Tony Blairs neues Leben

Im Juni dieses Jahres hat Blair die Stelle des britischen Premierministers zu Gunsten seines Nachfolgers geräumt. Damit sein Leben in der an sich verdienten Pension nicht ganz innhaltsleer wird, wurde ein neuer Job für ihn geschaffen. Er ist nun der Nahost-Beaufragte des selbsternannten Nahost-Quartetts (Envoy of the Quartet on the Middle East), das aus UNO, EU, USA und Russland besteht. Er ist also der Vertreter einer Formation, die aus einer zahnlosen Weltorganisation, einem sinnkrisengeschüttelten Wirtschaftsbündnis, das gern mehr wäre, einer stotternden und einer ehemaligen Weltmacht besteht und die es für ihre Aufgabe hält, sich weiter in einen Konflikt einzumischen, in dem Initiativen von außen seit Jahrzehnten keinen spürbaren Fortschritt in Richtung Frieden gebracht haben.
Als solcher soll er Gespräche mit den dortigen Protagonisten führen und für eine Lösung im Palästina-Konflikt, genauer gesagt für die zwei Staaten-Lösung. Seiner Meinung nach gibt es nämlich keinen anderen Weg. Fragt sich nur, wie das Problem zu beheben ist, dass in der betroffenen Region mit Israel, Westjordanland und Gazastreifen derzeit gleich drei ziemlich unvereinbare politische Gebilde existieren. Ganz zu schweigen von der Gefahr, dass ihm die eine oder andere Konfliktpartei aufgrund seiner bisherigen Nahost-Politik vielleicht nicht das höchste Vertrauen entgegenbringen könnte …
Genug zu tun hat Tony Blair dort also jedenfalls. Ob eine tatsächliche Lösung auch wirklich so erstrebenswert ist, steht auf einem anderen Blatt. Immerhin würden damit wertvolle Alters-Arbeitsplätze (oder Spielwiesen?) für abgehalfterte Polit-Stars vernichtet werden.

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