Österreich

In Paradisum Austriam

und sonstiges Belangloses

Um den 17. Finanzminister der stolzen Zweiten Republik zu zitieren: Es reicht. Es muss einmal ausgiebig über die Welt gesudert werden, am besten am Stammtisch in der Roxy-Bar. Und weil Sudern gemeinhin dem DieDerDas österreichischen StaatsbürgerInNen als wesentliche und nicht uncharmante Eigenart zugeschrieben wird, wollen wir uns dabei auch jenem Thema widmen, welches als Einziges beim Sudern tabu bleibt – Österreich.

Eines vorweg – wahrscheinlich schaue ich zu viel fern. Ich kann jedenfalls nicht garantieren, ob und von wem ich hier abschreibe. Das Folgende entspricht meinem bescheidenen Wissensstand, man könnte vielleicht auch sagen, es sei meine Meinung. All jenen, die mich aufgrund meiner Äußerungen für eineN linken nichtsnutzigen WeltverbessererErin halten, sowie denen, die sich beleidigt fühlen, sei gesagt: Geht’s scheißen.

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Zustände

BeggerdelleAlso, was da derzeit so abläuft, in der Politk, in der österreichischen, das ist ja eigentlich schon ein Skandal, muss ich sagen.
Also, ich muss schon sagen, eigentlich sollt man … also, wenn ich Bundespräsident wär, ich würd die ja sofort alle entlassen, aber der traut sich ja nicht, der Feigling, und ein Sozi ist er auch noch. Kein Wunder. Ich frag mich ja schon, warum da nicht endlich was passiert. Früher zum Beispiel wär da vielleicht wenigstens demonstriert worden. Ich kann mich noch erinnern, damals in Hainburg, oder vorher Temelin, nein Zwentendorf mein ich. Oder mit der EU … aber da hat’s eh auch nicht gereicht. Da haben’s uns auch angelogen … Gfraster die!

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Einsam für Österreich. Ein Mann im Abseits.

Ähnlichkeiten mit einer tatsächlich erfolgten Regierungserklärung sind rein zufällig (beabsichtigt).

Bundespanzer Dr. Afraid of Gruselpower
Begierdeerklärung
4. Juni 2008
Es gilt das gebrochene Wort!

Herr Bundesadler! Frau Putzfrau des Nationalrats! Rohes Gericht! Meine sehr verärgerten dämlichen Narren!

Was auch immer wir als Armleuchterinnen und Armleuchter tun, was immer wir in den kommenden vier Jahren in den Sand setzen werden: Im Mittelpunkt steht für uns der Klosterscheich und das leibliche Wohl der Reichinnen und Reichen. Aus diesem Grund ist es mir keine große Affaire, Ihnen heute als Bundespanzer das Programm der neuen Bundesgierigen in seiner Grundlage vorwerfen zu dürfen. Bevor ich aber angesichts der Pläne für die Zukunft eingehe, erlauben Sie mir einen kurzen Schluck. Mein Ziel war es, den Herrn Bundespräsidenten so abzufüllen, dass wir eine möglichst stabile Irritierung für diese Geschwätzgebungsperiode zugestanden bekommen. Ich habe aus diesem Grund den Versetzten der zweitstärksten Partei zu Verhandlungen eingeladen. Sie alle, meine hämischen Datteln, kennen den Verlauf dieser Handgreiflichkeiten, die aber phasenweise sehr flüssig gewesen sind.

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Hochbau: Mythos Cordoba

21.06.1978, WM-Endrunde in Argentinien. Österreich trifft auf den Erzrivalen und amtierenden Weltmeister Deutschland. Unser Team war nach einer knapp überstandenen Qualifikation (Spitz von Izmir) mit großen Erwartungen in dieses so wichtige Turnier gestartet, schied zwar aus, kam allerdings als Heldentruppe nach Hause.

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Tiefbau: Mythos Cordoba

Mit voller Vergangenheit in die Zukunft!

Vor fast 30 Jahren besiegten die Herren Krankl, Sara, Vogts, Schachner & Co im fernen Cordoba nach 47 langen Jahren endlich wieder die Fußballnationalmannschaft unsrer teutonischen Lieblingsnachbarn. Was damals (aus österreichischer Sicht turniertechnisch betrachtet) so wunderbar wie belanglos war, ist heute ein Bremsklotz für die weitere Entwicklung des österreischen Fußballes.

