Musik

Brian Eno – Taking Tiger Mountain (Island) 1974

Das zweite Solowerk des bunten Hundes der streitbaren (!) Roxy Music ist unglaublich großartig. Das hat die Musikpresse damals ähnlich gesehen, aber gekauft haben das gute Stück nur wenige. Ein früher Liebhaber der Platte war aber David Bowie, der sie zum Anlass genommen hat, Eno anzuheuern und in den späten 70ern nicht nur eng mit ihm kollaboriert hat, sondern teilweise auch dessen Songs als eigene ausgegeben hat (bsp. Warszawa, nach dem sich Joy Division ursprünglich benannt hatten).

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Brad sucks – Out of it

out of it Mit seinem Vorgängeralbum I Don’t Know What I’m Doing konnte sich der Kanadier Brad Turcotte alias Brad sucks als einer der erfolgreichsten unabhängigen Künstler im Netz etablieren. Er ist einer der Ersten, die sich über Tastatur-zu-Tastatur-Propaganda eine Existenz als Musiker aufzubauen vermochten. Diesen Herbst ist nun, nach zwei Community-Remixes des Erstwerks, der Nachfolger mit dem Titel Out of it erschienen.

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Der Elegante Rest – Warten auf das Ende der Welt (Palmo)

Warten auf das Ende der Welt Jörg Wolschina ist ein komischer Kauz. In vielerlei Hinsicht ist er eine Synthese diverser totgeglaubter Figuren: Da haben wir den Minnesänger, der allabendlich zu seiner Holden am Balkon des Elfenbeinturms hinaufträllert, einen pseudo-aristokratischen Dandy, der in einer Mischung aus Selbstverliebtheit und Auto-Aggression den totalen Krieg mit sich selbst inszeniert, den „Ritter im Plattenbau“, von dem er selbst singt, und einen Dichter, der in fremden Zungen spricht und Bilder wachruft, an denen man nicht vorbei kommt – gerade weil man sie nicht immer versteht.

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hier & jetzt: patrick wagner (surrogat, kitty yo, louisville)

Patrick Wagner im Interview.

Surrogat haben Anfang dieses Jahrzehnts polarisiert wie keine andere Band im deutschsprachigen Raum. Ihre Musik war und ist ruppig und kompromisslos, schont weder Publikum noch Produzenten. Selten war Rock so direkt, schnörkellos auf den Punkt und ohne Vorbehalte selbstherrlich. Die Zeit der Raunzerei war kurzfristig vorbei, aber das hatte auch seinen Preis: Diese Kompromisslosigkeit und ihre unkorrumpierbare Haltung im Allgemeinen wurden der Band nämlich – jedenfalls kommerziell – zum Verhängnis. Ich habe mit dem Frontmann Patrick Wagner, der mittlerweile die Seite gewechselt hat und nach Kitty-Yo seine zweite Plattenfirma Louisville Records führt, in den letzten Monaten sporadisch gemailt. Der vorläufige Höhepunkt dieses Briefwechsels wird nun hier abgedruckt:

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Girl Talk – Feed the Animals

Was haben wir damals gestaunt, als der Chemielehrer zwei klare Flüssigkeiten vermengte und plötzlich waberte eine tief violette Brühe im Becherglas. Ähnlich wie der Herr Professor arbeitet Gregg Gillis – nur statt Fluid zu Fluid werden hier schale Schallwellen zu einem eklektischen Klangkonglomerat vereint.

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The Dead Bodies – Cock Cock Cock Cock Xanadu Xanadu

Wie man aus dem Namen dieses Kurzalbums unschwer erkennen kann, wird hier Indie-Pop abgeliefert, Spielrichtung „leicht verschroben“. Nimmt man die Anfangsbuchstaben und liest sie als römische Ziffer, ergibt sich, arabisch geschrieben, die Zahl 420, was aber, da weitgehend frei von Bedeutung, nicht einmal als Zufall bezeichnet werden darf. Also zurück zur Musik.

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Neuschnee – Wegweiser (Problembär)

Ich habe Neuschnee im Sommer 2006 zum ersten Mal im besetzten Haus in der Gumpendorferstrasse gehört und mich augenblicklich in die Band verliebt. Dabei sind Neuschnee eine Band, die es eigentlich nicht geben dürfte. Mit ihrer betont uncoolen Mischung aus Rock, Pop, Klassik und Tondichtung passen sie nicht so recht in diese Zeit und in diese Stadt.

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Börn – Schöne Dinge Einfach / 21 Songs by Börn (Rebeat)

Bernhard „Börn“ Moshammer hat neulich in der Bunkerei einen sehr schönen Rahmen gefunden, sein bereits im Vorjahr erschienenes Doppelalbum einem größeren Publikum zu präsentieren und ich war sichtlich nicht der einzige, dem der Abend ein Aha-Erlebnis beschert hat.

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Paper Bird – Cryptozoology (Sea You Records)

Kryptozoologie ist die Beschäftigung mit ausgestorbenen bzw. mythischen Tieren und bewegt sich damit zwischen Wissenschaft und Phantasie. Ähnlich ist es mit Anna „Paper Bird“ Kohlweis, die sich mit kindlicher* Verspieltheit* über die große Dramatik hermacht. Schon auf ihrem Debut Peninsula hat sie eindrucksvoll bewiesen, was man mit ein paar Knopfmikrophonen auf Balkonen und in Schlafzimmern einen großartigen Tonträger basteln kann und jetzt holt sie noch etwas weiter aus. Cryptozoology ist ein gutes Stück dichter als der Vorgänger, textlich und musikalisch konzentrierter aber dennoch hat sie sich ihre naive* Herangehensweise bewahrt und schichtet Instrumente zu unerhört bezaubernden Klangkollagen. Aber nicht nur das: Anna Kohlweis ist nicht nur eine faszinierende Musikerin mit einer wunderschönen Gesangsstimme sondern auch eine hierzulande unerreichte Poetin und sehr, sehr klug. “None of the above”. So ist das. Super.
www.myspace.com/paperbird

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* Ja, das sind Komplimente. Es liegt nicht an mir, dass diese Worte in Verruf gekommen sind. Abgebrühte, mit-allen-Wassern-gewaschene Lieder gibt es ohnehin wie Sand am Meer...

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Screena – Screena (LiMuPic Records)

Was haben wir denn hier? Eine kleine silberne Scheibe. Ein Deko-Artikel? Riesenohrringe für Krocha-Ladys? Nein! Ein kleiner Silberling, dessen Bestimmung es scheinbar ist, in ein passendes Gegenstück gelegt zu werden. Was könnte dies nur sein?

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