Was man mit Fotos alles nicht machen darf.

Heute hat der derstandard.at über gefälschte Fotos von Nokia berichtet – und ist dabei gleich selbst in die Copyrightfalle getappt.

Die Nokia-Problematik: Um die Qualitäten der Kamera eines neuen Mobiltelefons zu präsentieren, wurden Fotos und Videos gemacht. Allerdings verwendete man dazu nicht die Gerät-eigene Linse, sondern eine professionelle Foto-Ausrüstung. Nokias Erklärung im nachhinein: Man habe die Fähigkeiten des neuen Geräts "simuliert", aber leider vergessen, diesen Umstand zu erwähnen.

Alles in allem also ein peinlicher Ausrutscher, der aufzeigt, wie bei Produktbewerbung geschummelt wird, und der für das krisengeschüttelte Nokia sicher nicht allzu günstig kommt.

Sreenshot von der derstandard.at, 10.9.2012Die Standard-Problematik: Um die Tricks von Nokia aufzudecken, wurde ein Bild aus anderer Perspektive veröffentlicht und dabei beging man nebenbei auch gleich einen Faux pas. Zunächst einmal wurde das Foto offensichtlich übernommen, ohne beim Urheber um Erlaubnis zu fragen. Und um denselben komplett auszublenden, war man sich nicht zu schade, auch noch das Wasserzeichen abzuschneiden, welches ja gerade den Sinn hat, Bildmaterial vor ungefragter Wiederverwendung zu schützen.

Stimmt schon, Wasserzeichen sind nicht hübsch und nach Möglichkeit will man sie nicht in der eigenen Zeitung haben. Dennoch gibt es gerade für eine kommerzielle Zeitschrift rechtschaffenere Wege, um zu einem Foto zu kommen. Der logischste wäre: Den Urheber des Fotos kontaktieren, fragen, zu welchen Bedingungen das Foto wiederverwendet werden darf und ob er etwas bzw. wieviel er für die Verwendung haben möchte.

Wenn dem Standard der Preis zu hoch oder das Wasserzeichen zu unschön ist, bleibt immer noch die Möglichkeit, das Bild wegzulassen und stattdessen auf die Seite zu verweisen, wo es bereits veröffentlicht ist. Stattdessen schneidet man lieber den Uhrheber weg und gibt als Quelle nur die Seite an, wo man das Bild gefunden hat. Das ist entweder ziemlich schlampig oder es ist mutwillige Copyrightverletzung.

Update: Inzwischen hat derstandard.at das betreffende Foto entfernt und auf die ursprüngliche Seite des Fotos verwiesen.

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