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Über die wahre Begebenheit der glorreichen Schlacht bei Ofen

Normalerweise braucht es seine Zeit, um Marco wütend zu machen, denn er war ein besonnener Mensch. Seit seiner Geburt war ihm das Leben als Mönch vorherbestimmt und er hatte gewiss sein Leben in Demut gelebt. War es denn wirklich so schwer zu begreifen, weshalb man sich den Sobieski herholte? Dabei ging es doch nicht um das Austauschen von derben Scherzen oder wer besser im Stehen gegen den Wind wiescherlt, ohne sich dabei von oben bis unten die Paraderüstung ganz rostig zu machen; es ging hier um Weltpolitik!! Innozenz hatte es ihm aber auch gesagt, damals, dass es keinen depperteren Trottel gäbe als den heiligen römischen. Aber der wäre leicht zu beeinflussen und der Glaube könnte verbreitet werden und alles in allem eine lohnende Aufgabe …

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Die Revolution

Wohin gehen wir? Wer kommt mit? Der Blick auf die neue Generation lässt Stimmen laut werden, die von verantwortungs- und orientierungslosen Jugendlichen berichten. Statt Kindern machen sie Partys. Politisch desinteressiert taumeln sie kinderlos zwischen Disco und Arbeitsplatz einher und verschwenden keinen Gedanken daran, Familien zu gründen. Darf man den „Stimmen der öffentlichen Meinung“ Glauben schenken?
Ein Bericht über Wege, Möglichkeiten und Krisen der letzten Handvoll Generationen.

Als Vikor Frankl 1977 über „Das Leiden am sinnlosen Leben“ schrieb, umriss er damit nicht nur den Weg einer Gesellschaft. Er schuf ­damit einen Begriff, welcher einer ganzen Generation persönlich einleuchtend schien. Den Begriff der „Existentiellen Frustration“.
Frankl rückt in seinen Thesen die Anfälligkeit der Gesellschaft auf ein „Gefühl der Sinnlosigkeit und inneren Leere“ ins Licht.

Wer waren also die Menschen, denen Frankl den Verlust des „Lebenssinns“ diagnostizierte?
Zweifellos war er als Dozent der Psychologie in Wien und Kalifornien eher mit der jüngeren Generation der Siebziger im Gespräch.
Anders als ihre Eltern, welche (zumindest in Wien) das klar erkenntliche Ziel Wiederaufbau und Berufsausübung zum Familienerhalt vor Augen hatten, standen sie vor einer Pers­pektivenvielfalt, die es selten zuvor gegeben hatte. Papst Paul VI. nannte Österreich im Jahre 71 bei seinem Besuch gar die „Insel der ­Seligen“. Sie fanden sich mit 8mm-Kamera im Urlaub wieder. Der Wiederaufbau war geschafft. Die Baustellen ihrer Eltern hatten sie nie betreten, den Staatsvertrag nicht unterzeichnet. Neutrali­tät und Sozialstaat schufen ein Milieu, das der neuen Generation Stabilität und Sicherheit in die Wiege legte. Und doch schien sich die Sinnsuche bedeutend schwieriger zu gestallten.

Auch auf sozialer Ebene hatte sich einiges geändert. Traditionen wichen einer individu­ellen Lebensgestaltung. Das Familienbild des Vaters, der die Familie finanziell absicherte, und der Mutter, die den Haushalt führte, war nicht mehr aktuell. Hochschulen und Studien waren für Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten erreichbar.
Doch die Möglichkeit, sich aus mannigfaltigen Aufgaben eine zu wählen, scheint viele vor ein Problem zu stellen. Viel größer scheint die Aufgabe, seine Aufgabe zu finden, als sie bloß zu erfüllen. Frankl zitiert Harvey Bailey: „Es gibt nur eine einzige Art und Weise, das Leben auszuhalten: immer eine Aufgabe zu erfüllen haben.“

Das Leben in der alten Tradition ist neben dem Faktor „veraltet“ auch noch durch Tatsachen wie Lohngestaltung, welche den Alleiner­halt einer Familie unmachbar erscheinen lässt, geprägt. Das Wirtschaftswachstum der Nachkriegszeit macht mittlerweile kleinere Schritte. Arbeits­losigkeit kommt langsam aber sicher auf’s Tapet. Frankl kennt den Begriff der „existentiellen Leere“ auch in der Arbeitslosigkeitsneurose. Es gibt nicht nur eine Freizeit von etwas, sagt er, sondern auch eine Freizeit zu etwas. Schon Schopenhauer hatte gemeint, die Menschheit pendle zwischen Not und Langeweile.

