Fortsetzungsgeschichte
Von einem Fortsetzungsromanen kennt man doch höchstens immer nur einen Teil; den man etwa aus Langeweile zufällig im Wartezimmer des Fußpilzarztes liest oder in einer im Zug liegengelassenen einschlägigen Zeitschrift. D. Verf. selbst ist es noch nie geglückt, zwei aufeinanderfolgende Teile ein und desselben Fortsetzungsroman zu finden.
An dieser Stelle werden Sie also jedes Mal irgend einen Teil irgend eines Fortsetzungsromans finden – aber eben niemals die Fortsetzung (hier würde ich sehr gerne das Wort „Versatzstücke einbringen – was hiermit geschieht). Die können Sie sich, genauso wie die Vorgeschichte, nach Belieben selber zusammenreiemen; Ihrer Phantasie sind dabei, anders als im regulären Fortsetzungsroman, keine Grenzen gesetzt.
Die Walverwandtschaft
Folge 7: Im Spiegelkabinett
Jonas betrat das Badezimmer, einen Raum, in dem er seit seinem Einzug noch nicht allzu viel Zeit verbracht hatte. Wozu auch? Ein Ort, an dem die Gesellschaft bis in die Sphären der Intimität vorzudringen pflegt, hatte für ihn wenig Nutzen. Im Bad macht man sich bereit für die Außenwelt, reibt, frottiert, stutzt und legt alles zurecht, was man in Kürze den Blicken der anderen ausgesetzt weiß. Man tritt gleichsam aus sich selbst heraus und betrachtet sich im Spiegel mit den Augen derer, deren Achtung und Anerkennung man erhofft. Dies jedoch verlangt meist erhebliche Anstrengungen.
→ zum ArtikelGlückwärts. Eine Idylle
Kapitel III b,
in welchem wir, nachdem uns einige Hintergründe nähergebracht, die Familie der Holznerin Katha vorgestellt sowie jene schicksalhafte Veränderung geschildert worden ist, welche durch deren plötzliches Auftreten das bis dahin recht gleichförmige Dasein der jungen Holznerin Katha erschütterte, nun Näheres über die Holznerin Katha selbst erfahren, die nach den darauffolgenden, nicht minder tragischen Wirrnissen und Ereignissen nun – wie im ersten Teil des Kapitels geschildert – ein Leben als Sennin führt.
In dieser Abgeschiedenheit hatte die Sennin Katha also vorerst ihr Glück gefunden, wie sie mir bei meinem ersten Besuch auf der Hütte erzählte.
→ zum ArtikelDie Mechanik (gekürzt)
Fünftes Kapitel, Teil 1: „Lex prima“
Lesen Sie nun die Fortsetzung unseres ebenso spannenden wie spinnenden Romans. Nach der zugegeben sehr ausführlichen wie wirren Erläuterung der Newton’schen Vorstellungen bezüglich Zeit und Raum bewegen wir uns in diesem Kapitel vorsichtig zu den Grundgesetzen der Mechanik zurück. Die begeleitende freiwillige Lektüre eines Physikbuches ist erfreulich, aber nicht notwendig.
Des Nachts, während seine Gedanken weiter um die Trägheit kreisten, vernahm er nun zeitweilig wieder das summende, bisweilen pochende Maschinengeräusch, welches ihm schon Wochen zuvor aufgefallen war und dem er schon damals, im Bett liegend, mit ruhiger, bisweilen auch gespannter Aufmerksamkeit gelauscht und nachgespürt hatte. Auch jetzt horchte er auf das Geräusch – es schien die unvollkommene Schwärze seines Wohnschlafraumes, die ihm just in diesem Augenblick auffiel, auf provokante Weise zu untermalen, als gelte es, eine unbewegte Szene in lächerlicher Manier zu vertonen.
→ zum ArtikelHolubarz
Erste Folge: Drei Polnische
Es war ein schöner Tag und die Frau Inge vom Salon Sylvia grüßte ganz besonders freundlich. Holubarz schleppte missmutig den Plastiksack mit den Einkäufen fürs Wochenende nach Hause, während die Vögerl im Beserlpark trillerten, was ihre kleinen Goldkehlen nur her gaben. „Elendiges Geflügel“, schnaubte Holubarz in sein Doppelkinn und ärgerte sich so sehr über diese hundselendigen Kanari, dass er zu allem Überdruss vor lauter Groll fast noch ein Hundstrümmerl übersehen hätte und in selbiges hinein gestiegen wär’.
