Neuschnee – Bipolar

bipolar

Problembär 2011
Bipolar ist – wie schon Titel und Artwork zu erkennen geben – in zwei Hälften gegliedert. Es beginnt mit Neuschnee, wie man sie vom ersten Album kennt: aufgewühlte Streicherballaden, bei denen jedes Gramm Schmalz mit einem scharfen Wort austariert wird.

Wie beim hitverdächtigen Opener Kettenkarussell arbeitet Wagner dabei sehr oft mit widersprüchlichen Bildern: „Flieg’ – soweit dich die Kette trägt.“ Du bist schön hingegen ist ein lupenreiner Lovesong, der keine Zwischentöne kennt. Sag mir nicht (feat. Parkwächter Harlekin) ist ein besonderes Highlight des Albums. Eine fast schon übertrieben „fette“ Produktion – allerdings mit einem Beat, der einem beim Tanzen zum Stolpern bringen wird. Großer Pop mit Zähneknirschen. Ambivalenz. Bipolarität. Nur der Mond ist das wahrscheinlich intensivste Stück des Albums. Beginnend mit einem schwelgenden Rhodes steigert es sich in ein Beziehungsdrama bis zum bitteren Ende. Du bist nicht allein stellt einen fulminanten Schlußpunkt dar. Ein anti-karrieristisches Manifest, eine Anti-überhaupt-Tirade, die uns gerade in ihrer Zerworfenheit vereint.

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