Musik

Es lebe der Tonträger!

Musikstreaming und Online-Musikbibliotheken (deren Bezeichnung als "Bibliotheken" für sich genommen schon ein Verbrechen darstellt) mögen für viele einen Riesenvorteil bieten: Schier unbegrenzt, überall und allzeit verfügbare Werke, und obendrein unkaputtbar. Der Ärger über zerkratzte CDs oder von Kassettenradios verschluckte Kassettenbänder ist Geschichte. Die Folge?

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theoral

thoral #4

Das Konzept der Serie Baggers Konkurrenz ist ja genau genommen: Welchen Schriftwerken könnte der Bagger an einem gewissen möglichen Ablagerungsort noch begegnen. Wenn auch der besagte Ort in diesem Fall doch etwas unpassend erscheint, wollen wir uns doch ein wenig diesem interessanten Machwerk widmen - wo auch immer wir uns gerade befinden.

Wir sprechen von theoral - eine Kleinbuch-Serie mit dem selbsterklärenden Untertitel: oral music history and interesting interviews.  Auf der projekteigenen Homepage wird das folgendermaßen ausgeführt:

Es ist unser Ziel, einen ständig wachsenden und sich formenden corpus von meist nur mündlich überlieferter Geschichte der creative music (improvisierte, experimentelle, Neue, Jazz, &c. Musik) zu schaffen. Wir treten aber nicht als Autoren auf, sondern übergeben – in Form von Gesprächen – das Wort an jene, die diese Geschichte lebten und leben.

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David Kleinl zwischen Charmant Rouge und Tanz Baby!

Charmant Rouge, © Elisabeth Handl

David Kleinl ist vielen als Sänger des Neo-Schlager-Duos Tanz Baby! ein Begriff. Weniger bekannt ist seine hundsgemeine Art-Noise-Combo Charmant Rouge.

Eisenstadt 1993. Der 15-jährige David Kleinl beginnt im Freundeskreis (mit Robert „Pinzo“ Pinzolits und Thomas „Kantine“ Pronai, mit denen er noch heute in Charmant Rouge ist) mit Grunge zu experimentieren. Wie für die meisten Bands dieser Zeit sind Nirvana auch für sie zunächst stilprägend. Beeindruckt hat die Teenager dabei in erster Linie die Punk-Attitude: Musik machen, ohne es notwendigerweise zu können. Sie spielen sporadisch Konzerte und überschätzen sich nach eigenen Angaben maßlos, aber ein Anfang ist gemacht.

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Die Strottern

Die Strottern

„Ich hab eine irrsinnige Hassliebe zum Wienerlied.“ Der lange Weg und die vielen Umwege der vielleicht interessantesten Band des Landes.

Als die Strottern 1998 ihr Debutalbum veröffentlichen, wissen sie eigentlich noch gar nicht so genau, was sie da machen. Sie sind zu der Zeit hauptsächlich in der Popband Stringbeans aktiv, die sich kurz vor Albumveröffentlichung in Merkes (2002) umbe­nennt – und kurz danach auflöst. Zu Recht. Ich hab versucht, das Album durchzuhören, hab es dann aber nicht geschafft und nur ganz grob drüber geskippt. Der Ball kommt flach … Servus Gschäft!

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Wie die Raben

© Beba FinkSie haben eine Melodie komponiert? Echt? Fein. Legen Sie die bloß nirgends hin, wo ein anderer Komponist sie finden kann.

In der Volksschule stand uns noch glasklar vor Augen, worauf es bei Österreich wirklich ankommt.

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„Ich bin ein goldener Gott!“

Ein Kurztrip ins Reich der Einbildungen und Vorurteile von Musikschaffenden

100 Leute haben wir gefragt: „Nennen Sie ein Musikerklischee.“ Egal ob Popper (‚fahren auf Vespas, haben irrsinnig trendige Frisuren‘), Rocker (‚fahren auf Groupies ab, sind irrsinnig witzig‘), Metaller (‚Corpse Paints, wollen böse sein‘) oder Boybands (‚sind notorisch untreu, verbreiten nach außen das Image des perfekten Schwiegersohns und feiern dann Orgien auf ihren Hotelzimmern – ich habe es gesehen!‘) – eine Antwort kommt ganz bestimmt – ‚Drogen, Drogen, Drogen und Drogen‘. Ausnahme bilden dabei die Randgruppen der Straight Edge, die den harten Kern wörtlich nehmen und kategorisch auch wirklich alles ablehnen, was nur am Rande Spaß machen könnte. Sie stellen sich also unter das Banner des Anti-Klischees, haben damit ihren Auftritt in diesem Stück gut über die Bühne gebracht und dürfen sich nun getrost mit ihrem Vegan-Black-Metal-Pad-Thai zurücklehnen.

