Abrissbirne

birneGeistlose Schlusskolumne beliebigen Inhalts.
Mal skurril, mal makaber, ein ander Mal zynisch oder gar schmutzig.

Durch ihre Lebensnähe für den/die Leser/in ungefähr so erquickend wie zwei bräunlich-ranzige, halbvergessen-gärende Bananen in einem alten, speckigen Schulranzen.

Unsanft entschlummert

Was sie zuletzt gesagt hatte, die 36-jährige Selbstmörderin, werden wir wohl nicht mehr erfahren. Auf jeden Fall dürfte es von heftigen Würg-Geräuschen begleitet worden sein, zumindest der Speibspur nach zu schließen, die von der in ein Blumenmeer verwandelten Schlafkammer ins orchideenngekachelte Badezimmer führte. Eigentlich wollte sie ja nur sanft entschlummern, die erfolgreiche Schauspielerin und Exfrau von Tarzandarsteller Johnny Weissmüller, namentlich Lupe Velez, als sie 1944 75 Schlaftabletten auf einmal schluckte. Doch ihr Magen machte der Unglücklichen einen Strich durch die (Blumen-)Rechnung, für deren Begleichung sie übrigens sogar einen Kredit aufnehmen musste. Durch heftige Krämpfe und Brechreiz wieder zu sich gekommen, war sie im Badezimmer ausgerutscht und mit dem Kopf in ihre ägyptische Luxus-Toilettenschüssel geschlagen. Dort verschied die vom Pech gevögelte Selbstmörderin, qualvoll ertrinkend.
Frau Velez, die heuer ihren 98. Geburtstag gefeiert hätte, blieb durch ihren verhunzten Selbstmord zumindest die Lektüre des Baggers erspart.

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