Hoch- & Tiefbau

Auf die Perspektive kommt's an.
Ein Thema, aus zwei Blickwinkeln behandelt. Die Ergebnisse variieren je nach Thema und AutorIn.

Tiefbau: Leerlauf

Ein schlaues Kerlchen sagte einst: „Man muss wissen, worauf sich die Erwägung bezieht, oder man wird notwendig das ganze verfehlen. Die meisten aber wissen nicht, dass sie das Wesen des einzelnen Dinges nich kennen … “

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Hochbau: Leerlauf

Um Maschinen in einen betriebsfähigen Zustand zu versetzen, ist oft mehr Energie nötig, als diese über einen bestimmten Zeitraum in einem solchen zu bewahren. Als Beispiel möge hier ein Hochofen, der durchgehend beheizt wird (eher sinnig), oder ein Videorecorder im Standby-Modus (böse) dienen.

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Tiefbau: Rauchen

Ich finde Rauchen ja prinzipiell gut. Trotzdem gibt es daran eine Sache, die sehr ärgerlich ist: die Rauchverbotsdebatte. Man möge mir Vergesslichkeit vorwerfen, aber ich kann mich nicht erinnern, wann zuletzt im öffentlichen Diskurs eine derart un­ehr­liche Argumentation geführt wurde. Mir scheint, die stärksten Be­für­worter eines solchen Verbotes sind einerseits willensschwache Rau­cher, die seit ewigen Zeiten das Auf­hörenwollen nicht umzusetzen ver­mögen, und auf der anderen Seite Menschen, die ohnehin einen Lebenswandel pflegen, der sie nicht allzu oft in die Verlegenheit bringt, dass das Atmen mit Passiv­rauchen verbunden werden muss.
Im Gegenlager tummeln sich die erstaunlich schwa­chen Lobby­isten der Ta­bakindustrie, die ir­­gend­was von Freiheit und Men­schenrechten er­zählen.
Hätte sich nie jemand eine Zigarette angesteckt, wir hätten mehr Muße für notwendigere Diskussionen und man müsste sich das ganze aufgeregte Geschnatter nicht anhören. Außerdem wäre die Luft in Lokalen besser, aber das ist wieder ein anderes Thema.

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Hochbau: Rauchen

Die Römer saßen gemeinsam auf ihren Latrinen und unterhielten sich während der Verrichtung ihres Geschäftes. Unvorstellbare Sitten, und der Gestank, eine Beleidigung der Sinne! Noch bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts war es undenkbar, ohne Hut auf die Straße zu gehen, eine barhäuptige Gesellschaft im öffentlichen Raum wäre als inak­zeptabel und als Beleidigung für das Auge angesehen worden. Hätten Sie gerne einen Hirn-vom-lebenden-Affen-Verspeiser am Nebentisch? Alkohol im öffentlichen Raum? Bei uns: Ohne 16er-Blech bin i’s ned. In den USA: Pfuiteufel!

Und der Rauch? Um die vorletzte Jahr­hun­dertwende symbolisierten ver­rauch­te Räumlichkeiten die At­mo­sphäre des intellektuellen Bür­gertums. Einen Hauch von Welt(mannstum), einen Lebensstil, Wohlstand und An­sehen. Niemand wäre auf die Idee ge­kommen, zu hüsteln, die „tränenden“ Augen zu verdrehen oder die Kleider nach der Abendunterhaltung chemisch rei­nigen zu lassen.

Politik beeinflußt die Sinne! Weil uns weis­­gemacht wird, daß Rauchen ge­sund­heits­schädlich ist, stinkt Rauch plötz­lich, wer­­den rauchfreie Zonen gefordert, sind ver­rauchte Kleidungsstücke plötzlich nicht mehr tragbar. So wie die römischen Latrinen für uns Nichtgemeinsamscheißer stinken, stoßen sich die Nichtraucher plötzlich am blauen Dunst. Der Weg zurück: verbaut! Es ist viel leichter, jemanden glauben zu machen, daß ihn etwas stört, als umgekehrt.

So erweisen sich gerade die Gelüste der Nichtraucher als gesellschaftlich beeinflußt, ein Phänomen, das immer wieder gerne den Rauchern, vor allem im jugend­lichen Alter, nachgesagt wird. Sind wir wirklich so un­eigenständig, daß wir uns von der Politik unsere sinnliche Wahrnehmung vorschreiben lassen müssen?

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Tiefbau: Marzipan

Sehr geehrter Kunde!

Ich bedanke mich hiermit herzlich dafür, daß wir auch dieses Jahr wieder den Service bei Ihnen durchführen durften. Als kleiner Familien­betrieb sind wir Ihnen als treuer Kunde sehr dankbar. Diesem Dank wollen wir mit dem bei­gelegten Marzipan­schwein zu Silvester Ausdruck verleihen. Als allseits beliebter Glücksbringer denken wir, Ihnen damit eine kleine Freude bereiten zu können, und freuen uns auf unseren nächsten Besuch bei ­Ihnen im Neuen Jahr. Gerne sorgen wir auch in Zukunft dafür, dass es bei Ihnen immer richtig zieht!

Einen guten Rutsch wünscht Ihnen
Ihr Rauchfangkehrer

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Hochbau: Marzipan

Mir persönlich ging das Mozartjahr ja am Arsch vorbei. Ich gehöre nicht einmal zu den Augenverdrehern, die den Namen „Mozart“ nicht mehr hören oder sehen können und Mozartkugeln nicht mehr leiden. Diese sogenannten Mozartkugeln konnte ich indes noch nie leiden, wegen des Marzipans; diese widerwärtige Substanz vermochte es nämlich noch nie, meinen Geschmackssinn in irgend­einer Weise anzusprechen, ja, ich verabscheue sie, die nur noch äußerst entfernt, so finde ich, an die ja durchaus genießbare Ausgangszutat erinnert.
Vielmehr überrascht sie den Ahnungslosen, oftmals getarnt im Gewande harmlosen Zartschmelzenden mit noch dazu durchaus einladendem Äußeren, deren Einverleibung sich der unschuldig Naschende in freudiger Erwartung baldiger Schokoladegenüsse durch sanftes Auf-der-Zunge-zergehen-Lassen hingibt; schon in der ersten Sekunde spürt das Opfer, dass etwas nicht stimmt, und nach einem kurzen Verdachtsmoment hat es auch schon die grauenhafte Gewissheit. Vom Entsetzen gepackt und vom Ekel geschüttelt wird nun ein jeder versuchen, die schon halb im Munde geschmolzene Masse auszuspucken; seltener wird die Flucht nach vorne ergriffen und das Zeug tapfer hinuntergeschluckt. Diese Vorgehensweise ist meiner Erfahrung nach allerdings weniger empfehlenswert, wenn man bedenkt, dass allein der Anblick eines einzigen Exemplars jener Marzipanschweinderl, mit denen jährlich Hunderte und Aberhunderte von Neujahrsmarktstandln übersät sind, bei empfindlichen Marzipanhassern schon Übelkeit auslösen kann.

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