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Hier finden sich Artikel, die bisher in keiner Ausgabe abgedruckt wurden. Insbesondere aktuelle Artikel und Rezensionen sollten hier von Zeit zu Zeit erscheinen.

Spanische Märchenstunde

Geld für Banken, Sparpakete für die Bevölkerung

Eigentlich kaum zu glauben: Spanien hat derzeit eine Arbeitslosen-Rate von fast 25% und von den 15- bis 24-Jährigen steht sogar jeder zweite ohne Beschäftigung da. Gleichzeitig sind einige spanische Unternehmen vom Typus Bank von der Insolvenz bedroht. Was macht die vom Volk (zugegebener Maßen mangels Alternative) gewählte Regierung? Sie bittet die EU um Hilfsgelder für die angeschlagenen Banken. 100 Milliarden einstweilen, das sollte fürs Erste genügen.

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theoral

thoral #4

Das Konzept der Serie Baggers Konkurrenz ist ja genau genommen: Welchen Schriftwerken könnte der Bagger an einem gewissen möglichen Ablagerungsort noch begegnen. Wenn auch der besagte Ort in diesem Fall doch etwas unpassend erscheint, wollen wir uns doch ein wenig diesem interessanten Machwerk widmen - wo auch immer wir uns gerade befinden.

Wir sprechen von theoral - eine Kleinbuch-Serie mit dem selbsterklärenden Untertitel: oral music history and interesting interviews.  Auf der projekteigenen Homepage wird das folgendermaßen ausgeführt:

Es ist unser Ziel, einen ständig wachsenden und sich formenden corpus von meist nur mündlich überlieferter Geschichte der creative music (improvisierte, experimentelle, Neue, Jazz, &c. Musik) zu schaffen. Wir treten aber nicht als Autoren auf, sondern übergeben – in Form von Gesprächen – das Wort an jene, die diese Geschichte lebten und leben.

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Angela Merkels linke Tour

Alle schreiben von der großen Niederlage der Angela Merkel. Da hat ihr doch die ohnehin schon im Wachkoma liegende FDP tatsächlich den Kandidaten der rot-grünen Opposition aufs Aug gedrückt! Wirklich?

Mau mag von ihr halten, was mau will, sie als zögerlich, kleingeistig und etwas altbacken ansehen. Aber mau muss ihr dennoch zugestehen, dass sie sich im Großen und Ganzen recht gut hält, ohne gröbere Fehler zu begehen oder schlimme Rückschläge wegstecken zu müssen. Und auch wer von ihrer Linie herzlich wenig hält, muss zugeben, dass sie ihre Klientel (gemessen an der Konkurrenz) hervorragend vertritt.
Da wundert es dann auch nicht, wenn sich alle Neiderinnen und Gegner sogleich auf alles stürzen, was ein bisschen nach Versagen aussieht. Aber erst einmal langsam. Wie war das noch einmal mit dem Herrn Gauck? Wer ist das überhaupt und warum finden den die deutschen Grünen und die SPD so toll, dass sie ihn unbedingt als Präsidenten wollten?

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"Vorerst gescheitert"

„Vorerst gescheitert“: Karl Theodor zu Guttenbergs Interview mit Giovanni di Lorenzo, erschienen im Herder Verlag, 2011

Die Wellen schlagen hoch wenn die Rede auf den früheren deutschen Verteidigungsminister zu Guttenberg kommt. Sein Interviewbuch löste nicht nur bei der Leserschaft der „Zeit“ Empörung aus – dort aber besonders viel. Denn sein Interviewpartner war Zeitchefredakteur Giovanni di Lorenzo, der einen Vorabdruck in der Hamburger Wochenzeitung veröffentlichte und hier auf wenigen Seiten das „best of KT“ präsentierte. Dem akademischen Publikum der Zeit missfiel das Rampenlicht, das dem aus allen Ämtern ausgeschiedenen Expolitiker zuteil wurde. Man vermutet in Lorenzo einen Steigbügel-Halter für Guttenbergs politisches Comeback.

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Die Islamisierung des Herrn Novak

Freitag, 22. Juli 2011, 16 Uhr nachmittag. Die Wanze befindet sich – wie sie dorthin kam, sei dahingestellt – im Wohnzimmer des Herrn Fridolin J. Novak im 16. Wiener Gemeindebezirk, verborgen hinter der Kanne frisch aufgegossenen Tees, aus der sich Novak soeben die erste Tasse eingeschenkt hat.

