Sonntagswetter

Lang genug haben Zeus, Taranis, Petrus, Thor, Indra und wie die ganzen alten Wettergötter heißen, tatenlos zugesehen. Aber spätestens das Halbfinale war auch der göttlichsten Geduld zu bunt, und jetzt zeigen sie uns, daß sie in punkto Krach, Feuerwerk und Ausschütten von Flüssigkeiten noch einiges mehr drauf haben als, nur beispielshalber, türkische Nationalmannschaftsanfeuerer – sogar als österreichische, und das will etwas heißen, zumal die ästhetische Qualität eines Donnerwetters eben doch weit jenseits von “Land der Berge” mit Simmeringer Akzent und Bierflaschenzerdeppern rangiert. Immer wieder.

Insofern beträgt natürlich die Gewitterwahrscheinlichkeit für Sonntag abend exakt 100%. Schwarzweiße Wolken von Nordwesten treffen auf eine gelbrot glühende Heißfront von der iberischen Halbinsel und erzeugen ein Sturmtief im Bereich zwischen Stadionbad und Krieau. Es wird scharfe Bälle hageln, und man wird es blitzen sehen, jedesmal, wenn dieser eine deutsche Stürmer durchs Bild hechelt (Achtung auf die Frisur). Wenn Sie senfgelbes Gewölk sehen – das sind diese unmöglichen Dressen, die sie den Spaniern angezogen haben, und es bedeutet: jetzt spielt’s Granada. Rotes Tuch für den bayrischen Auerochsen – und wie es dann weitergeht, bitte im Asterix nachlesen.
Wir hier in der Wetterredaktion sind natürlich absolut neutral. Also bitte keine Briefe mit Wünschen mehr schicken, daß die Piefkes verlieren sollen. Auch wenn die Performance gegen die Türken gestern unter aller Sau war, von wegen Ästhetik und so. Viva España!

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