraten, denen der ÖVP-Politiker Josef T. nicht in den Kram paßte; und da riefen sie im Parlament bei jeder Gelegenheit: “Das ist doch wirklich ein Ei, der Taus!” Dabei sind die Sozis eh auf Daunen gebettet. Na ja.

Was haben aber die Eiderdaunen mit dem Thema zu tun? Ich will wissen, wie das Wetter wird, und keine verkrampften Wortspiele lesen. – Nur mit der Ruhe. Das Wortspiel ist schlecht, sehr sogar. Aber ist das nicht die perfekte Antwort auf die ursprüngliche Frage?
Das Wetter ist – wie es auch schon, womit der Bogen zu Strache geschlagen wäre, über Jesus und die Christen behauptet worden ist – das Wetter ist deswegen nie lustig, weil seine Meteorologen so abgrundtief humorlos sind. Hrmpf.

Kommentare

Sozusagen

... ein geflügeltes Wort. Aber es gäbe noch folgende Möglichkeit: http://www.daun.at/

gewissermaßen

das daun-syndrom.

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