Tiefbau: Asphalt

Tiefbau: Das Gute am Schlechten

Moderne, ökologisch bewusst denkende Stadtmenschen haben ja hierzulande meist nicht so eine Freude mit Asphalt: Sie erzürnen sich über die dauerhafte Versiegelung wertvollen Erdbodens, über das Verschwinden der letzten Grünflächen und Beserlparks, über Feinstaub in Luft und Nase und über vieles andere. Asphalt – der Wohlbefindlichkeitskiller unserer Tage!

Sollte es solche Leute einmal in eine verkehrsgeplagte Großstadt eines beliebigen Entwicklungslandes, das sich in seinen Metropolen keine durchgängig geschlossene Straßendecke leisten kann oder will, verdonnern, könnten sie womöglich ihre Meinung ändern. Straßennahe Grünflächen gibt es dort ohnehin nicht mehr, weil längst alles zu einem graubraunen Einheitsgemisch aus Erde, Staub und Abfallresten niedergewalzt worden ist. Feinstaub vermischt sich mit Grobstaub zu einer hinterhältigen Mixtur, die nicht nur Atemwege, sondern – vermischt mit dem eigenen Schweiß – gleich den ganzen Körper mit einer ungesunden, stinkenden Schicht bedeckt und wohl schneller zu diversesten „Zivilisations“krank­heiten und Lungenkrebs führt als hingebungsvollstes Kettenrauchen. Und hat mau dann Glück und wird Luft und Atmung – bedingt durch die geographische Lage des Landes – dank eines plötzlichen Monsunschauers von diesen Unbillen erlöst: Gleich drauf wird mau diese neue Wendung verwünschen, mit Füßen, die im sich zentimeterdick bildenden Schlamm versinken, während die Augen besorgt die aus der längst zerbröselnden Kanalisation hervorquellenden Sturzbäche beobachten, welche das Fiasko zu einer wahren Sintflut wachsen lassen.
Also: Gut dass es bei uns überall Asphalt gibt. Jetzt können wir ihn gut verteufeln und uns an seiner Stelle die schönsten Grünflächen zurückwünschen.

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