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Seriöse Berichterstattung und Rätselraten unter erschwerten Umständen

In der Nacht auf Montag wurde angeblich Osama Bin Laden, das mutmaßliche Oberhaupt des Terrornetzwerks Al Kaida, das verdächtigt wird, die Anschläge auf das New Yorker World Trade Center im September 2011 durchgeführt zu haben, in Abbottabad, ungefähr 200 Kilometer nördlich von Islamabad bei einem Spazialeinsatz amerikanischer Elitesoldaten getötet.
US-Präsident Barack Obama berichtete in

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Hosni im Verbenwunderland

„Wie heißt Kuhstall auf arabisch?“ – „Muh-barack.“ (Uralt-Witz)

„Ich verbe gerne Wörter. Verben skurrilt die Sprache“, bemerkte einst Calvin zu seinem Tiger Hobbes. In den letzten Tagen hat die arabische Welt – zumindest soweit sie in englischer Sprache bloggt – den Familiennamen des ägyptischen Ex-Präsidenten geverbt. „To mubarak“ bedeutet jetzt „kleben“ – am Sessel oder anderswo. „Mubarak die Scherben zusammen, vielleicht kann man den Topf nachher noch brauchen.“ „Now we must all mubarak together.“ Stick together, soll das natürlich heißen. Oder auch als Gewaltandrohung: „Ich mubarak’ dir eine, daß du an der Wand mubarakst.“

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Monsantos Saat für Europa!

biohazardWie sich US-Botschaften in Europa für amerikanische Agrar-Konzerne mit zweifelhaftem Ruf einsetzen.

Bei den Cablegate-Veröffentlichungen vom 19. Dezember liegt der Schwerpunkt auf Biotechnologie. Während sich ungefähr die Hälfte der neuen Depeschen mit der Landlosen-Bewegung in Brasilien beschäftigt, ist die andere Hälfte dem Widerstand innerhalb der EU gegen genetisch modifizierte Organismen (GMOs) gewidmet.
In einem Kabel aus Paris vom 14. Dezember 2007 berichtet der Botschafter vom europaweiten und im speziellen französischen Widerstand gegen den Anbau und die Einfuhr von GMOs. Frankreich sei neben Österreich und Italien einer der Anführer in dieser Sache und seine Bemühungen “rückwärtsgerichtet”.

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Der Wahrheit auf der Spur

wikileakslogoGläserne Staaten für gläserne Menschen!

Einige Wochen nach dem Startschuss zur Veröffentlichung der US-amerikanischen Diplomatendepeschen durch die Plattform Wikileaks stellt sich inzwischen folgendes mediales Bild dar: Mehr als über die Inhalte der Depeschen selbst wird über die Schwierigkeiten berichtet, in denen Julian Assange, medialer Kopf der Plattform, steckt. Das klingt nach spannendem Krimi und lässt sich gut verkaufen. Die Inhalte der Depeschen hingegen liegen meist Jahre zurück, haben keine absolut aktuelle Brisanz und scheinen den durch Presseagenturen verwöhnten, recherche-entwöhnten Mainstream-Medien zudem zu mühsam zu bearbeiten zu sein.
Hinzu mischt sich die Meinung, dass der Inhalt ohnehin nicht sehr bedeutsam sei und nur Diplomaten-Plauderei beinhalte, die bestenfalls Beziehungen belaste, aber eigentlich nicht sehr brisant sei, ja sogar kaum Wahrheitsgehalt habe, sondern nur Einzelmeinungen darstelle. Diese Abwiegelung bezüglich des Inhalts, oft schon in den ersten Tagen geäußert, in denen nur ein Bruchteil der Depeschen publik war, änderte aber nichts daran, dass Wikileaks mit verschiedenen Mitteln stark unter Druck gesetzt wurde.

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Eine Lanze für Erdogan (kein Bajonett)

Istanbul
Da schreien sie wieder, die Anti-Islam­istInnen! Und zu guter Recht — hat doch Tayyip Erdogan, der Islam-Prediger aus Ankara soeben wieder den KurdInnen gedroht und ein Blutbad angekündigt … Glücklicher­weise ist ja Anti-Islam­ismus noch salonfähig und hat einstweilen kein bisschen mit Rassismus oder Anti­semi­tis­mus gemeinsam. Und dass der Islam eine böse Religion ist, das weiß ja bekanntlich jedeR.
Nur zu schade dass die Wirklich­keit wieder einmal komplizierter ist als sie in Inter­net­foren und an Stamm­tischen erscheint.

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