Konsum

Du seliges Österreich …

Alles in allem könnten wir ganz zufrieden sein mit unserer Zufriedenheit. Aber zu welchem Preis? Und auf wessen Kosten?

„Gross National Happiness is more important than Gross National Product.“ So antwortete der junge König von Bhutan Jigme Singye Wangchuck 1976 auf die provokative Frage eines Journalisten der Financial Times nach dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) seines Staates. Dieses lag damals bei 50 US-Dollar pro Kopf im Jahr und war somit das niedrigste der Welt. Es blieb jedoch nicht bei dieser schlagfertigen Antwort. Bhutan, ein nach europäischen Vorstellungen äußerst rückständiges Land, das bisher ziemlich abgeschottet von der restlichen Welt existiert hatte, entwickelte Theorien und Methoden, um das Glück seiner Bevölkerung zu messen, um es zu verbessern.

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Fressen und gefressen werden

Über die Konsumgesellschaft und das Geschäft mit der Reklame

„Der Konsumideologie liegt der Wunsch zugrunde, die ganze Welt zu verschlingen, der Konsument ist der ewige Säugling, der nach der Flasche schreit,“ meint der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker und Sozialpsychologe Erich Fromm in Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft von 1976. Da wir nun bekanntlich mehr denn je in einer Konsumgesellschaft leben: Sind wir denn alle nur noch geistige Nackerbatzeln, die am Tropf der Wirtschaft hängen, der wir hinten unsere Arbeitskraft reinschieben, nur um dann in unserer Freizeit die von ihr ausgespieenen Produkte konsumieren zu dürfen? Leiden wir darunter? Auch der Säugling wirkt doch ganz glücklich, nachdem er sich sattgetrunken hat. Und überhaupt: War das nicht schon immer so?

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Taste Your Waste

Dass wir in einer Wegwerfgesellschaft leben, spiegelt sich besonders in den Müllcontainern der Supermärkte wieder. Über den Versuch eines subversiven Umgangs mit dem Konsumüberschuss.

Wenn von Verschwendung und dem Wegwerfen von noch guten Lebensmitteln die Rede ist, bekommt man oft folgenden Satz zu hören: „In Wien wird jeden Tag so viel Brot weggeworfen, wie in Graz konsumiert wird“. Diese Aussage ist seit Erwin Wagenhofers globalisierungskritischer Ernährungsdokumentation „We feed the World“ in aller Munde. Diese bildhafte Formulierung über die Dimensionen der täglich weggeworfenen Lebensmittel soll den Auswuchs der Verschwendung in unserer Gesellschaft für jeden begreiflich machen. Die plakative Aussage kann zwar vermitteln, dass sehr viel Brot weggeworfen wird, wirklich begreifbar wird es aber nicht. In Österreich landet jedes fünfte Brot im Müll.

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Über Brot, das gerne eins wär

Was ist los mit unserem täglichen Brot? Wo bleibt der wütende Geschmacksmob, der diese Pappe endlich aus den Regalen schmeisst?

Eigentlich ist nicht viel nötig, um gutes Brot zu backen. Gemahlenes Getreide, Wasser, Salz und zwecks Gärung Hefe oder Sauerteig (sog. „Teig­lockerungsmittel“). Dazu Ruhe (für den Teig) und Geduld (für die HerstellerInnen). Gerade die letzten beiden „Zutaten“ sind jedoch der entscheidende Unterschied zwischen „echtem“ Brot und etwas, das höchstens als brotähnliches Erzeugnis beschrieben werden kann.

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Bingle Jells

Weihnachten. Ich find … Finden Sie nicht auch, … dass Weihnachten nur noch … so … so ein Konsum … fest und so ist? … Alles ist voll nur noch auf Konsum … In letzter Zeit fällt mir das voll auf. Die Leute vergessen alle, dass Weihnachten eigentlich einen ernsten Ursprung hat. Alle kaufen nur noch, es geht bloß um die Geschenke …, das Christkind ist bloß noch ein kaufwütiger Shopping Freak … und wenn dann schon Ende September oder sogar im August schon die Weihnachtsgirlanden auf der Kärnterstraße hängen oder sich Jung und Alt bereits Mitte Oktober mit Punsch zuschüttet, dann denk ich mir schon: Vergesst’s ihr nicht was? Muss man sich im weihnachtlichen Vorfeld besaufen? War Weihnachten nicht mal mehr, gibt’s hinter dem ganzen Konsum nicht auch einen tieferen Sinn? …
Und am HEILIGEN Abend streiten dann alle unterm brennenden Christbaum. Eigentlich sollten sie sich ja gemeinsam über den schönen Tag freuen. Irgend­wie ist das alles voll verkehrt. Weihnachten ist doch eigentlich das Fest der Liebe.

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