Hitze

Underwater Love

Wer im Hochsommer in der Wiener Innenstadt lauschige Sommerabende in Zweisamkeit verbringen will, dem bleibt in Ermangelung einer vor Nachbarsblicken geschützten Dachterrasse nur die ehrwürdige Altbauwohnung. Und für diese gilt bekanntlich von Juni bis August: Innentemperatur ist gleich Außentemperatur plus noch ein bisschen was. An den Tagen, an denen ein Weg zum Billa einem Marsch durch die Lut-Wüste glich, litt mein Liebster Höllenqualen. Nur bei dem Gedanken sich zu bewegen, versammelten sich Schweißperlen auf seiner Stirn. Jeder Akt wurde zum Kraftakt, auch der unsrige. Und so begann es.

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Die Sauna ist zum Schwitzen da ...

  • .. und deshalb sollte man sie lieber ausprobieren anstelle viel Theoretisches über sie zu lesen! Für alle, die sich aber fragen: „Wo, wann und wie mach ich das am besten?“ ist dieser Artikel gedacht …*

Nichts ist nämlich schlimmer, als mit vollem Magen, ohne Badelatschen und mit nur kleinen Handtüchern in der Saunalandschaft zu stehen und sich dann trotzig auf den Weg zum „Profi- Aufguss“ bei 100 Grad zu machen. Weiß ich aus Erfahrung.

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Ralf Rothmann: Hitze

„Eine fast monochrome Arbeit auf einem schlecht bespannten Rahmen; violettes, hier und da schwärzlich scheinendes Gewölk. Nur in der rechten oberen Ecke gab es einen orangefarbenen Fleck […]“

 HitzeRalf Rothmann hat bisher mehr Romane als Lyrikbände verfaßt; „Hitze“ (erschienen bei Suhrkamp, 1. Auflage 2003) ist aber eher ein Stück Lyrik als ein Roman. Von allen möglichen Erzählmodellen hat er sich vor allem eines ausgesucht: das Volkslied. Bewußt, denn das überschriftlose Vorwort trällert mit einer alten polnischen Volksweise los („Halte durch, guter Baum … es sind nur noch hundert Jahre.“)
Handlung ist dabei zweitrangig. Man kann von den knapp 300 Seiten zwei Drittel lesen, ehe man bemerkt, daß das Leben der Figuren nicht nur von Tag zu Tag dahinrieselt, sondern sich tatsächlich eine Entwicklung abzeichnet.

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