Fortsetzungsgeschichte

Von einem Fortsetzungsromanen kennt man doch höchstens immer nur einen Teil; den man etwa aus Langeweile zufällig im Wartezimmer des Fußpilzarztes liest oder in einer im Zug liegengelassenen einschlägigen Zeitschrift. D. Verf. selbst ist es noch nie geglückt, zwei aufeinanderfolgende Teile ein und desselben Fortsetzungsroman zu finden. An dieser Stelle werden Sie also jedes Mal irgend einen Teil irgend eines Fortsetzungsromans finden – aber eben niemals die Fortsetzung (hier würde ich sehr gerne das Wort „Versatzstücke“ einbringen – was hiermit geschieht). Die können Sie sich, genauso wie die Vorgeschichte, nach Belieben selber zusammenreimen; Ihrer Phantasie sind dabei, anders als im regulären Fortsetzungsroman, keine Grenzen gesetzt.

Raumkapitän Sed‘s Logbuch

Der mysteriöse Nebel (Teil 7)

Raumkapitän Sed befindet sich mit seinem schnellen Sternenkreuzer Echo in den unendlichen Weiten und Längen von Zeit und Raum auf der Suche nach Swesda Klubniku, einem – der Überlieferung nach – paradiesischen Planeten. Wir erinnern uns: Die Erde wurde durch einen hinterlistigen Schlag des düsteren Lord Zozwo unbewohnbar. Nur ein kleiner Teil der Menschheit konnte sich auf Raumarchen in Sicherheit bringen. Sed und seine Crew wurden ausgeschickt, um ein neues Zuhause für die Überlebenden zu finden. In der letzten Folge überschlugen sich einmal mehr die Ereignisse: Die Echo entkommt in letzter Sekunde dem schwarzen Wirbel von Golgomoth und entdeckt im Schatten desselben einen merkwürdigen Sternennebel, während auf Noah 5, der Arche, auf welcher sich Seds hochschwangere Verlobte Aptica befindet, eine Meuterei im Gange ist.

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Der Schneeleopard

Wir erinnern uns: Nach dem spurlosen Verschwinden von Gustav van Broghs zweiter Exfrau, Sabrina van Brogh-Metternich, eröffnet Ludmilla publikumswirksam ein Heim für Waisenkinder, um den millionenschweren Industriellen Henry Dufay zu beeindrucken. Inzwischen kommt ihr aber zu Ohren, dass sich der verschollen geglaubte Gustav wieder in der Öffentlichkeit zeigt – und zwar in ungewohnter Begleitung.

Mit zusammengekniffenen Augen taxierte Ludmilla die neue Gattin ihres Exmannes. Diese schien ein ganz anderes Kaliber zu sein als die stets etwas plump wirkende Sabrina, van Broghs zweite Frau und Ludmillas unmittelbare Nachfolgerin.

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In Gedanken schon mit Hut

Bald, Baldo, bald … (Teil 2 )

Nachdem Baldo mehr oder weniger zufällig die Bekanntschaft von Teddy, einem auf internationaler Ebene agierenden Verhökerer allgemeiner und auch ausgefallener Wertgegenständlichkeiten, gemacht hat, wird ihm von diesem sogleich ein Auftrag erteilt. Baldo hat zwar einige Mühe, das gewünschte Objekt in seinen Besitz zu bringen – wir erinnern uns mit Schaudern an die Katastrophe mit dem Zeppelin und die Schwierigkeiten, die die Schwerelosigkeit mit sich brachte – doch letztendlich glückt das Unterfangen und Teddy erhält die begehrte Kostbarkeit. Bald wird Baldo jedoch klar, dass das Kleinod seine Gedanken nicht zur Ruhe kommen lässt, er begreift, wie schamlos Teddy ihn benutzt hatte. So beschließt er, sich zurückzuholen, was ihm ohnehin schon immer gehört hatte. Ein halbes Jahr nach seiner überstürzten Abreise kehrt Baldo nun zurück nach Hausdorf, wo er alles so vorfindet, wie er es verlassen hat.

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Tabes Nivis

oder: Eine Reise entlang des Singularitätenzyklus.
Eine Erzählung für Erwachsene und andere.

