#15 - Bewegung, Sep 10

LügeWas ist der Fortschritt wert? Sollten wir uns nicht besser einfach auf die faule Haut legen? Und wenn wir uns schon bewegen, mit welchen Mitteln? Wie meistern wir die Energiezufuhr, um unsere Aktivitäten zu ermöglichen? Und was passiert mit dem Müll, der dabei entsteht, und mit welchen Folgen für uns und die Umwelt? Wie kommen wir mit den Anderen aus? Welche Bewegungen schützen oder beschneiden uns und unsere Rechte? Wie geht es Menschen auf Wanderschaft? Sowohl Heimatlosen mit großen Wegen, als auch denjenigen, die nur eine kleine Bergtour oder einen Entspannungsspaziergang wagen. Alternativ böte sich auch ein Tänzchen an – das hilft vielleicht dabei, sich selbst und den eigenen Bewegungsapparat besser kennen zu lernen ... Diese und manche andere Fragen haben uns zu dieser Ausgabe bewegt. Jetzt sind Sie an der Reihe. Bitte weiterlesen, bewegen lassen, selbst bewegen!
Bagger Nr. 15 als PDF.

Der Kampf um Wien.

Eine Farce in geheimen Akten.

Am 10. Oktober wird zu Ehren des fünfundzwanzigsten Todestages von Orson Welles sowie des Kärntner Landesfeiertags ein Duell seinen Ausgang finden. Die Protagonisten dieser postmodernen Farce im Wolfspelz sind UHBM (Unser Herr Bürgermeister) Michl Häupl, sowie sein gebissiger Kontrahent Hunz-Christian Strache (weitere zahntechnische Wortspielereien vorbehalten).

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Garish im Interview

Garish haben Anfang des Jahres mit Wenn dir das meine Liebe nicht beweist das zwingendste und zugleich intimste Album der jüngeren österreichischen Musikgeschichte veröffentlicht. Ich treffe Thomas Jarmer (Gesang, Akkordeon) und Julian Schneeberger (Gitarre) am 6. August 2010 im Kulturcafe des Funkhauses in der Argentinierstr. 30a zu einem sehr entspannten Gespräch über Pathos, Affekt, Ironie, Hype, Penetranz, Wehleidigkeit, Geld, Nischen, Schöngeisterei, Hassliebe, die Amadeus Awards und die österreichische Musiklandschaft im Allgemeinen. Ein Lehrstück.

Das Wort „Beweis“ kommt in zwei der Schlüsselstücke des neuen Albums im Titel vor. Generell wirken die Texte etwas resoluter. Kann man „das Demonstrative“ als den roten Faden der Platte sehen, oder wie seid ihr an das Material herangegangen?

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Hans Unstern – Kratz dich raus

Kratz dich raus (Nein, Gelassenheit, 2010)
Es gibt Alben, auf die hat die Welt gewartet, ohne daß sie davon wußte. Kratz dich raus ist so ein Fall. So eigenwillig, daß man es unmöglich kommen sehen konnte.

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Nils Koppruch – Caruso

Caruso (Grand Hotel Van Cleef, 2010)
Wer die frühen und mittleren Fink-Alben so liebt wie ich, hat auch mit mir darauf gewartet, daß Nils Koppruch wieder diesen Ton anschlägt.

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Velosophische Betrachtungen

Velosophie Im Jahr 1973 war die Welt noch in Ordnung. Die kalten KriegerInnen waren einigermaßen entspannt, Michaela Dorfmeister, später zweifache Olympiasiegerin und Weltmeisterin, erblickte im März dieses Jahres das Licht der Welt, mehr als eine Milliarde Menschen verfolgten das erste weltweit via Satellit ausgestrahlte Live-Konzert, und zwar nicht irgendeines, sondern Elvis‘ Aloha from Hawaii, der Heilige Stuhl brachte ein Konkordat mit Rheinland-Pfalz unter Dach und Fach. Österreich machte laut Wikipedia nicht weiter von sich reden, dafür jedoch Francis Ford Coppola, der für den ersten Teil von Der Pate sowohl den Golden Globe für bestes Drama und beste Regie als auch den Oskar für den besten Film erhielt. Außerdem wurde das World Trade Center eröffnet. Alles hätte so schön sein können.

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Takis Antoniou: Die Apokalypse

(dahlemer Verlagsanstalt, 2000)

die Apokalypse Ein schmaler Band provoziert einen Haufen Fragen: Warum eine zweite kaum klarer formulierte, kaum konkretere Apokalypse als das Original der Bibel lesen? Warum eine eigenartige Anlehnung ans Original demselben vorziehen, das Glossar ist voll mit Verweisen auf Referenzstellen bei Johannes – was bringt Antoniou Neues? Was bezweckt Antoniou denn mit diesem Bändchen, das leider unkommentiert Dürer-Stiche mit aufnimmt und so den Versen zum Untergang der Welt wohl besonderes Gewicht verleihen will? Apokalyptische Literatur als worst case scenario kommt in der Regel episch daher – das lyrische Wagnis lässt aufmerken: doch was sagt es?

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Windstille

Liebes Lese-Volk, wir wollen diesmal einen Roman lesen, der – wie vermutet werden darf, aus Faulheit d. Verf.– nicht in einzelnen Kapiteln abgefasst wurde. Daher präsentieren wir den aktuellen Fortsetzungsroman in so genannten Romanfetzen. Herrn Stiglitz kennen Sie ja schon:

Nachdem er jahrelang dem Treiben der anderen zugesehen habe, erzählte Stiglitz bei unserem letzten Treffen, sei ihm plötzlich klar geworden, wie alt er geworden war; seit seiner Jugend habe er seinen Freunden, Brüdern und Bekannten dabei zugesehen, wie sie mit mehr oder weniger Überzeugung einen Weg einschlugen, wie sie sich plagten, wie sie lernten und arbeiteten und die größten Anstrengungen unternahmen, stets ein bestimmtes Ziel vor Augen.

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Die Verzehrung der Gerichtsmedizinerin

“‘Gessen wird das, was am Tisch kommt, selbst wenn’s die Schwiegermutter ist”, lautet zwar ein Sprücherl meines Vaters (Nachkriegsgeneration!) – ob er jedoch zu seinem geflügelten Wort stünde, wenn man ihm das auftischte, was die Gerichtsmedizinerin damals vor unseren Augen schnabulierte, bleibt zweifelsfrei zweifelhaft.
Dagegen war das von meinem Kindergarten-Sitznachbarn ausgespuckte, flachsig fette Riesenbröckerl Reisfleisch ein Lercherl. Angeekelt würgte ich es hinunter, aus Angst, die Tante könnte mich für den schlatzigen Klumpen totes Tier, der da neben meinem Teller lag, rügen und mich zurück zu den kleinen Hosenscheißern versetzen.
Nun gut, also bitte zu Tisch.

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