Raubern – eine Spielerfahrung

Wenn man mit alten Menschen arbeitet, kann man vieles lernen. Neben Lebensweisheit schlummert in vielen auch eine Menge Handlungswissen. Hat man Glück, so erfährt man davon und kann nun selbst davon profitieren. So geschehen in einem Wiener Tageszentrum, als die Rede aufs Kartenspielen kam.

„Können Sie Raubern?“ Nein, aber ich wollte es gerne lernen, und inzwischen gehört es zu meinen Lieblingsspielen. Worauf es ankommt, bei dieser komplexen Jolly-Variante? Nun zunächst bleibt alles recht gleich – jeder bekommt seine 14 Karten, nur gibt es keine Jollys. „Runter“ darf man wie gewohnt mit 30 Punkten (Werte bis zum Zehner zählen 5 Punkte, der Zehner und die Personen 10 Punkte). Kann man nicht, nimmt man vom Nachziehstapel auf. Abgelegt wird nicht – im schlimmsten Fall hat man zu Beginn eine sehr volle Kartenhand. Sobald dann jeder unten ist wird’s leichter, man kann gewohnt bei fremden Partien anlegen – aber auch bestehende Partien aufsprengen, sofern man wieder mindestens eine Dreierfolge herstellen kann. Ein Beispiel: Es liegen Herz Bube/Dame/König/Ass aus. Ich halte das Karo und Pik-Ass auf der Hand, nehme aus der bestehenden Herz-Vierer-Partie das Ass weg, lege es separat und meine zwei Assen dazu. Es entsteht eine neue DreierPartie, die Regel ist erfüllt. Hätte ich nun noch Herz-Neuner und -Zehner könnte ich diese links des Bubens anbauen. Ziel dieses Spieles ist es nicht, möglichst viele Punkte zu machen (im Gegenteil, darauf wird gar nicht geachtet), sondern als Erste/r die letzte Karte aus seiner Kartenhand anzulegen. Das Ganze dauert ungefähr eine halbe Stunde und macht viel Spaß – Nachahmung empfohlen!

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