Narrische Schwammerln

Wir können nichts dafür.
Wahrscheinlich haben Sie den neuesten Wetterbericht aus dem Parlament gesehen und regen sich jetzt auf, daß in Österreich demnächst für überhaupt nichts und niemanden mehr Geld da ist. Universitäten werden sowieso überhaupt zugesperrt, und es gibt dann nur mehr eine einzige Schule, wo Frau Staatsdienerin K. allen das Rechnen beibringt – Schwerpunkt: Subtraktion, Zinseszinsrechnung, negative Zahlen.

Sicherheit wird ebenfalls abgeschafft, sei es vorm Verhungern oder vor Räubern und Mördern. Bezahlt kriegt keiner mehr was (außer natürlich den Fröschen in der großen weißen Wetterstation am Ring), dafür beträgt die Einkommensteuer 347% vom Einkommen. Und so weiter. Und das ganze Geld wird denen in den [Zensur] geschoben, bei denen die Griechen Schulden gemacht haben.
Wir können echt nichts dafür. Haben wir vielleicht das Sauwetter für diesen Mai vorausgesagt? Wir haben nicht.
Um ganz ehrlich zu sein: Die Kollegen im Haus am Ring können auch nichts dafür. Auch nicht die Griechen. Auch nicht die Fröschlein, die in Brüssel bei belgischen Pralinen und Kaffee sitzen und “Eu, Eu” quaken. Nicht einmal die Amis, oder die reptiloiden Außerirdischen, oder die großen Unbekannten, von denen die Aliens ihre Befehle kriegen.

Schuld ist der Vulkan.
Sie wissen schon, der in Island, mit dem fast unaussprechbaren langen Namen. Ey wie norddeutsch “Eyh, Mann!”, ja wie österreichisch “ja” (gibt es ein Wort, das uns leichter von der Zunge geht?), fja wie in “Fjord”, nur mit a; ll wie im Aztekischen (Tenochtitlán), Klingonischen oder Meidlingerischen, jö wie “Jö, schau!”, ku wie in japanisch “Haiku”, ll wie gehabt. Eiyafjallajökull. Zu deutsch ein bisserl phantasieloser: “Inselbergvulkan.”

Die Aschenwolke, die er in die Gegend bläst, verursacht bekanntlich das grausliche Wetter über Europa. schwammerlDas grausliche Wetter, wo es an einem Nachmittag so viel regnet wie sonst im ganzen Mai nicht, weckt längst vertrocknete Sporen und Myzele im Erdboden, läßt Holzteile verrotten und fördert auf diese Art Pilze zutage, die eigentlich vor September gar nicht wachsen können. Wie die hier abgebildeten Spitzkegeligen Kahlköpfe (Psilocybe semilanceata). Die wachsen nun nicht vielleicht auf einer Kuhweide am Semmering, oder sonstwo in der Pampa, sondern Gott behüte mitten in der Stadt, weniger als einen Kilometer vom Parlament entfernt, wo ein hungriger Abgeordneter leicht über sie stolpern kann, wenn er morgens zur Sitzung geht.

Was haben sie gefrühstückt, die Frösche im weißen Haus am Ring? Narrische Schwammerln. Eh klar.

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