Die Abrissbirne
Geistlose Schlusskolumne beliebigen Inhalts. Mal skurril, mal makaber, ein ander Mal zynisch oder gar schmutzig. Durch ihre Lebensnähe für den/die Leser/in ungefähr so erquickend wie zwei bräunlich-ranzige, halbvergessen-gärende Bananen in einem alten, speckigen Schulranzen.
Maria Fekter NOT for Außenministerin!
Ein Glück, dass Maria Fekter Innenministerin ist. Denn solange sie das Ressort für Inneres leitet, bleibt ein anderes, im Umgang mit Fremden weit mehr Sensibilität forderndes Amt von ihr verschont: Das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
Wieviel diplomatische Rüffel müsste Österreich einstecken, wenn eine Außenministerin Fekter mit unseren Nachbarn und Nachbars Nachbarn Politik machen wollte.
Tanja - Teil 2
Fortsetzung aus Bagger No. 11
…
Als ich zum ersten Mal bei ihr auf Besuch war wollte sie Sexualattentäter und Opfer spielen. Mit einem Bleistiftmesser musste ich sie bedrohen und ihre brettflache Knabenbrust streicheln.
Tanja - Teil 1
Schuld an allem waren das Schwätzen mit meinem Sitznachbarn und unser Klassenlehrer, der wollte dem Schwätzen durch mein Versetzen ein Ende setzen.
So kam ich ihr nahe.
Tanja, was für ein Name.
Onkel Brilli
Neben Onkel Michi und früher Onkel Thomas ist mir seit jeher Onkel Brilli der Lieblingsonkel.
Eigentlich ist er ja gar nicht mit mir verwandt. Aber dazu später ausführlicher.
Was wir nicht schon alles gemeinsam erlebt haben, Onkel Brilli und ich.
Wir waren auf Reisen, in Indien, Paris und Griechenland, sind quer durch den Balkan gebraust, bis nach Istanbul und noch weiter in den Süden hinunter.
Über Onkel Brillis Vorfahren weiß ich nicht viel, außer, dass sie sich früher gern in der russischen linken Szene herumtrieben. Soweit ich weiß, standen sie Lenin und Trotzki nahe, später aber konnte man sie im Dunstkreis amerikanischer Prominenter sehen. Ich sage nur Janis Joplin.
Das Fußbad Jesu
Zum ersten Mal unangenehm aufgefallen waren sie ihm bei einer Hochzeit in Kanaa, Galiläa, auf der er und seine Apostel zu Gast waren. „Was stinkt denn hier so, ist etwa ein Aussätziger unter uns?“, frug sich in seinem Geiste Jesus, der gerade dabei war, Wasser in Wein zu verwandeln.
→ zum ArtikelSechshundertsechsundsechzig
4.793.665, 4.793.666,…
Bei solchen Zahlenungetümen können die Schafe nur noch in Zeitlupe über den Zaun springen, wenn er sich verzählt, müssen sie wieder zurückhüpfen, verkehrt und mit dem Hintern voran.
Verdammt, verflucht, wo war ich denn jetzt?
Er versucht an was andres Einschläferndes zu denken, doch das Einzige, das ihm einfallen will, ist seine Großmutter, wie sie ihm, während er in ihrem Schoß liegt, grob in den Haaren herumzupft. Er grummelt, tastet im Dunkeln zum Lichtschalter, erwischt dabei das Glas auf dem Nachttisch.
Herrgottnocheinmal.
Eine Palatschinke für Billy Corgan
Frontmänner einer Rockgruppe können ganz schön heikel sein, zumindest was das Essen meiner Mama betrifft…
Das hab ich vor Jahren herausgefunden, ich glaub es war 1996 im Wiener Messepalast, auf einem Konzert der Smashing Pumpkins.
Ein saugeiler Gig, trotz der vielen strengen Securities, die einen weder stagediven noch auf der Bühne tanzen ließen.
Nur ein einziges Mal an diesem Abend waren sie unaufmerksam.
Bekackt
Tausend Schilling waren viel Geld damals, im Jahr des Staatsvertrags der Zweiten Republik. Österreich, besser gesagt die politische Vertretung des Landes, arbeitete in jenen Tagen emsig daran, die schon viel zu lange belagernden Besatzungsmächte höflichst hinauszukomplimentieren.
Meine Oma jedoch hatte ganz andere Sorgen. Mit Hinkebein – eine Kriegsverletzung – und Kinderwagen mit frisch geschlüpftem zweitem Balg humpelte sie tagtäglich durchs Nachkriegs-Wien, die Zeit totschlagend, auf dass ihr Mann, das liebe Viecherl, endlich wieder heimkomme. Da und dort gustierte sie und feilschte mit ihrem polnisch-raunzigen Akzent, den sie in den rund 15 Jahren seit ihrer Flucht aus Krakau noch nicht abgeschüttelt hatte (und auch später nie ganz loswerden würde).
Animalische Wiederbetätigung
„Heil Hitler“, grüßt Adolf gehorsam den Polizisten, wortlos zwar, doch mit gestreckter rechter Gliedmaße und treuem Blick. Daneben kommandiert Roland T., ein Berliner in Frühpension:
„Los Adolf, mach den Gruß!“. Adolf verharrt folgsam in seiner Haltung.
„Wenn Sie nicht sofort aufhören, dann muss ich Sie festnehmen“, wird es dem Polizisten langsam zu viel.
franzi
Zum ersten Mal ward mir Franzi ansichtig geworden, als ich am Klo saß. Franzi krabbelte im weißen Fransen-Teppich, der die Füße beim Toilettgang zu wärmen pflegt. Franzi war allein. Klein, schwarz und wie ein Igel, mit schwarzen Borsten oder Stacheln, die seinen winzigen Körper bedeckten.
→ zum Artikel


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