Im Prolog lernten wir flüchtig den gelernten Bürokommissär mittleren Alters Georg O. kennen sowie eine bis dato mysteriöse, jedoch eher junge Person namens A. Viel ist zugegebenermaßen noch nicht passiert, darum spart sich der Verfasser das ewige „Was bisher geschah“-Blabla. Aus Gründen der Lesbarkeit wurde die Verwendung des unsäglichen „man/frau“ und andere Verballhornungen wie „man/frau/kind“ bzw. „mensch“ zugunsten des nach der Auffassung d. V. weitaus praktischeren, weil Mann und Frau gleichermaßen einbeziehenden „man“ großzügig abgelehnt. Wer sich beleidigt fühlt, dem schlägt d. V. vor, sich indignierte Wurstwaren vorzustellen und diese nachzuahmen. Vegetarier nehmen Tofu.

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La méchante

Die schwarze Limousine – Teil #3

Was bisher geschah: Claude und Charlotte begeben sich zum Geburts­tagsfest ihres Ziehvaters, Albert de la Gruyère. Claude, der Julie heimlich verehrt, ahnt nicht, dass sich seine Stiefschwester mit dem zwielichtigen Gaston de Mèche eingelassen hat. Das Fest findet ein unvermitteltes Ende, als Julie entführt wird; kurz darauf trifft ein Brief ein, der Albert zur Zahlung von Lösegeld auffordert.

Die Vorkommnisse des gestrigen Tages lasteten schwer auf Claudes Gemüt und die gespannte Ruhe in dem Gebäude verstärkte seine eigene Unruhe. Er saß auf seinem Bett, den Kopf hatte er in seine Hände gelegt, das Stirnhaar, als wollte er es ausreißen, zwischen den Fingern haltend; so stierte er gedankenvoll vor sich hin und ließ die Geschehnisse noch einmal Revue passieren: seine Ankunft, gemeinsam mit seiner Schwester Charlotte, die sich die Reise hindurch ernster und verschlossener gegeben hatte, als er es von ihr gewohnt war; noch bevor sie das Haus ihrer Kindheit erreicht hatten, kam ihnen schon ihre Stiefschwester auf der Auf­fahrt entgegengelaufen – Claude seufzte tief, als er Julies Antlitz im Geiste vor sich sah, ihre kühlen Augen, die den Scharfsinn dahinter erahnen ließen, die so gar nicht zu ihren kindlich ge­run­deten rötlichen Wangen passen wollten, Augen, deren niemals verträumter Blick einen gleichsam durchbohren konnte – um ihre schmalen Lippen lag oft ein spöttisches Lächeln, sodass er in ihren Gesprächen bisweilen nicht wusste, ob sie ihn ernst nahm.
Beim Empfang wirkte sie noch fröhlich und unbeschwert. Claude lächelte zärtlich, als er sie in seiner Erinnerung vor sich sah, wie sie geschäftig durch die wachsende Menge von Gästen tänzelte, hier jemanden begrüßte, da eine Bemerkung fallen ließ, von Zeit zu Zeit heiter auflachte.
Später, beim Gartenfest, war sie plötzlich aufgebracht in Richtung Straße davongestürzt. Von Sorge ergriffen war ihr Claude nach­ge­laufen, aber noch bevor er das efeuumrankte Gittertor des An­wesens erreichte, versagten ihm die Beine und er stürzte. Heftig nach Atem ringend und im Stillen sein krankes Herz verfluchend, versuchte er sich mühsam aufzurichten; schon fühlte der Erschöpfte seine Sinne schwinden. Wie aus weiter Ferne vernahm er das Geräusch zuschlagender Autotüren. Mit großer Anstrengung hob er den Kopf – zwischen den Gitterstäben des Tors vermeinte er eine schwarze Limousine zu erkennen, die mit aufheulendem Motor be­schleunigte und aus seinem Blickfeld verschwand, bevor ihn sanftes Dunkel umfing.

