Museum

Nachtrag: Unappetitlich – essentiell: Die Maria Lassnig-Schau im Mumok Wien

Schönere, gefälligere Schauen findet man in Wien derzeit viele: Mucha im Belvedere, Picasso im Kunsthaus, Rembrandt in der Albertina – und dennoch war es gut, mit Maria Lassnigs Bildern aus dem „neunten Jahrzehnt“ konfrontiert zu werden. Die alte Künstlerin zeigte sich im doppelten Wortsinn hüllenlos – zum einen physisch (und erzeugt dadurch Angst vor Altern, Verfall und Tod) zum anderen psychisch (und zeigt so eine sympathische geistige Wach- und Regheit, die auf niemanden mehr Rücksicht nehmen muss und gerne Stachel im Fleisch ist). Warum lohnt es, sich mit diesen Bildern (im Katalog erhältlich) auseinander zu setzen?

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Sterben in Wien

Eine Führung im Wienmuseum Karlsplatz

„Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Bin ich, ist er nicht. Ist er, bin ich nicht.“ vermag man wie Epikur zu denken. Wird somit der an die Wand gemalte Teufel genannt, so kommt er auch schon gerannt, und man befindet sich an einem düsteren und wolkenverhangenen Sonntagnachmittag, an dem man mit einem Besuch des Wienmuseums am Karlsplatz die Zeit totschlagen wollte, mitten in einer Führung zum lebensfeindlichsten Thema überhaupt: nämlich über die Geschichte der ewigen Wiener Jagdgründe. Man erfährt einiges über Tötungs- und Bestattungsriten, wie sie im Laufe der Zeit ihren Wandel erfahren haben, und wie bzw. warum nicht mal vor dem Tode alle gleich waren (Die Habsburger waren zum Beispiel um einiges gleicher und durften sich dreifach bestatten lassen – wie ungerecht!).

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Die Lange Nacht der Museen

KlingonenglobusDas Wiener Globenmuseum oder „Auf Sex mit Klingonen kann ich verzichten“

Wer vermutet, auch ich sei eine jener Museumsfreundinnen, die die Gelegenheit beim Schopfe packten, um der Lust am Kuriosum zu frönen, der irrt. Manche besuchten aus solchem Antrieb heraus vielleicht das Wiener Schneekugelmuseum oder das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, statt in Schlangen vor der Albertina oder dem Leopoldmuseum kostbare Zeit zu verlieren. Nein, ich mag Globen und Landkarten aller Art, ganz ehrlich, besonders solche, in denen überdimensionale Ungeheuer die Weltmeere durchkreuzen und den Weg zu den Antipoden so richtig ungemütlich machen. Kurz gesagt, ich freute mich aufs Globenmuseum, und zwar seit Monaten. Was alle anderen dazu trieb, dieses einzige Museum seiner Art weltweit aufzusuchen, weiß ich nicht, auf jeden Fall praktizierte man vor dem Eingang in der Herrengasse 1 Blockabfertigung.

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