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HipHop. Zum letzten Mal

Earl SweatshirtPolitisch korrekt scheißen gehen mit Earl Sweatshirt

„Tell your bitch to stop complaining bout that aching tits – a body is a temple? I don’t give a fuck, I’m atheist“. Das ist eine Zeile von Earl Sweatshirt auf dem „Radical“-Mixtape von Odd Future bzw. OFWGKTA, einem Hiphop-Kollektiv aus Los Angeles. Die Herrschaften sind sehr unterschiedlich talentiert. Von Tyler the Creator (siehe Rezension unten) wird man noch sehr viel hören. Von Hodgy und Domo vielleicht auch. Von den anderen eher nicht. Thebe „Earl“ Kgositsile ist bis auf weiteres unter Hausarrest oder auch in einem Bootcamp oder auch seit Monaten auf Samoa. Da kursieren im Internet die unterschiedlichsten Gerüchte. Jedenfalls macht er zur Zeit keine Musik und ist auch auf den Live-Auftritten seiner Crew nicht dabei.

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Garish im Interview

Garish haben Anfang des Jahres mit Wenn dir das meine Liebe nicht beweist das zwingendste und zugleich intimste Album der jüngeren österreichischen Musikgeschichte veröffentlicht. Ich treffe Thomas Jarmer (Gesang, Akkordeon) und Julian Schneeberger (Gitarre) am 6. August 2010 im Kulturcafe des Funkhauses in der Argentinierstr. 30a zu einem sehr entspannten Gespräch über Pathos, Affekt, Ironie, Hype, Penetranz, Wehleidigkeit, Geld, Nischen, Schöngeisterei, Hassliebe, die Amadeus Awards und die österreichische Musiklandschaft im Allgemeinen. Ein Lehrstück.

Das Wort „Beweis“ kommt in zwei der Schlüsselstücke des neuen Albums im Titel vor. Generell wirken die Texte etwas resoluter. Kann man „das Demonstrative“ als den roten Faden der Platte sehen, oder wie seid ihr an das Material herangegangen?

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Roland Neuwirth

Roland Neuwirth
Roland Neuwirth, Jahrgang 1950, ist studierter Gitarrist und seit 1974 Kopf der Extremschrammeln. In den 36 Jahren seiner aktiven Laufbahn hat er viele Schiffe vorbeiziehen sehen: Moden und Marotten, Stars und Sternchen – kurz den Aufstieg und Fall des gesamten Zirkus, der gemeinhin als Austropop bezeichnet wird. Er selbst positionierte sich diesbezüglich von Anfang an abseits, und er sollte mit dieser Haltung, die er mit Hirsch, Maron, Deinboek, dem frühen Heller und einigen wenigen anderen teilt, auf lange Sicht gesehen Recht behalten.
Wir treffen uns am 9. April 2010 im Café Hummel zu einem kurzen Gespräch, das dann doch fast zwei Stunden dauern sollte.

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Peter Thiessen von der Hamburger Band KANTE

Kante Am 6. Juni 2009 gaben Kante im Rahmen der Wiener Festwochen ein umjubeltes Konzert in einem Innenhof „Am Schöpfwerk“, einem der berühmtberüchtigsten Sozialbauten Wiens. Im Anschluß hab ich mit Peter Thiessen ein wenig über seine Kapelle – die ich spätestens seit „Zombi“ (2004) für eine der besten der Welt halte – über die Musikmacherei sinniert.
Als Einsteig bietet sich natürlich der Rahmen an: die Wiener Festwochen. Diese Frage nach den Hochkultur-Bestrebungen vieler zeitgenössischer Rockformationen mag er nicht so recht. Er sieht da keine grundsätzlichen Barrieren, jedenfalls keine grundlegenden künstlerischen Differenzen.

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