„Claude?“
Jäh wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Charlotte hatte un­bemerkt den Raum betreten.
„Hast du mein Klopfen nicht gehört? Ich habe mir Sorgen ge­macht!“
Wortlos hob Claude die Schultern und fuhr fort, mit gesenktem Kopf auf den Boden zu starren. Obwohl er es vermied, sie anzu­sehen, fühlte er den prüfenden Blick der Schwester.
Schließlich brach Charlotte das Schweigen.
„Jacob hat den Arzt gerufen – keine Angst, nicht deinetwegen“, fügte sie hinzu, als der junge Mann abwehrend die Hände hob. „Dem Alten geht’s nicht gut. Die Entführung scheint ihm nicht zu bekommen. Was wohl erst passiert, wenn seiner geliebten Tochter tatsächlich etwas zustoßen sollte?“, fuhr sie leichthin fort. Sie lächelte leicht, als sie Claudes verstörtes Gesicht bemerkte.
„Wie kannst du so etwas sagen? Sie ist unsere Schwester –“, flüsterte er.
„Und Albert? Ist er vielleicht unser Vater?“, versetzte sie scharf.
Claude erschrak über die Kälte in ihrer Stimme. Verständnislos starrte er seine Schwester an.
„Claude, hör mich an. Vor einiger Zeit hatte ich eine Begegnung, die mein Leben veränderte, und deines wird sie auch verändern! Was weißt du wirklich über Albert, seine Vergangenheit? Über den Tod unserer Eltern? Dieses Haus birgt dunkle Geheimnisse, Bruder­herz!“
Sie holte tief Atem und fragte sanfter: „Willst du die Wahrheit wissen?“
Mit jedem Wort der Schwester wuchs seine Fassungslosigkeit. Die Zeit schien beinahe stehen zu bleiben, während langsam die Worte seiner Schwester, die keine Miene verzogen hatte, wie durch einen dichten Nebel zu ihm, der mit ungläubigem Gesichtsausdruck noch immer auf seinem Bett saß, durchsickerten, und immer stärker wuchs eine furchtbare Gewissheit in ihm, als er allmählich deren Sinn zu begreifen begann. Erst nach einigen Minuten bemerkte er, dass Charlotte verstummt war. Claude erhob sich taumelnd. Wortlos verließ er den Raum.

Er wusste nicht mehr, wie lange er durch den Wald gelaufen war, als er in einiger Entfernung das alte Jagdhaus erblickte. Der Weg vom Haus dorthin war jedoch weit, er musste schon stundenlang unterwegs sein. Erst jetzt bemerkte er seine eigene Erschöpfung. Eine Welle von Schwäche überkam ihn. Zornig über seine Ohnmacht ließ er sich zu Boden sinken. Gewiss war es schon später Nachmittag. Den Weg nach Hause würde er vor Anbruch der Dunkelheit nicht mehr schaffen. Vielleicht konnte er im Jagdhaus unterkommen.
Ein Geräusch in seiner Nähe ließ ihn aus seinen Überlegungen auf­fahren. Ängstlich blickte er sich um – alles war still. Jetzt ver­meinte er, vom Jagdhaus her Stimmen zu hören. Vorsichtig bog er die Zweige des Busches auseinander, hinter dem er sich niedergelassen hatte, und blickte angestrengt in die Richtung des Hauses. Zwischen den dicht belaubten Bäumen vor dem Haus sah er etwas Schwarzes schimmern – es ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren: Vor der Hütte stand eine schwarze Limousine, daneben – eine lachende Julie ...

Wird Claude dieses Abenteuer heil überstehen? Wird vor allem seine Liebe zu Julie unversehrt bleiben? Wer sind die Entführer? Wel­che Rolle spielt Julie darin? Werden wir das Geheimnis um das tragische Schicksal der Eltern des Ge­schwis­ter­paares lüften? Fragen über Fragen, die niemand beantworten kann; die Redaktion musste den Autor bedauerlicherweise entlassen, da letzterer nach dem Zursprachekommen der miesen Qualität seiner Texte handgreiflich wurde.
Lesen Sie in der nächsten Ausgabe daher wieder einen völlig neuen Schmarrn!

