s’ Klick is a Vogerl

„Wahres Glück ist das Gelingen zwischenmenschlicher Beziehungen“, schwafelt so manche Ahnungslose. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte lautet: Wir grüßen zwar unsere Nachbarinnen nicht mehr, dafür haben wir jetzt 155.723 Freundinnen auf Facebook. Aus der grauen Maus wird MissLove69. arschgeige oder ungustl82 hingegen sind als Userinnennamen nicht so beliebt wie mister right, hobbykoch76 oder kuschelbaerli, Mauerblümchen wurden erst kürzlich auf die rote Liste gefährdeter Arten gesetzt. Das Problem dabei: Vor lauter Schokoladenseiten erkennt man seine Nächsten kaum wieder, wenn man ihnen Aug’ in Aug’ gegenübersteht. Dabei ist es noch ein Glück, dass man zwischen zwei Logins – etwa, wenn man per Straßenbahn vom Arbeits- zum Heim-PC pendelt – dazu gezwungen ist, mit realen Personen in Kontakt zu treten: Die stinken dann zwar real aus dem Mund, steigen einem auf die „Zech’n“ oder fallen sonstwie negativ auf. Aber: Ein gelegentliches, herzhaft und mit der nötigen Inbrunst intoniertes „Leck mich doch am Oasch, du Wapplerin!“ ist zuweilen beglückender als ein virtuelles „Gruscheln“. Nun möge uns die Allmächtige zwar vor allem bewahren, was noch ein Glück ist – aber das virtuelle „Klick“ is hoid a nua a Vogerl.

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