Film

Filmempfehlungen am Jahresende

Zwei Dokumentarfilmchen, auf die man schon während der Viennale linsen konnte, laufen seit November auch in den hiesigen Kinos: Wer also American Passages von Ruth Beckermann und Tahrir Liberation Square von Stefano Savona noch nicht gesehen hat,  möge sie sich doch hiermit wärmstens ans Herz legen lassen und sich bei nächster Gelegenheit ins Kino des Vertrauens begeben.

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In Sachen Junta

Nicht nur werden die Geschehnisse der argentinischen Militärdiktatur ausführlich in Form von Zeugnissen und Berichten dokumentiert, auch filmisch setzen sich einige Werke mit dem kollektiven Trauma auseinander.
In Garage Olimpo (od. Junta, 1999) hat sich Regisseur Marco Becchis seine eigenen Erfahrungen als Gefangener abgefilmt.

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Geheimtipp

bobo

An dieser Stelle möchte ich einen Geheimtipp loswerden, der schon bald keiner mehr sein dürfte: das kanadische Multitalent Xavier Dolan (Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Cannes-Preisträger – mit 22!). Und sein, nach dem großartigen „J’ai tué ma mère“, zweiter Film „Les amours imaginaires“ (englischer Titel: „Love, imagined“, Festivaltitel: „Heartbeats“), wird bald in ausgewählten Wiener Kinos zu sehen sein.

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Somewhere –  auf der Suche nach Wahrheit

Glück kann man nicht kaufen. Dieser Satz mag abgedroschen klingen, aber gerade bei großen Hollywoodstars, deren Lebensweise sich sehr exzessiv gestaltet, kann früher oder später eine spürbare Leere aufkommen, die eine Suche nach sich selbst in Gang setzt.

Johnny Marco (Stephen Dorff) lebt das scheinbar überwältigende Leben eines Hollywoodstars in vollen Zügen. Er logiert dauerhaft im legendären Hotel Chateau Marmont am Sunset Boulevard, fährt einen schnittigen Ferrari, lädt sich regelmäßig junge Blondinen in sein Zimmer ein, die für ihn an mobilen Striptease-Stangen tanzen, und verbringt viele Nächte auf etlichen Parties. Alkohol, Drogen und Liebhaberinnen gehören zu seinen täglichen Gebräuchen.

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Was kommt nach der Zukunft?

planetesauvageAnsichten einer wilden Erde: La Planète sauvage von René Laloux

Science-Fiction kann auch eine Form von Postfuturismus sein. Wenn man fragt, was mit uns Menschen passiert, wenn die Erde – aus welchen Gründen auch immer (aber das ist ja dann egal) – den Bach runter- oder in fulminanten Staubwolken aufgeht, sind Normalsterbliche oft schnell mit ihrem Latein am Ende. Ultraoptimistische träumen dann gerne vom Leben in einer fernen Galaxie, deren paradiesische Planeten von unserer fortgeschrittenen Wissenschaft erschlossen sein würden, wenn es denn so weit käme.

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Buried – Lebendig begraben

buriedPaul Conroy, gespielt von Hollywoodstarlet Ryan Reynolds, ist als Truckfahrer für die Ausfuhr von Hilfsgütern im Irak tätig. Als es einen Anschlag auf seinen Konvoi gibt, werden seine Arbeitskollegen erschossen, während er sich lebendig begraben in einem hölzernen Sarg wiederfindet. Die einzigen Grabbeigaben sind ein Mobiltelefon, ein Feuerzeug, Knicklichter und eine Taschenlampe. Seine Lage ist denkbar schlecht. Conroy, keuchend und nach Luft ringend, orientiert sich mithilfe eines Feuerzeugs in der engen Dunkelheit seines Verlieses. Die Dialoge sind ausschließlich auf Conroys Telefonate mit der Außenwelt begrenzt und geben Einblick in sein Leben als Familienvater. Als der Anruf einer seiner Entführer einlangt, wird der Grund für seine missliche Lage bekannt – die Kidnapper halten ihn für einen amerikanischen Elitesoldaten und stellen ihm eine Lösegeldforderung.

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Brothers Bloom

Brothers Bloom ist ein Film, der so wunderbar überzogen und übertrieben ist, dass er unglaublich gut gelungen ist und man ihn gesehen haben muss. Die Gebrüder Bloom sind Gauner, Stephen Bloom entwirft Pläne, um Menschen um ihr Geld zu erleichtern. Und weil die Gebrüder das seit ihrer frühen Kindheit machen, hat Stephen mittlerweile künstlerische Ambitionen, die perfekt erlogene Geschichte zu inszenieren, um den Menschen Geld abzuknöpfen.

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An Education

Lone Scherfig hat einen neuen Film gedreht und dieser Film ist sehenswert. Wer die Regisseurin schon von “Wilbur wants to kill himself” kennt, weiß dass sie einen grandiosen Sinn für Zauber hat was in Anbetracht der schwierigen Themen, die sie sich aussucht, ein Kunststück ist.

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You Must Be Wrong If You Think You Don’t Love Me

kurze BeschreibungThe Devil and Daniel Johnston (USA 2006) ist eine empathische Dokumentation von Kreativität, Wahn und Sehnsucht, personifiziert in der musikalischen Ausnahmeerscheinung Daniel Johnston.

„Ladies and gentlemen. The best singer-songwriter alive today: Daniel Johnston!“ Ein behäbiger Mitte-40er in Jogginghose flaniert auf die Bühne, legt ein voll geschmiertes liniertes A4 Heft ohne Noten auf den Notenständer und intoniert mit hoher rauchiger Stimme ein Lied, zu dem er auf seiner verstimmten Gitarre streicht. Wer Johnston und seine Musik nicht kennt, befürchtet in den ersten paar Minuten von The Devil and Daniel Johnston womöglich einer juvenilen Sozialstudie eines Trash-Musikers im Stile einschlägiger lokaler Antimusikphänomene, wie sie hierzulande auf FM4 zu hören sind, auf den Leim gegangen zu sein.

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Nachrichten über das Heute

Eine beißende Satire über die Quotenvernarrtheit eines Fernsehsenders, die Morallosigkeit von Medienbranche und Wirtschaft sowie die Machtlosigkeit der Politik: Network (USA, 1976).

I don’t have to tell you things are bad. Everybody knows things are bad. It‘s a depression. Everybody’s out of work or scared of losing their job. The dollar buys a nickel’s worth; banks are going bust; shopkeepers keep a gun under the counter; punks are running wild in the street, and there’s nobody anywhere who seems to know what to do, and there’s no end to it.

Wegen der Wirtschaftskrise? Weil Staatsmilliarden in marode Banken gesteckt werden, die dann trotzdem pleite gehen, statt sie nachhaltig denkend in Bildung und Forschung zu investieren?

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