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Sturm über Schloss Tattergrey

Die tragische Geschichte der Lady Loretta – Teil #7

Was bisher geschah: Lady Loretta Sibelya von Knockersville, eine vom Leben bereits schwer geprüfte junge Witwe, auf Drängen ihrer Familie wiederverheiratet, wird während ihres Aufenthalts auf Schloss Tattergrey, der von fortwährenden Intrigen und falschen Verdächtigungen überschattet ist, von einem weiteren harten Schicksalsschlag getroffen, als ihr Mentor und Sponsor, Onkel Edwin, während einer Inspektion der Renovierungsarbeiten am Westflügel, deren Leitung nach dem unerwarteten Tod des Bau­herren und Ehemanns ihrer Cousine, Richard Manteroy, dem erfolgreichen Ingenieur Roger von Hampelshire übertragen wurde, auf tragische Art und Weise ums Leben kommt.

... die Tür fiel hinter ihm zu und sein Blick auf Lady Loretta, die sich auf dem Canapé ausgestreckt und, wie er mit leichtem Erstaunen feststellte, ihrer Schuhe und Strümpfe entledigt hatte. Sie musste seine Überraschung bemerkt haben. Ein beschämtes Lächeln umspielte ihre vollen Lippen, als sie sich langsam aufrichtete. Wie um sich zu entschuldigen sagte sie leise: „Oh! Verzeihen Sie vielmals – ich wollte einfach nur die Beine hochlegen nach diesem ­langen Abend ...“ Sie verstummte, und mit heißen ­Wangen senkte sie den Kopf. Roger fühlte, er müsse etwas sagen, um die peinliche Stille zu überbrücken. „Lady Loretta ...,“ begann er mit heiserer Stimme, brach jedoch ab und räusperte sich. Bevor er erneut ansetzen konnte, hatte Loretta ihr dunkel umrahmtes Antlitz wieder erhoben und mit leicht schiefgelegtem Kopf, die anmutig geschwungenen Augenbrauen hoch­gezogen, blickte sie ihn nun aus trauererfüllten Augen an. Er wagte es nicht, weiterzusprechen.

Für eine Weile war nur das Knistern und ­Knacken der schweren Holzscheite im Kamin zu hören, untermalt vom Klatschen schwerer Regentropfen ans Fenster.

Lady Loretta schien ihre Fassung wiedergewonnen zu haben; ihre schlanken Hände fassten ihr Haar und strichen es leicht aus ihrem eben­mäßigen Gesicht, bevor sie sie in den Schoß legte. Für einen Moment glaubte Roger den gewohnten Stolz in ihren Augen aufblitzen zu sehen.
Schließlich brach sie das Schweigen. „Wissen Sie, Roger“, begann sie, indem sie den Blick wieder auf den Boden richtete, „dieser Tag war nicht leicht für mich. Für keinen in der Familie.“ Trotzdem sie mit ruhiger Beherrschung sprach, konnte Roger nicht umhin, ein leises Zittern in ihrer Stimme zu bemerken. Wie zerbrechlich sie wirkte, trotz ihres stolzen Ausdrucks, den sie sich sogar jetzt, allen Umständen zum Trotz, behalten hatte. Einen Augenblick lang verspürte er das starke Bedürfnis, dieses zarte Wesen sanft in die Arme zu nehmen. „Natürlich“, erwiderte er nun in verständnisvollem Ton, indem er sich langsam der jungen Frau näherte, die den Blick noch immer gesenkt hielt, „für uns alle ist es nicht einfach.“ Nun stand er direkt vor ihr. „Lady Loretta ...“, begann er abermals, leiser, aber diesmal mit Bestimmtheit, und fasste sie sanft am Kinn. Sie ließ es zu, dass er ihr zum ersten Mal seit seiner Ankunft auf Schloss Tattergrey tief in die Augen sah; bisher war sie seinem durch­dringenden Blick immer ausgewichen. Sie ­wehrte sich auch nicht gegen die einzelne Träne, die sich ihren Weg über das sanfte Rund ihrer elfenbeinfarbenen Wange bahnte. Sein Blick, in der Sonne von strahlendem Blau, im gedämpften Licht des Salons jetzt dunkel und geheimnisvoll schimmernd, berührte sie auf eine Art, die sie nicht mit Worten zu beschreiben vermochte, und in ihrem Herzen regten sich Gefühle, die sie seit langer Zeit nicht mehr empfunden hatte, nicht mehr empfinden wollte ...