→ zum ArtikelRaumkapitän Sed‘s Logbuch
Der mysteriöse Nebel (Teil 7)
Raumkapitän Sed befindet sich mit seinem schnellen Sternenkreuzer Echo in den unendlichen Weiten und Längen von Zeit und Raum auf der Suche nach Swesda Klubniku, einem – der Überlieferung nach – paradiesischen Planeten. Wir erinnern uns: Die Erde wurde durch einen hinterlistigen Schlag des düsteren Lord Zozwo unbewohnbar. Nur ein kleiner Teil der Menschheit konnte sich auf Raumarchen in Sicherheit bringen. Sed und seine Crew wurden ausgeschickt, um ein neues Zuhause für die Überlebenden zu finden. In der letzten Folge überschlugen sich einmal mehr die Ereignisse: Die Echo entkommt in letzter Sekunde dem schwarzen Wirbel von Golgomoth und entdeckt im Schatten desselben einen merkwürdigen Sternennebel, während auf Noah 5, der Arche, auf welcher sich Seds hochschwangere Verlobte Aptica befindet, eine Meuterei im Gange ist.
→ zum ArtikelDer Schneeleopard
Wir erinnern uns: Nach dem spurlosen Verschwinden von Gustav van Broghs zweiter Exfrau, Sabrina van Brogh-Metternich, eröffnet Ludmilla publikumswirksam ein Heim für Waisenkinder, um den millionenschweren Industriellen Henry Dufay zu beeindrucken. Inzwischen kommt ihr aber zu Ohren, dass sich der verschollen geglaubte Gustav wieder in der Öffentlichkeit zeigt – und zwar in ungewohnter Begleitung.
Mit zusammengekniffenen Augen taxierte Ludmilla die neue Gattin ihres Exmannes. Diese schien ein ganz anderes Kaliber zu sein als die stets etwas plump wirkende Sabrina, van Broghs zweite Frau und Ludmillas unmittelbare Nachfolgerin.
→ zum ArtikelIn Gedanken schon mit Hut
Bald, Baldo, bald … (Teil 2 )
Nachdem Baldo mehr oder weniger zufällig die Bekanntschaft von Teddy, einem auf internationaler Ebene agierenden Verhökerer allgemeiner und auch ausgefallener Wertgegenständlichkeiten, gemacht hat, wird ihm von diesem sogleich ein Auftrag erteilt. Baldo hat zwar einige Mühe, das gewünschte Objekt in seinen Besitz zu bringen – wir erinnern uns mit Schaudern an die Katastrophe mit dem Zeppelin und die Schwierigkeiten, die die Schwerelosigkeit mit sich brachte – doch letztendlich glückt das Unterfangen und Teddy erhält die begehrte Kostbarkeit. Bald wird Baldo jedoch klar, dass das Kleinod seine Gedanken nicht zur Ruhe kommen lässt, er begreift, wie schamlos Teddy ihn benutzt hatte. So beschließt er, sich zurückzuholen, was ihm ohnehin schon immer gehört hatte. Ein halbes Jahr nach seiner überstürzten Abreise kehrt Baldo nun zurück nach Hausdorf, wo er alles so vorfindet, wie er es verlassen hat.
→ zum ArtikelTabes Nivis
oder: Eine Reise entlang des Singularitätenzyklus.
Eine Erzählung für Erwachsene und andere.
Im Prolog lernten wir flüchtig den gelernten Bürokommissär mittleren Alters Georg O. kennen sowie eine bis dato mysteriöse, jedoch eher junge Person namens A. Viel ist zugegebenermaßen noch nicht passiert, darum spart sich der Verfasser das ewige „Was bisher geschah“-Blabla. Aus Gründen der Lesbarkeit wurde die Verwendung des unsäglichen „man/frau“ und andere Verballhornungen wie „man/frau/kind“ bzw. „mensch“ zugunsten des nach der Auffassung d. V. weitaus praktischeren, weil Mann und Frau gleichermaßen einbeziehenden „man“ großzügig abgelehnt. Wer sich beleidigt fühlt, dem schlägt d. V. vor, sich indignierte Wurstwaren vorzustellen und diese nachzuahmen. Vegetarier nehmen Tofu.
→ zum ArtikelLa méchante
Die schwarze Limousine – Teil #3
Was bisher geschah: Claude und Charlotte begeben sich zum Geburtstagsfest ihres Ziehvaters, Albert de la Gruyère. Claude, der Julie heimlich verehrt, ahnt nicht, dass sich seine Stiefschwester mit dem zwielichtigen Gaston de Mèche eingelassen hat. Das Fest findet ein unvermitteltes Ende, als Julie entführt wird; kurz darauf trifft ein Brief ein, der Albert zur Zahlung von Lösegeld auffordert.
→ zum ArtikelSturm über Schloss Tattergrey
Die tragische Geschichte der Lady Loretta – Teil #7
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