Was kommt nach der Zukunft?

planetesauvageAnsichten einer wilden Erde: La Planète sauvage von René Laloux

Science-Fiction kann auch eine Form von Postfuturismus sein. Wenn man fragt, was mit uns Menschen passiert, wenn die Erde – aus welchen Gründen auch immer (aber das ist ja dann egal) – den Bach runter- oder in fulminanten Staubwolken aufgeht, sind Normalsterbliche oft schnell mit ihrem Latein am Ende. Ultraoptimistische träumen dann gerne vom Leben in einer fernen Galaxie, deren paradiesische Planeten von unserer fortgeschrittenen Wissenschaft erschlossen sein würden, wenn es denn so weit käme.

Dort, wo die Astronomie heute hinträumt, ist die Science Fic­tion selbstredend schon unzählige Male gewesen. Und im phantastischen Abenteuer La planète sauvage von René Laloux aus dem Jahre 1973 kann man – eintauchend in die animierten, handcolorierten Tuschegraphiken (grandioser Maître de design Roland Topor) und eingelullt in die Filmmusik von Alain Goraguer (so stimulativ waren nur die 70er!) – miterleben, wie es der Spezies Mensch noch ergehen kann, wenn sie dazu gezwungen wird, ganz woanders neu anzufangen.planetesauvage Dass die dabei abgehandelten Fragen zu den Verbindungen zwischen Wissen und Macht, „Mensch“ und „Unmensch“ oder Unterdrückung und Gegengewalt gerade heute so aktuell wie immer sind, versteht sich von selbst. Ganz zu schweigen davon, dass man eventuell anfangen wird, diese Schoßhündchen in abartigen Plüschkostümchen mit noch anderen Augen zu sehen. Alles in allem ein wunderbarer Animationsfilm (mit angenehmer Mittagspausenlänge von 69 Minuten) und ein Klassiker, der mehr als ein Geheimkult sein sollte.

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