„Oh, Roger ...“, stieß sie leise schluchzend hervor, ihre Brust hob und senkte sich heftig, „wenn Sie nur wüssten!“ Sanft legte er seinen Zeigefinger auf ihre weichen Lippen und ließ sich langsam neben ihr auf dem Canapé nieder. „Beruhigen Sie sich“, murmelte er, hielt einen Moment inne, in dem er sie prüfend anblickte, und küsste sie schließlich auf die Wange, wie um die Träne aufzuhalten. Lorettas mühsam errungene Fassung schmolz bei dieser zärtlichen Berührung dahin und heiß durchströmte sie mit einem Mal der brennende Wunsch, ihren Stolz aufzugeben, ihre Fassade fallen und ihrem Schmerz ­freien Lauf zu lassen und sich diesem Mann, der sie seit seiner Ankunft mit seiner ungewöhn­lichen und charmanten Art in den Bann gezogen ­hatte, leiden­schaftlich hinzugeben. Das Kaminfeuer schien plötzlich hell aufzulodern, der Regen ­heftiger zu werden, gleich dem Sturm, der in ­ihrer zer­rissenen Seele wütete und an den Grundfesten jener Mauer rüttelte, die sie über die Jahre um ihr Herz aufgebaut hatte. Roger erahnte wohl den Kampf in ihrem Innersten, denn nun zog er die Erschaudernde sanft, aber be­stimmt an sich und berührte leicht ihre Lippen mit den seinen. Sie erwiderte den Kuss erst zögerlich, dann, von ihren Gefühlen gänzlich überwältigt, ­heftiger, sein Gesicht mit beiden Händen fassend, er selbst, von Verlangen gepackt, vergrub seine Hand in ihrem Haar und beide gaben sich voller Leidenschaft einem innigen Kuss hin.

„Loretta!“

Lorettas Herz schien stehenzubleiben, als die beiden jäh aus ihrem Treiben gerissen wurden. Mit schrecklicher Gewissheit hatte sie augenblicklich die Stimme ihres Mannes erkannt, der, von den beiden unbemerkt, während ihres verbotenen Spiels eingetreten war. Sofort ließ ­Loretta von Roger ab. Vor Entsetzen wie ge­lähmt starrte sie nun ihren Gatten an, der seinerseits fassungs- und regungslos in der Tür stand. Roger war als Einziger ruhig geblieben, erhob sich nun gelassen und bewegte sich, nicht ohne seine Kleidung zurechtgerückt zu haben, mit lang­samen, bedächtigen Schritten, die Hände auf dem Rücken verschränkt, auf Lorettas Ehemann zu. „Paul“, begann er mit ruhiger Stimme und ­fixierte sein Gegenüber, während er sich näherte. Aus dem Augenwinkel sah Loretta im dämmrigen Licht des Raums etwas aufblitzen. Verwirrt blinzelte sie die Tränen aus ihren Augen. Was hielt Roger da in der Hand? War der Tod ihres Onkels wirklich nur ein Unfall? Er hatte die Tür nun fast erreicht. „Paul!“, stieß sie atemlos hervor, von plötzlicher Panik ergriffen. Im nächs­ten Moment tauchte ein greller Blitz das Zimmer für eine Sekunde in gleißendes Licht, und ohrenbetäubender Donner brachte das Gemäuer zum Erzittern! Im selben Augenblick erloschen sämtliche Lampen im Raum, sodass nur noch der schwache Schein des Feuers geisterhafte Schatten über die alten Gemälde auf den Wänden tanzen ließ. In die plötzliche unheilvolle Stille fiel ein gedämpfter Schrei, irgendwo im Haus, ansonsten hörte Lady Loretta nichts außer ihrem eigenen keuchenden Atem und das laute Klopfen ihres bangen Herzens ...

Wird Paul diesen Abend überleben? Oder hält Roger doch nur Lorettas Ehering in der Hand, den er tags zuvor am Grund des Schlossbrunnens gefunden hatte? Wir werden es nie erfahren. Der Autor musste seine Tätigkeit bedauerlicher- aber notwendigerweise wegen Spiel- oder Trunksucht aufgeben.
Lesen Sie in der nächsten „Bagger“-Ausgabe Teil 10 des beliebten Fortsetzungs-Ärzteromans ­„Diagnose: Liebe“. Wird Schwester Sara endlich zu ihrer großen Liebe finden?

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