Werner Kitzmüller – Evasion (2011, Valeot)

Evasion

Vor zwei Jahren habe ich bei einem Konzert im Subterrarium zum ersten Mal Purple gehört, und seither warte ich. Jetzt ist das Debut endlich fertig, und im Oktober steht es in den Läden. Das Album beginnt mit der schaurig wunderschönen Soundcollage. „Ein Teil von mir ist verloren“ heißt es da ebenso resignatorisch wie hochzufrieden.

Bei Stalker hat er Meaghan Burke zu Gast, die ich vor ein paar Monaten an dieser Stelle in den Himmel gelobt habe (auch er spielt sporadisch in Loose Lips sink Ships). Das Duett – gehaucht und gekreischt – ist ein vollendetes Dokument unendlicher Hardcore-Zartheit. Überhaupt kommt mir beim Hören ständig das Wort „wahrhaftig“ in den Sinn. Windschiefe Chöre, Alltagsgeräusche, Gitarren, Klavier und Elektronik verbinden sich zu einem Abgesang und einem Hohelied auf das Leben. Gleichzeitig.
Purple ist wie bereits angedeutet mit seiner gediegenen Stimmung ein Musterbeispiel dafür: „Never shall I hustle“. Ein Album der Zwischentöne, und es endet mit der Feststellung: „Die Dinge, die du kaum in Worte fasst, haben noch in keine der Sprachen gepasst.“ Niemandem gelingt der Spagat zwischen Intensität und Intimität so selbstverständlich. Werner Kitzmüller wagt sich mit seiner Musik an das Empfinden an und für sich heran und ist damit eine absolute Ausnahmeerscheinung in der österreichischen Musiklandschaft.

http://kitzmueller.klingt.org/

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