Doch wie sieht das Leben der „neuen Generation“, der Generation der Jahrtausendwende aus?
Das Vorurteil „Jugend interessiere sich nicht für Politik“ sollte so mancher angesichts der Wahlbeteiligung von Jugendlichen zwischen 16 und 18 neu überdenken. Satte 85 Prozent der Jugend­lichen hatten den Weg zur Wahlurne gefunden.
Sowohl Vorstellungen als auch Erwartungen an die Zukunft im Berufsleben weisen bei jungen Männern und Frauen verblüffende Ähnlichkeiten auf. Einzig in der Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf trifft man hier auf ein Gender-Gap. Betrachtet man die Frage nach der Baby-Pause, ist diese bei den weiblichen Vertretern der neuen Generation wesentlich ausgeprägter. Dem steht eine Be­vorzugung von jungen Frauen am Arbeitsmarkt gegenüber, die weder Kinder im Kleinkindalter haben noch in nächster Zeit welche wollen.
Sieht die neue Marktwirtschaft den Menschen als soziales Wesen überhaupt noch vor?

Schlagworte wie Globalisierung, Working-Poor und die New Economy sind längst kein Zukunftsgeschwätz mehr. Der Begriff des Sozialromanti­kers reift langsam aber stetig zur Metapher des leichtgläubigen Optimisten. Pensionen scheinen immer mehr Ähnlichkeiten mit Wahlversprechen aufzuweisen. Die Zahl der Eheschließungen – auf 1000 Einwohner – fiel von 8,5 (1961) auf 5,1 (1997), begleitet von drastisch rückläufigen Geburtenraten. Der längere Verbleib der Jugendlichen im Bildungssystem über die Pflichtschule hinaus ist rapide gestiegen, er zählt fast schon zur Norm. Verständlich, dass sich hier auch der Kinderwunsch oft Zeit lässt. Familien der Jugendlichen finanzieren teils unter großen Anstrengungen die Ausbildung. Und doch wartet die Angst vor Arbeitslosigkeit schon am Gipfel der Lehr- oder Studienzeit. In Anspielung auf ihre praktische und kostenlose verwendbarkeit in der freien Marktwirtschaft bekommt die neue Generation den liebevollen Kosenamen „Generation Praktikum“. Wer da noch an die Haltbarkeit eines Sozialstaates glauben möchte, braucht tatsächlich einen gewissen Hang zur Romantik.

Die Reaktionen auf die vorherrschenden Möglich­keiten der jungen Generation sind vielfältig.
Man kennt hier die „Orientierungslosen“, die in Bezug auf Lebensplanung und Zukunft keine konkreten Ziele verfolgen. Man sagt ihnen Mangel an Selbstmanagementfähigkeit und Unter­qualifizierung nach. Ihre Perspektive: Mo­dernisierungsverlierer. Ihnen schließen sich die „Nicht-jetzt-AkteurInnen“ an. Man erkenne sie an wenig Reflexionsniveau und Reflexionsbe­reitschaft, Fatalismus, Informationsdefizit und Naivität. Sie zögerten Berufsentscheidungen hin­aus. Passives Abwarten präge ihre Handlungsweise. Im Wesentlichen erkenne man sie aber an ihrem sozialromantisch verklärten Blick auf ihre berufliche Zukunft.
Erfreulicher ist denn schon der Blick auf die „Eigeninitiativen“. Sie setzen auf Eigenverantwortung und positives Denken. Leitsprüche wie „Man muss nur wollen“ und „Wer suchet, der findet“ begleiten ihr effizientes Selbstmanagement. An ihrer Seite die „Traditionell Soliden“, die sich an ihrer Eltern und Großelterngeneration orien­tieren. Sie schmieden sich einen Lebens­plan, der langfristige Sicherheit, Planbarkeit und Stabili­tät sichern soll. Dafür seien sie wesentlich unflexibler und bedürftiger, was Kontinuität be­trifft.

War es damals besser? Wird es morgen gut sein? Wohl kaum. Vielmehr gilt es aktuelle Fragen aufzuwerfen und Antworten zu finden. Auf in den Kampf!
Denn: „Der Mensch lebt nicht von der Arbeits­losenunterstützung allein.“

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