Ethik

Kritik des Hotzenplotzischen Weltbildes

Zwackelmann

„Ein Mensch, der stiehlt, würde für jede poetische Darstellung von ernsthaftem Inhalt ein höchst verwerfliches Objekt sein.“ (Friedrich Schiller, Jena)

Am St.-Johannis-Tag 1787 spielte auf dem Jahrmarkt zu Königsberg, Preußen, eine fahrende Marionettenbühne zum soundsovielten Mal die „Sämtlichen Abenteuer des Räubers Hotzenplotz“. Textgetreu war der große und böse Zauberer Petrosilius Zwackelmann schon im ersten Teil schmählich im eigenen Schloßkeller ersoffen und hing nun zum Trocknen hinter der Puppenspielerbude – was ihm Gelegenheit bot, mit einem illustren Königsberger Spaziergänger ins Gespräch zu kommen. Indessen landete auf einer nahen Birke ein uralter Rabe mit moosgrünem Gefieder; in seinen Bürzelfedern verborgen saß, das erstaunt längst keinen mehr, die Wanze.

Immanuel: – so verkörpern doch Sie, Herr Kollege, gewissermaßen das Irrationale.

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Aus Alt mach Neu

Griechenland ist pleite, an jeder Ecke steht ein Atomkraftwerk und im Fernsehen nix Gescheites. Die Welt geht in die Miesen und wir sind dabei. Und zu allem Überfluß haben wir Politiker, die versuchen, unsere Kapitalgesellschaft zu retten. Da möchte man doch aus der Haut fahren? Tun Sie’s doch – das Glück liegt auf der Straße!

Ich habe mir heute einen Baseballschläger auf Amazon bestellt. Neben unterschiedlicher Form, Farbe und Größe eines Schlägers besteht das wesentliche Qualitätsmerkmal im Material, Alu oder Holz, und insofern man nicht bereits Sixpacks hat, ist der Griff nach Aluminium zu empfehlen. Es ist wesentlich leichter, liegt dadurch hervorragend in der Hand und bei harten Schlägen ergeben sich Dellen, doch wir wollen kein Purist sein, so ein Schläger kostet keine 20 Euro, und Dellen sehen noch dazu cool aus. Für den vorausdenkenden Käufer gibt’s ihn (den Schläger) auch in Rot,  muß nicht sooft gereinigt werden, und das kann – kleiner Tipp – viel Mühe ersparen!

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Werte und ihre Umwertung

Katz und MausZum guten Ton im zwischenmenschlichen Umgang. Und über die beiden Tonarten.

Als im September 2001 in New York das World Trade Center zusammenstürzte, war relativ bald klar, wer den Anschlag verübt haben muss: Islamisten, in Bewegung gesetzt durch Bin Ladens Netzwerk Al Kaida. Insbesondere George W. Bush, Sohn von George H.W. Bush und zu dieser Zeit Präsident der USA, wollte aber gerne noch jemand anderen in der Verantwortung sehen. Schon am 14. September erwähnte er gegenüber Tony Blair, Premier Großbritanniens, eine mögliche Verbindung zwischen Al Kaida und Saddam Hussein, dem langjährigen Diktator des Irak, gegen den bereits sein Vater Krieg geführt hatte.

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Schlechte Autobahnen

HC Strache erklärte mit sarkastischem Unterton vor gut einem Jahr in der ORF-Pressestunde, was alles schlecht an der Zeit des Nationalsozialismus gewesen ist: „Der Erste Mai, die Kirchensteuer, VW-Produktion, Autobahnbauten, das war alles entsetzlich.“

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Tiefbau: Fegefeuer

Fegefeuer Hell-dunkel, schwarz-weiß, gut-böse, Himmel und Hölle. Das Gleichnis schlechthin für den allgegenwärtigen Dualismus. Erklärung und Grundlage unserer Weltsicht als Übertragung ins Jenseitige und als Projektion des Jenseitigen auf das Diesseits. Die Guten werden belohnt, die Schlechten bestraft – einfache, logische Folgerung, der sich jeder, der ein wenig bei Verstand ist, fügen wird. Man hat die Wahl: Auch die kleinste, ungesühnte Sünde führt geradewegs in die Hölle, das ist zwar hart, aber folgerichtig.

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