Wo ist er hin?

Ja verdammt und zugenäht, wo ist denn nun eigentlich der Frühling hin? Vorige Woche waren grade noch nicht die Krokusse am Blühen, heute -4°C untertags bei Sonnenschein. Sapperlot! Man überlegt eine Sammelklage gegen den hl. Petrus. Mindestens muß er an Eides Statt erklären, daß er keinen Schnee mehr herunterschmeißt.

Wo gehen überhaupt Sachen hin, wenn sie verschwinden? Nicht so was Einfaches wie der Schnee vom letzten Jahr – der läßt sich zumindest theoretisch durchaus aufspüren, von wegen Kreislauf des Wassers und so. Wo geht eine Kerzenflamme hin, wenn man sie ausbläst? Wenn ich mir bei dieser Kälte eine Grippe hole – wo ist dann meine Gesundheit hin? Und wenn sie wiederkommt (woher?), wo ist dann die Grippe? Tiefe Wasser, mein lieber Watson. Minerva Mc Gonagall hat bekanntlich die Frage nach dem Wohin der verschwundenen Dinge beantwortet mit: “Into nothingness; that is, everything.” Aber kann man einer Fantasy-Figur trauen? Wenn meine Grippe weg ist, haben sie dann alle? Jeder ein bißchen, so daß keiner es merkt? Und wenn eines Tages alle Menschen zugleich Grippe haben, geht die dann nie wieder weg? Teufel auch.

Manche Sachen holt ja eventuell noch der Teufel. Zum Beispiel den Ruf des Klosters Ettal. (Ist es Zufall, daß das von hinten “Latte” heißt?) Oder die Zahlungsfähigkeit des Jesuitenordens – wirklich, die haben Insolvenz angemeldet, hauptsächlich deswegen, damit sie niemand auf Schadenersatz klagen kann. Oder die Konsequenz der Frau Güldenstern, ich meine Rosenblatt, äh, Kohl, das heißt Blau-, äh, Braun-, äh, Kraut jedenfalls. Seinerzeit hatten wir noch Politiker, die bloß im Abstand von zwei bis drei Jahren entgegengesetzte Aussagen gemacht haben. Aber da beschwört eine öffentlich das Gegenteil von dem, was sie vorige Woche gesagt hat, nur damit der Herr Dechant, ich meine der Cater Carlo von unserm Kronkurrenzblatt nicht mehr auf sie schimpft; und das, wo es ihr sowieso keiner glaubt. Eid schwören ist leichter als Ruben graben, sagte unser Vorläufer, der Meteorologe Hans Sachs.

Aber an dem, was er uns daläßt, sieht man, wieviel es gibt, was dem Teufel zu schlecht ist, wußte schon Nestroy. Und so haben wir heute einen berühmten Verschwundenen wiedergefunden – den, der einst Bischof in St. Pölten, aber dann von heut auf morgen nicht mehr da war. Wuerstel, Senf und KrennEr hat sich des Geleits zweier Glaubensgenossen versichert, des Kaplans Würstel und des Subregens Senf (genannt “Warmes Würstel” und “Scharfer Senf”), und dann haben die drei ihr Gebäck zusammengebackt und sind in die Gastronomie gegangen. Und da sind sie heute noch.

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